Ansturm auf Ceuta: Bundespolitiker fordern mehr Solidarität mit Spanien

Die Bilder aus der spanischen Exklave haben in der EU einen Streit um Solidarität und Grenzschutz entfacht. An diesem Dienstag beraten die EU-Innenminister über Konsequenzen. In Deutschland dringt man auf eine rasche Umsetzung der gemeinsamen Asylregelungen.

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Ansturm auf Ceuta: Bundespolitiker fordern mehr Solidarität mit Spanien

Ansturm auf Ceuta Bundespolitiker fordern mehr Solidarität mit Spanien

04.08.2026 · 07:38 Uhr

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Zehntausende Migranten stürmten aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta

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Foto: Antonio Sempere/AP/dpa/Antonio Sempere

Berlin · Die Bilder aus der spanischen Exklave haben in der EU einen Streit um Solidarität und Grenzschutz entfacht. An diesem Dienstag beraten die EU-Innenminister über Konsequenzen. In Deutschland dringt man auf eine rasche Umsetzung der gemeinsamen Asylregelungen.

Mindestens 72 Tote, harte gegenseitige Vorwürfe und verstärkte Grenzkontrollen: Während sich die Lage in Ceuta beruhigt, eskaliert der Streit in der EU. Nach der scharfen Kritik an der spanischen Migrationspolitik trafen sich die Mitgliedsländer der EU am Montag auf Ebene der Botschafter zur Aussprache. An diesem Dienstag schalten sich dann auch die EU-Innenminister zusammen, um Lehren aus den Ereignissen zu ziehen und über einen besseren Grenzschutz zu diskutieren. Ist die durch die europäische Asylreform (Geas) erhoffte Stabilität schon wenige Wochen nach Inkrafttreten gefährdet? Und was bedeutet die Krise für die europäischen Grenzen?

Aus der SPD-Fraktion im Bundestag kommt nun erneut die Forderung nach mehr Solidarität mit Spanien – und einer raschen Geas-Umsetzung in Europa. Fraktionsvizechefin Sonja Eichwede sagte unserer Redaktion: „Das Fundament der europäischen Asyl- und Migrationspolitik ist die Solidarität unter den Mitgliedstaaten. Nur wenn wir zusammenstehen, kann sie zum Vorteil aller funktionieren.“ Die Reaktionen nach der Ankunft Zehntausender irregulärer Migranten innerhalb weniger Tage in der spanischen Enklave Ceuta seien auch von Populismus und unberechtigten Vorwürfen gegenüber Spanien geprägt gewesen. „Klar ist: Wir dürfen Spanien nicht allein lassen – und die EU darf sich nicht spalten lassen“, mahnte Eichwede.

Sie pochte auf entschlossenes Handeln: „Wir müssen dieses perfide und kriminelle Geschäft von Schleusern entschieden bekämpfen. Das geht nur, wenn Europa geschlossen zusammensteht und das gemeinsame europäische Asyl- und Migrationssystem so schnell wie möglich umsetzt“, forderte die SPD-Politikerin.

Eigentlich sollte das vor gut sieben Wochen in Kraft getretene EU-Asylsystem einen jahrelangen Streit zwischen den Mitgliedsländern schlichten. Doch die Bilder von der Situation aus der spanischen Exklave lösten binnen weniger Stunden einen diplomatischen Schlagabtausch mit Schuldzuweisungen aus.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unterzeichnete einen von Italien und Dänemark initiierten offenen Brief. In dem warfen 22 der 27 Staats- und Regierungschefs Madrid indirekt Fehler bei jüngsten migrationspolitischen Entscheidungen vor. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez kritisierte wiederum die Reaktion einiger EU-Partner.

Die Europäische Kommission ist daher bemüht, die Wogen zu glätten. In einem Brief sprach EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dem spanischen Regierungschef ein Lob für sein Handeln in der Krise aus. Sie sprach sich unter anderem für die Einführung eines Frühwarnsystems aus, um eine Krise wie in Ceuta künftig zu verhindern. Von der Leyen nannte zudem die Stärkung der europäischen Außengrenzen als Schlüsselbereich.

Unterdessen rief auch Linken-Chef Luigi Pantisano die europäischen Staaten zur Solidarität mit Spanien auf. „Die Attacken innerhalb der EU gegen Spanien finde ich verantwortungslos“, sagte er unserer Redaktion. „Ich würde mir wünschen, dass die EU-Innenminister und insgesamt die europäischen Staatschefs einen konstruktiven Weg aufzeigen und sich nicht so wie der Kanzler an die Seite von Meloni und den Ultrarechten stellen.“

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