Einsatz auf dem Bauernhof: So sieht ein typischer Tag aus
80 Jahre Landdienst So ist es im freiwilligen Dienst auf dem Bauernhof Die Organisation Agriviva – der frühere Landdienst – zählt jedes Jahr 800 Einsätze auf...
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80 Jahre Landdienst So ist es im freiwilligen Dienst auf dem Bauernhof
Die Organisation Agriviva – der frühere Landdienst – zählt jedes Jahr 800 Einsätze auf dem Bauernhof. So sieht ein typischer Tag aus.
04.08.2026, 07:54
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Der Tag beginnt früh für die beiden Basler Jugendlichen Ilenia (blaue Jacke) und Mila (rote Jacke). Bereits vor 6 Uhr stehen sie auf dem Salatfeld im Einsatz. Die tolle Weitsicht auf die Berner Alpen mögen sie frühmorgens nur bedingt geniessen.
Die Arbeit selbst machen sie immerhin nicht ungern: «Wäre Salat schneiden später, würde ich lieber Salat schneiden als in die Schule gehen», meint Mila Weber.
Die beiden jungen Frauen verbringen zwei Wochen auf dem Bauernhof der Familie Waber im Berner Oberland.
Freiwilliger Landdienst: Gegründet 1946
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- 1946 als freiwilliger Landdienst gegründet.
- Höhepunkt in den 1960er-Jahren mit 6000 Einsätzen jährlich.
- 2009 Umbenennung in Agriviva.
- 2025 haben noch 775 Jugendliche einen Einsatz geleistet.
- Es fehlt aktuell an genügend geeigneten Bauernhöfen für Einsätze.
Wie es zum Landdienst kam
Der Zweite Weltkrieg war in der Schweiz auch geprägt von der sogenannten Anbauschlacht. Ziel: Die Selbstversorgung des Landes mit Lebensmitteln zu steigern. Alles, was sich bepflanzen liess – etwa auch manche Fussballfelder –, wurde für den Anbau von Nahrungsmitteln wie Kartoffeln genutzt. Frauen, Schülerinnen und Schüler oder Flüchtlinge wurden während des Krieges für den Dienst auf Bauernhöfen verpflichtet.
Dieser aus der Not geborene Landdienst wurde nach dem Krieg 1946 auf freiwilliger Basis neu organisiert: Es entstand der Landdienst für Schülerinnen und Schüler, der auch Teil des Lehrplans war.
Noch vor dem Frühstück geht es sodann in den Pferdestall: Misten. Die beiden jungen Frauen haben kein Problem mit dieser Arbeit. Ilenia Moro meint: «Es stinkt nicht, es ist ja eigentlich nur Gras.»
Zu den Lieblingsbeschäftigungen der 16- und 17-Jährigen auf dem Hof gehört das Kirschenpflücken, weil man dabei hervorragend naschen kann. Mittlerweile sind sie im Tag angekommen und stellen sich beim Kefenpflücken gegenseitig Krimirätsel.
Auch das Kürbisfeld steht heute Morgen auf dem Programm. Plastikplanen sollen verhindern, dass das Unkraut die Kürbisse beim Wachsen stört. Das Befestigen der Planen ist eine harte Arbeit. Ilenia hat bereits Druckstellen an den Händen. Entsprechend hält sich die Freude an dieser Arbeit in Grenzen. «Es geht, aber wir machen etwas Gutes», bilanziert Mila.
Die Familie Waber setzt bewusst auf Abwechslung im Alltag. «Meine Mutter sagte immer, man muss aufhören, so lange es noch fägt», erzählt Landwirtin Barbara Waber.
Die beiden Jugendlichen ziehen eine positive Bilanz ihres Einsatzes: Sie wüssten nun besser, woher die Nahrungsmittel kommen, und sie hätten gesehen, wie viel Arbeit dahintersteckt. Die heutige Ernte wandert derweil zum Teil direkt in den Hofladen der Wabers.
Nach getaner Arbeit können dann auch Mila und Ilenia die süssen Früchte des Erfolges geniessen.
Agriviva
10vor10, 27.7.2026, 21:50 Uhr