„2.112 Modelltraktoren: Die außergewöhnliche Fendt-Sammlung von Friedrich-Wilhelm Meier-Bunge

Mehr als 2.100 Modelltraktoren, 27 Meter Vitrinen und eine lebenslange Leidenschaft für Fendt: In Ströhen hat Friedrich-Wilhelm Meier-Bunge eine außergewöhnliche Sammlung aufgebaut. Doch ausgerechnet das Modell, mit dem alles begann, fehlt heute.

  • 4 min read
„2.112 Modelltraktoren: Die außergewöhnliche Fendt-Sammlung von Friedrich-Wilhelm Meier-Bunge

Stand: 27.07.2026, 06:30 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Die Leitung des Betriebes hat Friedrich-Wilhelm Meier-Bunge (links) an Tochter Karen und Schwiegersohn Sebastian abgegeben. Die Modelle aber bleiben seine Leidenschaft.

Die Leitung des Betriebes hat Friedrich-Wilhelm Meier-Bunge (links) an Tochter Karen und Schwiegersohn Sebastian abgegeben. Die Modelle aber bleiben seine Leidenschaft. © Michael H. Dümer

Mehr als 2.100 Modelltraktoren, 27 Meter Vitrinen und eine lebenslange Leidenschaft für Fendt: In Ströhen hat Friedrich-Wilhelm Meier-Bunge eine außergewöhnliche Sammlung aufgebaut. Doch ausgerechnet das Modell, mit dem alles begann, fehlt heute.

Ströhen – „2112. . .“ Die Zahl kommt etwas zögerlich. Friedrich-Wilhelm Meier-Bunge zuckt mit den Schultern. „Ist schon ein bisschen her, seit ich das letzte Mal genau nachgezählt habe. Ich glaube, da sind schon wieder ein paar dazugekommen.“ Ein paar Modelltraktoren, um es auf den Punkt zu bringen. Denn die sind seit vielen Jahren die große Leidenschaft des Ströhers.

In zahlreichen Vitrinen befinden sich die mehr als 2.000 Traktorenmodelle.

In zahlreichen Vitrinen befinden sich die mehr als 2.000 Traktorenmodelle. © Michael H. Dümer

Mit einem Fendt 225 GT begann diese Liebhaberei. Ein ziemlich großer Nachbau. „Ich schätze mal, der war so etwa im Maßstab 1:16“, berichtet der Sammler. Bekommen habe er ihn als Zwölfjähriger auf einer Landwirtschaftsmesse in Oldenburg, die er mit seinem Vater besucht hatte. Traktoren haben für die Familie Meier-Bunge nämlich schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Sie betreiben in Wagenfeld-Ströhen einen großen Landtechnik-Betrieb in dem seit 1970 Fendt-Traktoren verkauft und repariert werden. Bis vor drei Jahren hat Friedrich-Wilhelm Meier-Bunge den Familienbetrieb in vierter Generation über viele Jahre geführt, dann hat er die Leitung an seine Tochter Karen und deren Mann Sebastian übergeben. Gegründet worden war der Betrieb anno 1858. Ganz zur Ruhe gesetzt hat sich der 73-jährige „Senior“ bislang aber nicht. „Ich bin da, wenn man mich braucht.“

Das bietet für ihn auch den Vorteil, in der Nähe seiner umfangreichen Sammlung sein zu können. Denn für die wurden in den Geschäftsräumen an der Tierparkstraße eine große Zahl von Vitrinen gebaut, in denen die einzelnen Sammlerstücke Platz finden und damit auch von Kunden und anderen Interessenten in Augenschein genommen werden können. „Leider sind schon wieder alle Vitrinen voll, wir müssten da eigentlich schon wieder erweitern“, sagt Meier-Bunge. Denn wenn ihm ein interessantes Stück angeboten wird, wächst die Sammlung nach wie vor.

„Grün“ ist die vorherrschende Farbe, wenn man den Blick entlang der Vitrinen schweifen lässt, die sich sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss im Bürotrakt des Unternehmens befinden. Auf 183 Böden mit einer Gesamtlänge von 27 Metern verteilen sich die Sammlerstücke mittlerweile. Sehr unterschiedlich ist hingegen die Größe der Modelle. „Ich sammle alle Maßstäbe. 1:32 ist der Schwerpunkt, aber es gibt auch eine Anzahl von Stücken im Maßstab 1:87 und auf der anderen Seite einzelne Traktoren bis hin zum Maßstab 1:16“, klärt Meier-Bunge auf. Natürlich seien ältere Stücke längst nicht so detailliert wie die heutige Modellgeneration. Und auch der Maßstab sei früher oft nicht so genau getroffen worden. Was unter anderem daran liegt, dass für die Konstruktion natürlich im 21. Jahrhundert auf die Hilfe von Computern gesetzt wird. Demzufolge bestehen die kleinen Nachbauten heute aus einer Vielzahl von Einzelteilen, was seinen Preis hat.

Früher sei noch weit mehr aus Metall gemacht worden, während die neueren Sammlerstücke heute häufig aus Kunststoff hergestellt würden. Behandeln müsse man gerade die neuen Nachbauten wie rohe Eier. „Für Kinderhände ist das nichts. Früher waren die Sachen weniger detailliert, dafür aber robuster“, weiß der Fachmann.

Ganz alte Modelle gehören genauso in die Meier-Bungesche Sammlung wie die neuesten Neuheiten, sobald es die als kleine Nachbauten gibt. „So kann man die Entwicklung auch im Modell sehr gut aufzeigen“, begründet Friedrich-Wilhelm Meier-Bunge das. Gibt es ein Lieblingsstück in der großen Traktorensammlung? Die Antwort fällt ihm nicht leicht. Da sind die älteren Fendt-Modelle, deren Vorbilder aus der Zeit stammen, als die Firma Meier-Bunge diese Marke in ihr Programm aufnahm. Oder der in Fachkreisen als „Nasenbär“ bekannte Großschlepper mit der eher nüchternen Typenbezeichnung Fendt Favorit 626 LS. Das Modell dürfte aus den 1980er-Jahren stammen. Ganz besonders am Herzen liegt Friedrich-Wilhelm Meier-Bunge aber eine Challenger-Raupe im Python-Design. „Das ist ein Geschenk aus der Familie, über das ich mich sehr gefreut habe.“

Ein Stück allerdings fehlt in der Sammlung: der Fendt 225 GT von der Oldenburger Messe. Der sei irgendwann abhandengekommen. „Das wäre wirklich toll, wenn ich so einen noch mal bekommen würde“, so der Traktorenliebhaber aus Ströhen. Wer diese Sammel-Leidenschaft teilt, ist im Hause Meier-Bunge übrigens auch deshalb richtig, weil es dort auch eine große Auswahl an landwirtschaftlichen Spielzeugen und Modellen gibt. Für Kinder – und für die, die Kind geblieben sind.