AMD Ryzen: Zen 7 beendet die Ära AM5, Zen 8 startet auf AM6 mit DDR6

AMD hat auf der hauseigenen Advancing AI 2026 in San Francisco die kommenden Server-Prozessoren der Serie Epyc 9006 ("Venice") mit Zen 6 ("Morpheus") vorgestellt und dabei die eigene Roadmap bis in das Jahr 203...

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AMD Ryzen: Zen 7 beendet die Ära AM5, Zen 8 startet auf AM6 mit DDR6

AMD hat auf der hauseigenen Advancing AI 2026 in San Francisco die kommenden Server-Prozessoren der Serie Epyc 9006 ("Venice") mit Zen 6 ("Morpheus") vorgestellt und dabei die eigene Roadmap bis in das Jahr 2030 fortgeschrieben. Wer derzeit ein System auf dem Sockel AM5 ("LGA-1718") betreibt oder eines plant, findet darin die praktisch relevanteste Information: Der bis 2029+ zugesagte Sockel-Support ist voraussichtlich auf Zen 7 mit Matrix-Engine gegrenzt; Zen 8 setzt auf AM6.

Epyc-Roadmap verrät Ryzen-Fahrplan für Zen 7 und Zen 8

Die Ableitung fällt dabei weniger spekulativ aus, als sie zunächst klingt. Die siebte Epyc-Generation ("Florence") erscheint laut AMD im Jahr 2028 mit Zen 7 und Zen 7c und bleibt auf den bestehenden Sockeln SP7 und SP8, also auf einer DDR5-Plattform mit MRDIMM-Unterstützung. Erst die achte Epyc-Generation ("Ravenna") mit Zen 8(c) folgt 2030, wobei sich AMD zu Fertigung, Kernzahl und Speicheranbindung bislang bedeckt hält. Überträgt man den "Zwei-Jahres-Rhythmus" zwischen Server- und Desktop-Ableger auf Ryzen, landen die ersten CPUs mit Zen 7 um 2029 und demzufolge noch innerhalb des bis 2029 offenen AM5-Zeitfensters.

Zen 7 auf AM5: Der Speichercontroller entscheidet über den Sockel

Zen 7 bleibt nach derzeitigem Stand an DDR5 gebunden und damit AM5-tauglich, weil AMD einen Plattformwechsel ausdrücklich an DDR6 und PCI Express 6.0 knüpft. Zwei Speichercontroller ("IMCs") parallel zu pflegen, einen für DDR5 und einen für DDR6, wäre für eine einzige Mikroarchitektur ökonomisch schwer zu rechtfertigen.

AMDs Sockel-Roadmap: AM4 wird bis mindestens 2026, AM5 bis mindestens 2029 unterstützt.

Quelle: AMD

AMDs Sockel-Roadmap: AM4 wird bis mindestens 2026, AM5 bis mindestens 2029 unterstützt.

Drei Faktoren hat David McAfee zur Computex 2026 als Voraussetzung für einen Sockelwechsel genannt: einen neuen Industriestandard, einen spürbaren Mehrwert für den Nutzer und veränderte Anforderungen der Käufer. Bislang erfüllt allerdings keiner dieser Punkte die Messlatte.

Ein neuer Sockel ist also ein disruptiver Eingriff in ein Mainboard, der ein komplett neues Layout dessen verlangt, was ich die am schwierigsten zu routenden Kernbereiche der Platine nenne:

Speicherführung, Signalintegrität, PCIe-Routing, Spannungsversorgung, Übertaktbarkeit, und genau darauf achten die Mainboard-Hersteller am meisten, würde ich sagen, weil es das ist, was den Enthusiasten am wichtigsten ist. — David McAfee

Zu den Eckdaten der neuen Mikroarchitektur kursieren inzwischen konkrete Zahlen: Zen 7 (“Grimlock”) soll bis zu 16 Prozessorkerne pro CCD in TSMCs A14-Node, die in 1,4 nm ausgeführt wird, unterbringen, kombiniert mit bis zu 224 MiB L3-Cache pro CCD (“Core Complex Die”) über die nächste Generation des 3D V-Cache.

