Abwahl wird knifflig: Öffentliche Abkehr: Endet Infantinos Herrschaft im Eiltempo?
Ein schnelles Ende von Gianni Infantinos Regentschaft als FIFA-Präsident scheint immer realistischer - der Kampf um die Nachfolge ist im Hintergrund längst entbrannt. Doch wie könnte der Machtwechsel ablaufen?
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Abwahl wird knifflig
Öffentliche Abkehr: Endet Infantinos Herrschaft im Eiltempo?
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03.08.2026 | 19:38 Uhr
Ein schnelles Ende von Gianni Infantinos Regentschaft als FIFA-Präsident scheint immer realistischer - der Kampf um die Nachfolge ist im Hintergrund längst entbrannt. Doch wie könnte der Machtwechsel ablaufen?
Noch vor Kurzem wirkte Gianni Infantino unantastbar, doch nun steht der mächtige FIFA-Boss vor den Scherben seines Lebenswerks. Die UEFA droht nach dem Desaster um den Investoren-Deal mit rechtlichen Schritten, die britischen Verbände ziehen ihre Unterstützung für eine Wiederwahl zurück - und im Hintergrund werden die Namen möglicher Nachfolger sowie Szenarien einer Wachablösung diskutiert. Die Frage scheint nicht mehr zu sein, ob, sondern nur noch wann und wie die Regentschaft des Alleinherrschers endet.
Der jüngste Tiefschlag aus Sicht des Schweizers? Die öffentliche Degradierung aus dem Vereinigten Königreich. Am Vormittag entzog der walisische Fußballverband (FAW) Infantino offiziell die Unterstützung für eine Wiederwahl 2027. "Das Wohl des Fußballs nicht an erste Stelle zu setzen, ist ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können", hieß es in dem Statement. Wenig später folgte Berichten der britischen Times zufolge die mächtige englische FA, kurz darauf auch der serbische Verband. Es droht aus Sicht von Infantino nun eine Welle der öffentlichen Abkehr.
Doch damit nicht genug, nun könnte auch noch juristisches Ungemach auf den 56-Jährigen zukommen. Dem SID bestätigte die UEFA, dass "ein Schreiben zur Sicherstellung von Unterlagen" an Infantino verschickt worden sei, über das zunächst die britischen Medien Telegraph und BBC berichtet hatten. Quintessenz: Man erwäge unter anderem "aktive rechtliche Schritte" in Zusammenhang mit den von der FIFA ausgearbeiteten Plänen. Zudem warnte die europäische Fußball-Union die Verantwortlichen im Weltverband explizit vor dem Vernichten von Dokumenten.
Wer könnte Infantino beerben?
Die UEFA bleibt ihrer robusten Linie gegenüber dem (inzwischen) ungeliebten Präsidenten damit treu. Subtext: Infantino soll weg - und das so schnell wie möglich. Was wiederum die Frage nach einem möglichen Nachfolger aufwirft.

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Wie die UEFA Gianni Infantino loswerden will
In der Öffentlichkeit werden munter verschiedene Namen diskutiert. Wie der von Aleksander Ceferin, dem UEFA-Präsidenten, der sich schon länger erfolgreich als Anti-Infantino inszeniert. Und der ob der Vorreiterrolle seines Verbandes bei der Revolte gegen den Investoren-Deal gut positioniert ist. Oder der Katarer Nasser Al-Khelaifi - als Vorsitzender der mächtigen Klubvereinigung European Football Clubs (EFC) und Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee ebenfalls so etwas wie ein Kandidat von europäischen Gnaden.
Eine weitere denkbare Option wäre der derzeitige FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström. Der in der Schweiz geborene schwedisch-niederländische Funktionär würde als bis dato enger Infantino-Vertrauter allerdings nur mit viel Fantasie einen Neuanfang verkörpern. Anders als Victor Montagliani. Wie seine Kollegen bei der UEFA positionierte sich auch der Präsident des Kontinentalverbandes CONCACAF früh und entschieden gegen Infantinos Investorenpläne und könnte mit europäischer Unterstützung bei einer Kandidatur auf eine breite Basis bauen.
Es brodelt in den Kontinentalverbänden
Was die meisten Kandidaten eint? Der Wunsch nach rascher Veränderung. Die nächste offizielle Präsidentenwahl ist für März 2027 anberaumt, doch das dürfte den brodelnden Kontinentalverbänden zu lange dauern. Möglich wäre daher das Einberufen eines FIFA-Sonderkongresses, wofür es die Stimmen von mindestens 43 Verbänden bräuchte. Die UEFA könnte diese Maßnahme also im Alleingang herbeiführen.
Nur: Um Infantino dann durch eine Art "Misstrauensvotum" abwählen zu können, bedürfte es zunächst einer Satzungsänderung. Und diese wiederum setzt eine Dreiviertelmehrheit voraus. Dass Infantino aber noch immer - vor allem unter den kleineren Verbänden - Unterstützer hat, die dies verhindern würden, ist denkbar.
Und so bleibt es aus Sicht der Gegner vorerst das Erfolgversprechendste, weiter den Druck auf den Präsidenten zu erhöhen. Die beschriebenen Maßnahmen - Androhung rechtlicher Schritte, öffentlicher Support-Entzug, deutliche Kritik -, sie alle dürften das Ziel verfolgen, Infantino zu einem vorzeitigen Abgang zu bewegen. Der Vertrauensverlust, verkündete etwa DFB-Sportdirektor Andreas Rettig im Stern, sei "irreparabel".
Verwendete Quellen: ntv.de, msc/sid