Betreiber stellte selbst Insolvenzantrag: Bodega Dos Puentes pleite: Schlechte Aussichten für Gutschein-Besitzer
Der vom Amtsgericht beauftragte Insolvenz-Sachverständige riet zu der Schließung, weil er keine Aussichten sah, dass das Restaurant in die schwarzen Zahlen kommen könnte. Und noch ein weiterer Hoffnungsschimmer ist erloschen.
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Betreiber stellte selbst Insolvenzantrag Bodega Dos Puentes pleite: Schlechte Aussichten für Gutschein-Besitzer
Zweibrücken · Der vom Amtsgericht beauftragte Insolvenz-Sachverständige riet zu der Schließung, weil er keine Aussichten sah, dass das Restaurant in die schwarzen Zahlen kommen könnte. Und noch ein weiterer Hoffnungsschimmer ist erloschen.
17.07.2026 , 21:05 Uhr
Am 10. Juli öffnete die Bodega Dos Puentes das letzte Mal – wie jetzt klar ist, nach einem schon am 30. Juni gestellten Insolvenzantrag.
Foto: Sebastian Dingler
Mit nur einem Tag Vorankündigung hatte der Inhaber des spanischen Tapas-Bar-Restaurants „Bodega Dos Puentes“ neben der Zweibrücker Alexanderskirche am 10. Juli geschlossen. Und dafür auf Merkur-Anfrage nach dem Grund nur vage geantwortet, er wolle sich künftig neuen beruflichen Projekten widmen. Jetzt ist der eigentliche Schließungs-Grund bekannt: Das Amtsgericht Zweibrücken bestätigt auf Merkur-Anfrage, dass der Bodega-Inhaber selbst Insolvenzantrag gestellt hat – bereits am 30. Juni.
Als vom Gericht beauftragter Sachverständiger prüft derzeit Olaf Spiekermann die wirtschaftliche Lage der Bodega. Schnell war klar: Sie ist mangels Gewinnaussichten so aussichtslos, dass Spiekermann zur schnellen Schließung riet, wie der Insolvenzanwalt am Donnerstag auf Merkur-Anfrage sagte: „Der Betrieb hat sich nicht gerechnet.“
Das hat auch Folgen für viele Menschen, die noch von der Bodega Dos Puentes (Dos Puentes ist die spanische Übersetzung von Zweibrücken) ausgestellte Gutscheine haben – und diese aufgrund der plötzlichen Schließung nicht mehr einlösen konnten.
Zwar hatte der Bodega-Inhaber am 10. Juli auf Merkur Anfrage noch beruhigt: Gutschein-Besitzer sollten sich direkt telefonisch bei ihm melden, gemeinsam werde man eine individuelle Lösung finden.
Doch infolge des zuvor gestellten Insolvenzantrags ist der Inhaber gar nicht mehr Herr über sein Geschäft, der (vorläufige) Insolvenzverwalter hat das Sagen. Zu erwarten ist, dass Spiekermann nach Ablauf der Prüfung vom Amtsgericht als solcher bestellt wird.
Offensichtlich habe die Bodega Dos Puentes „nicht wenige Gutscheine ausgegeben“, die noch nicht eingelöst seien, sagt Spiekermann. Die Prüfung, ob und wie viel für Gläubiger noch zu holen sei, werde wohl ein bis zwei Jahre dauern. Spiekermann befürchtet angesichts der wohl nur geringen Vermögenswerte, dass Bürger nur eine kleine Chance hätten, Teile ihrer Gutscheinwerte rückerstattet zu bekommen. Sich jetzt zu melden, bringe allerdings nichts. Werde er als Insolvenzverwalter bestellt, werde er von sich aus „alle Gläubiger anschreiben“.
Bei ihren Kunden war die Bodega Dos Puentes sehr beliebt. Kurzzeitig war Hoffnung aufgekommen, die frühere Mitbetreiberin, die heute in Pirmasens die Bodega Estación führt, erwäge, auch wieder in Zweibrücken aktiv zu werden. Denn auf Facebook schrieb sie: „Für Zweibrücken ist der Verlust der Bodega Dos Puentes sehr schade. Aber wie man so schön sagt: Man sieht sich immer zweimal im Leben.“ Auf Merkur-Anfrage stellte sie aber klar, sie plane keine Übernahme des Lokals.
In dem Facebook-Beitrag betonte sie zudem: „Die Bodega Estación in Pirmasens und die Bodega Dos Puentes in Zweibrücken sind seit 2024 zwei rechtlich und wirtschaftlich vollständig unabhängige Betriebe“ und sie sei „auch seit Jahren privat (....) getrennt“ von dem Zweibrücker Inhaber: „Daher können Gutscheine der Bodega Dos Puentes leider nicht bei uns in Pirmasens eingelöst werden.“