AM5 bis 2029: Zwei neue Zen-Architekturen für den Sockel

Mindestens zwei vollständig neue Architekturen landen noch auf AM5: Zen 6 und wohl auch Zen 7. Hinzu kommen möglicherweise Auffrischungen auf Basis bestehender Mikro-Architekturen, wie sie AMD bereits beim Vorgänger AM4 aufgelegt hat.

2026 sehen wir dieses Fenster weiter aufgehen. Wir haben Produkte, die das tragen, und wir sind überzeugt, dass das Speicher-Ökosystem das klar unterstützt. Wir sind zuversichtlich, dass wir bis 2029 neue Produkte und Architekturen auf die AM5-Plattform bringen. — David McAfee

Nach Zen 4 und Zen 5 käme der Sockel AM5 damit auf vier Architektur-Generationen und würde die ohnehin lange Produktpflege von AM4 noch übertreffen. Die nächste Ryzen-Generation (“Olympic Ridge”) setzt auf TSMCs Fertigung in 2 nm, während kommende Next-Next-Gen-Ryzen (“Grimlock Ridge”) voraussichtlich auf einen kleineren Prozess in 1,4 nm wechseln werden.

Zen 8 auf AM6: DDR6 und PCIe 6.0 geben das Startsignal

Zen 8 markiert nach der aktuellen Roadmap den Übergang auf den Sockel AM6, der frühestens 2030 und damit acht Jahre nach dem AM5-Start ansteht. AMD hat den neuen Sockel bislang nicht offiziell bestätigt, die Kopplung an DDR6 und PCIe 6.0 ergibt sich aber aus der eigenen Argumentationslinie.

AMD hat Zen 7 (2028) und Zen 8 (2030) auf der neuen Roadmap für seine Epyc-CPUs gezeigt.

Quelle: AMD

AMD hat Zen 7 (2028) und Zen 8 (2030) auf der neuen Roadmap für seine Epyc-CPUs gezeigt.

Dass AMD den Wechsel hinauszögert, hat auch einen wirtschaftlichen Grund. Die anhaltende Speicherkrise treibt die Preise für DDR5-Module seit Monaten nach oben, DDR6 dürfte zum Marktstart noch einmal deutlich darüber liegen. Ein zu früher Start auf AM6 träfe den Massenmarkt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, zumal auch die Platinenkosten durch PCIe 6.0 zusätzlich ansteigen werden.

PCI Express 6.0 könnte noch auf AM5 landen

Epyc 9006 (“Venice”) bringt PCI Express 6.0 bereits auf die bestehenden Sockel SP7 und SP8, ohne dass AMD dafür eine neue Plattform benötigt hätte. Technisch spräche also wenig dagegen, den Standard auch auf AM5 nachzuschieben, bevor AM6 ihn nativ mitbringt.

Für Spieler bleibt der Nutzen indes überschaubar: Client-SSDs mit PCIe 6.0 sind noch Jahre entfernt, und selbst PCI Express 5.0 lastet derzeit keine Grafikkarte aus.

Vier Zen-Generationen: AM5 überholt die Langlebigkeit von AM4

Mit Zen 4, Zen 5, Zen 6 und Zen 7 käme der im September 2022 eingeführte Sockel AM5 auf vier Architektur-Generationen und würde damit die ohnehin lange Produktpflege des Vorgängers AM4 übertreffen.

Käufer eines Ryzen 7000 (“Raphael”) aus dem Jahr 2022 hätten damit einen Aufrüstpfad, welcher über Ryzen 9000 (“Granite Ridge”) und die kommenden Ryzen mit Zen 6 (“Olympic Ridge”) bis zu den Next-Next-Gen-Modellen mit Zen 7 reicht.

Sieben Jahre auf demselben Mainboard, sofern die Hersteller ihre BIOS-Pflege durchhalten. Verbindlich ist die Desktop-Roadmap damit nicht. AMD hat für Ryzen bislang weder Zen 7 noch einen Sockelwechsel offiziell terminiert, und die Zeitachse bis 2029 lässt reichlich Raum für Verschiebungen.

Nach der aktualisierten Epyc-Roadmap ist die Wahrscheinlichkeit allerdings deutlich gestiegen, dass AM5 mit Zen 7 seinen Abschluss findet.

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Quelle: Wccftech