Apps für US-Militär beinhalten chinesischen und russischen Code

Data Broking Apps für US-Militär beinhalten chinesischen und russischen Code Fast 40 Prozent der untersuchten Apps sammelten mehr Daten, als sie in den App-Stores angaben ...

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Apps für US-Militär beinhalten chinesischen und russischen Code

Data Broking

Apps für US-Militär beinhalten chinesischen und russischen Code

Fast 40 Prozent der untersuchten Apps sammelten mehr Daten, als sie in den App-Stores angaben

Eine Gruppe von US-Armee-Soldaten in Tarnuniformen steht mit dem Rücken zur Kamera und hört aufmerksam zu.
Auch Angehörige des Militärs sind vor App-Tracking nicht sicher.

Die Data-Broking-Industrie wächst rasant, der Handel mit Daten bringt Millionen ein. Vom Tracking sind auch Militärangehörige nicht ausgenommen. Eine neue Studie zeigt auf, dass mehr als jede achte App für US-Militärs Code von ausländischen Unternehmen, darunter aus China, Russland oder Indien, enthält. Experten hegen Bedenken, dass so wichtige Standorte zurückverfolgt werden könnten.

Drittanbieter

Für die Studie hat ein Forscherteam von Wissenschaftlern der Purdue University, der Militärakademie in West Point und der Florida International University 242 Apps untersucht, die für das US-Militär zur Verfügung stehen. Diese bewegten sich von Leitfäden für Uniformen hin zu spezifischen Dating-Apps. Fast zwei Drittel der untersuchten Programme, 64 Prozent, enthielten Code von Drittanbietern, sogenannte Software Development Kits (SDKs). Durch ihre Untersuchungen stellten die Forscher fest, dass 40 Prozent der Apps mehr Daten sammelten oder weitergaben, als sie im Google- oder Apple-Store angaben.

Keine Leitlinien

Etwa 7 Prozent der Apps enthielten Code von Drittanbietern aus einem Land, das vom Pentagon als feindlich eingestuft wird. In zwölf der Apps fanden sie Code von Huawei – einem chinesischen Unternehmen, das die US-Aufsichtsbehörden 2020 als Bedrohung für die nationale Sicherheit einstuften. Konkret handelte es sich um ein Software-Kit, das damit wirbt, den Standort von Nutzern zu ermitteln, Werbung auszustrahlen sowie Bilder und Videos zu speichern. Ob tatsächlich Daten an Huawei-Server übertragen wurden, konnten die Forscher nicht feststellen. Wired weist jedoch darauf hin, dass ein SDK jederzeit aus der Ferne aktiviert werden kann.

Zwei weitere Apps seien von russischen Unternehmen entwickelt worden und vom Internetdienstleister Yandex unterstützt. Diese konnten Nutzerverhalten analysieren und Standorte der Nutzenden nachverfolgen – und diese Informationen an externe Unternehmen weitergeben.

Von den 103 Personen mit Militärbezug, die die Forscher zusätzlich zur Untersuchung der Softwares befragten, gaben fast zwei Drittel an, sie hätten "kaum oder gar keine institutionellen Leitlinien" zur Nutzung derartiger Apps erhalten.

Standorte aufdecken

Experten warnen bereits seit einiger Zeit davor, dass Standortdaten von Militärangehörigen ausländischen Akteuren dabei helfen könnten, geheime Örtlichkeiten aufzudecken oder etwa zu ermitteln, wann diese am wenigsten bewacht sind. Wie Wired berichtete, räumte das US-Zentralkommando im April ein, dass es mehrere Hinweise darauf erhalten habe, dass "ausländische Widersacher" kommerzielle Standortdaten ausnutzen, um US-amerikanische Militärs im Nahen Osten zu orten. Laut den Gesetzgebern der erste offizielle Beleg dafür, dass Soldaten im Ausland über Data-Broker aufgespürt werden.

"Wir hoffen, dass die Forschungsergebnisse militärisch gebundenen Mitarbeitern, Entwicklern und Plattformen helfen, fundiertere Entscheidungen zum Datenschutz zu treffen, und dass sie den weiteren Dialog mit Entwicklern, Plattformen und politischen Entscheidungsträgern darüber anregen, wie diese Lücken geschlossen werden können", erklärte Joshua Shinkle, der Hauptautor der Studie, gegenüber Wired. (hlk, 21.7.2026)

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