250 Musiker spielen bei „Common Symphony" in der Marktstraße

StartseiteLokalesBad TölzBad TölzStand: 19.07.2026, 18:30 UhrKommentareUns auf Google folgenMusiker und Publikum verschwammen bei der „Common Symphony“ in der Marktstraße fast ineinander. © Arndt PröhlBei der e...

  • 4 min read
250 Musiker spielen bei „Common Symphony" in der Marktstraße

Stand: 19.07.2026, 18:30 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Musiker und Publikum verschwammen bei der „Commony Symphony“ in der Marktstraße fast ineinander

Musiker und Publikum verschwammen bei der „Common Symphony“ in der Marktstraße fast ineinander. © Arndt Pröhl

Bei der ersten „Common Symphony“ am Freitagabend spielten Musiker aller Alters- und Könnensklassen gemeinsam unter freiem Himmel. Am Ende deutete sich an, dass die Marktstraße bald zu klein sein könnte.

Bad Tölz – Premiere gelungen: Zum ersten Mal fand am Freitag in der Tölzer Marktstraße die „Common Symphony“ statt – ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Institutionen, das alle Menschen, die Freude am Musizieren haben, zusammen bringen sollte.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn strömten Leute von allen Seiten der Marktstraße zum Marienbrunnen. Manche trugen Instrumente, andere nur Notenblätter. Da kamen Groß und Klein, Jung und Alt, mit Krücken oder rennend, alle zusammen. Schon allein das zeigt, wie Musik verbinden kann. Eva Emmler (Gymnasium), Martin Schnitzer und Harald Rossberger (Musikschule) sowie Josef Kronwitter (Stadtkapelle) hatten das Ganze organisiert. Bevor es um 19 Uhr losging, gab es ein paar Probenrunden, die sich vielversprechend anhörten. Dafür gab’s Applaus von den Zuschauern, die sich in ebenfalls steigender Zahl und mit großer Neugierde um die Musizierenden versammelten. Das Wetter hatte sich rechtzeitig stabilisiert, und der Himmel strahlte blau.

„Wow“, sagte Bürgermeister Ingo Mehner bei seinen Grußworten, als er in die Menge blickte. „Hunderte Musiker, vier Dirigenten, drei Institutionen, eine Idee.“ Tölz sei eine Kulturstadt, aber es sei auch wichtig rauszugehen und die große Breite zu zeigen. „Wir haben Spitzenmusiker in der Stadt. Bringen wir die doch einfach mal zusammen, haben sich die vier Organisatoren gedacht.“

„Wie schön, ich weiß gar nicht, wohin ich mich umdrehen soll“, sagte Emmler zu den rundumstehenden Musikern und Zuschauern, die ineinander zu verschwimmen schienen. Eine Woche zuvor am Dienstag sei die erste Probe gewesen, danach gab es noch weitere, aber immer in wechselnder Besetzung. „In dieser Form wie heute Abend haben wir noch nie gespielt.“ Insgesamt schätzte sie die Zahl an Musizierenden auf 250.

Harald Rossberger leitete dann das erste Stück, „Pomp and Circumstance“, die „heimliche Hymne Englands“, wie Emmler zuvor gesagt hatte. Komponist Edward Elgar habe darüber gesagt: „Ich habe eine Melodie geschrieben, die Sie alle umhauen wird.“ Und in der Tat legten alle umwerfend los: die Streicher, die Bläser, die Schlaginstrumente. Alle Teilnehmer waren eingebunden, egal, wie lange sie ihr Instrument bereits erlernen. Das harmonierte richtig gut.

Bei „Adiemus“, geleitet von Martin Schnitzer, setzte auch der von Steffi Waldherr eingeübte Projektchor mit ein, dem ebenfalls alle Altersklassen angehörten. Beim Text, so hatte Josef Kronwitter erklärt, handle es sich um Fantasie-Wortschöpfungen, die dem Lateinischen nur ähneln. Ebenfalls eine reine Kunstsprache ist der Liedtext von „Conquest of Paradise“, dem Lied, das als Soundtrack für einen Film über die Entdeckung Amerikas komponiert wurde. Dementsprechend episch klang es auch, passend zur eindrucksvollen Kulisse der Marktstraße. Hier führte Eva Emmler die Musizierenden durch das Stück.

„Wir wussten, dass wir uns hier in Tölz auf viele Menschen verlassen können, die Musik machen oder ihr zumindest zugewandt sind“, sagte Harald Rossberger. „Wir wussten, dass es eine Aufgabe wird, so viele Menschen zusammenzubringen, aber wir wollten auch nicht dilettieren.“ Man habe dem eigenen Anspruch gerecht werden wollen. „Es ist unglaublich schön, hierhin und dorthin zu schauen und so viele Leute zu sehen.“ Er leitete zum finalen Stück über: „Time of my Life“ aus dem Film „Dirty Dancing“. Die beste Zeit des Lebens sei jetzt, sagte er zu allen Anwesenden. Dann nahm Josef Kronwitter den Dirigentenstab, das Lied begann ruhig, wurde dann immer flotter und rhythmischer. Ein krönender Abschluss. Kronwitter: „Wenn man sieht, wie hier alle lachen, dann werden wir das sicher wiederholen.“ Das nächste Mal seien bestimmt noch mehr Menschen dabei, „da wird die Marktstraße dann zu klein sein“, ergänzte er.

Nach zwei Zugaben, bei denen die Anwesenden teils mitklatschten und so das Gemeinschaftsgefühl weiter stärkten, löste sich das Geschehen langsam auf. Auf dem Heimweg stand allen, die es miterlebt hatten, die Vorfreude auf eine Wiederholung ins Gesicht geschrieben.