2.150 Drogentote in Deutschland: Namen mit Kreide auf Platz geschrieben
Am bundesweiten Gedenktag für verstorbene Drogenkonsumenten haben Suchthilfeträger in Frankfurt an die 45 Toten der Stadt erinnert. Betroffene und Angehörige schrieben die Namen mit Kreide auf den Jürgen-Ponto-Platz.
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Stand: 21.07.2026, 18:07 Uhr
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Am bundesweiten Gedenktag für verstorbene Drogenkonsumenten haben Suchthilfeträger in Frankfurt an die 45 Toten der Stadt erinnert. Betroffene und Angehörige schrieben die Namen mit Kreide auf den Jürgen-Ponto-Platz.
Corinna, Anja, Thorsten – der Jürgen-Ponto-Platz in Frankfurt ist mit Namen aus Kreide übersät. Jeder steht für eine Person, die nicht mehr lebt. Dem Bundesdrogenbericht 2025 zufolge, starben in Deutschland im vorigen Jahr 2.150 Menschen an den Auswirkungen ihres Drogenkonsums, 45 davon in Frankfurt. 528 Drogentote waren unter 30 Jahren.
Der 21. Juli ist der bundesweite Gedenktag für verstorbene Drogenkonsument:innen. Die Frankfurter Suchthilfeträger der Vereine Arbeits- und Erziehungshilfe, Integrative Drogenhilfe, Junkies, Ehemalige und Substituierte (JES), Basis sowie Aidshilfe Frankfurt erinnerten am Dienstag an die Verstorbenen.
Mehrere Initiativen und Einrichtungen klärten an Infoständen im Bahnhofsvietrel darüber auf, wie Suchtkranke sicherer konsumieren und welche Gefahren Kontrolle und Kriminalisierung für die Betroffenen bedeuten können. Etwa, dass Drogen konsumierende Menschen weniger Aufenthaltsorte zur Verfügung stehen.
Betroffene und Angehörige bekamen die Möglichkeit zum Austausch und konnten den Namen einer verstorbenen Person mit Kreide auf den Boden schreiben. Nach einer Kundgebung begann der Trauermarsch zur Gedenkplatte, die sich im Lesegarten der Taunusanlage befindet.
Anstoß für Veränderungen geben
Unter dem Motto „Verändern, um Leben zu retten“ wollten die Hilfsorganisationen nicht nur der Toten gedenken, sondern einen Anstoß für Veränderungen geben. „Wir stehen hier jedes Jahr, erinnern uns an die Verstorbenen und sprechen immer wieder die gleichen Probleme an“, sagte Patrizia Marcinkowski, eine Mitarbeiterin der integrativen Drogenhilfe, und forderte: „Es muss sich jetzt aber auch was ändern.“
Es dürfe nicht dazu kommen, dass die finanzielle Unterstützung der Drogenhilfe gekürzt werde. „Die Qualität einer Stadt misst sich daran, wie sie mit den Menschen umgeht, denen es am schlechtesten geht.“