Trump-Zölle gegen 60 Länder: Auch die Schweiz ist betroffen
Nach seiner Niederlage vor dem obersten US-Gericht liess Trump nicht locker. Er erhob für 150 Tage neue globale Abgaben. Diese laufen nun aus – doch Trump hat schon neue Zölle parat. Das musst du darüber wissen.
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Publiziert24. Juli 2026, 06:46
US-PräsidentAuch Schweiz betroffen: Trump verhängt neue Zölle
Nach seiner Niederlage vor dem obersten US-Gericht liess Trump nicht locker. Er erhob für 150 Tage neue globale Abgaben. Diese laufen nun aus – doch Trump hat schon neue Zölle parat. Das musst du darüber wissen.


Darum gehts
- US-Präsident Donald Trump führt neue Zölle von 10 bis 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Ländern ein.
- Die Massnahmen treten am Freitag in Kraft und stützen sich auf Paragraf 301 des Handelsgesetzes von 1974.
- Brasilien und Chile kritisieren die Zölle als willkürlich; Brasilien droht mit Vergeltungsmassnahmen und einer WTO-Beschwerde.
Was ist passiert?
US-Präsident Donald Trump führt neue Zölle in Höhe von zehn bis 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Ländern ein.
Was ist der Grund dafür?
Zur Begründung hiess es, die betroffenen Staaten, auf die 99 Prozent der US-Importe entfallen, hätten Verbote von Waren, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden, nicht ausreichend durchgesetzt.
«Die Vereinigten Staaten haben seit fast einem Jahrhundert ein Importverbot für unter Zwangsarbeit hergestellte Waren und setzen dieses konsequent durch. Es ist höchste Zeit, dass unsere Handelspartner dasselbe tun», erklärte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer.
Wann treten die neuen Zölle in Kraft?
Die Massnahmen gelten seit Freitag um 0.01 Uhr (Ortszeit) und traten mit dem Auslaufen der von Trump nach einer Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof eingeführten vorübergehenden weltweiten Zölle in Kraft.
Welche Länder sind betroffen?
10-Prozent-Zollsatz: Argentinien, Bangladesch, Kambodscha, Kanada, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Indien, Indonesien, Jordanien, Malaysia, Mexiko, Pakistan, Sri Lanka, Vereinigtes Königreich, Trinidad und Tobago, die EU, Taiwan
12,5-Prozent-Zollsatz: Algerien, Angola, Australien, Ägypten, die Bahamas, Bahrain, Brasilien, Chile, China, Costa Rica, Dominikanische Republik, Guyana, Hongkong, Irak, Israel, Japan, Kolumbien, Kasachstan, Kuwait, Libyen, Marokko, Neuseeland, Nicaragua, Nigeria, Norwegen, Oman, Peru, Philippinen, Katar, Russland, Saudiarabien, Singapur, Südafrika, Südkorea, Schweiz, Thailand, Türkei, Uruguay, Vereinigte Arabische Emirate, Venezuela, Vietnam
Weitere Zölle auf Grundlage des Paragrafen 301 könnten folgen. Das Büro des US-Handelsbeauftragten untersucht derzeit, ob 16 Länder durch Überproduktion von Waren die Preise auf den Weltmärkten drücken und US-Unternehmen benachteiligen. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.
Wie reagieren die Länder?
Brasilien bezeichnete die Zölle als «willkürlich und ungerechtfertigt» und kündigte an, sein Gegenseitigkeitsgesetz zu aktivieren, das Vergeltungszölle ermöglichen könnte. Zudem wolle das Land Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) einlegen.
Auch Chile kritisierte die Entscheidung und verwies auf seine nach eigenen Angaben strengen Arbeits- und Kontrollstandards gegen Zwangsarbeit.
Auf welcher Grundlage basieren die Zölle?
Trump stützt sich auf Paragraf 301 des Handelsgesetzes von 1974. Das Gesetz erlaubt dem Präsidenten, Einfuhrzölle und andere Sanktionen gegen Länder zu verhängen, denen «ungerechtfertigte, unangemessene oder diskriminierende» Handelspraktiken vorgeworfen werden. Trump hatte Paragraf 301 bereits in seiner ersten Amtszeit genutzt, um umfangreiche Zölle gegen China zu verhängen. Diese hielten später gerichtlichen Anfechtungen stand.
Gibt es Ausnahmen?
Nach Angaben eines ranghohen Regierungsvertreters haben einige Länder nach der Ankündigung der neuen Zölle im vergangenen Monat ihre Massnahmen gegen Zwangsarbeit verschärft und dadurch niedrigere Zollsätze erhalten. So sei der ursprünglich für Indien vorgesehene Satz von 12,5 auf zehn Prozent gesenkt worden.
Von den neuen Zöllen ausgenommen sind unter anderem Öl, Erdgas und Düngemittel. Ebenfalls ausgenommen sind Waren, die unter das Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA) fallen.
US-Zölle: Einigung im Zollstreit
Der US-Supreme-Court hat den Grossteil von Trumps Zölle für rechtswidrig erklärt. Er Entschied, dass Trump seine Befugnisse überschritten hat. Ob der Zoll-Deal mit der Schweiz nun platzt, ist derzeit unklar.
Vor dem Deal sprach Donald Trump der Schweiz Zölle von 39 Prozent aus. Die Rede war von einem Zollhammer.

Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
