Am Landgericht Detmold fließen Tränen: Drogenbande aus Lippe zu hohen Haftstrafen verurteilt

Vier von fünf Angeklagten schließen einen "Deal" mit dem Gericht Nur ein halbes Jahr später hat das Landgericht Detmold die Urteile gegen die "Biesterberg-Bande" verkündet: Der Hauptangeklagte, der als Kopf der...

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Am Landgericht Detmold fließen Tränen: Drogenbande aus Lippe zu hohen Haftstrafen verurteilt

Vier von fünf Angeklagten schließen einen "Deal" mit dem Gericht

Nur ein halbes Jahr später hat das Landgericht Detmold die Urteile gegen die "Biesterberg-Bande" verkündet: Der Hauptangeklagte, der als Kopf der Bande gilt, muss sieben Jahre und sechs Monate in Haft. Die anderen vier erhalten Freiheitsstrafen zwischen knapp drei und fünf Jahren. Das Gericht ordnet auch an, die Gewinne aus den Drogengeschäften einzuziehen, beim Haupttäter sind das mehr als 2 Millionen Euro.

"Das ist ein Hammer für Lippe, das sind riesige Mengen." Anke Grudda, Vorsitzende Richterin

Vier der fünf Angeklagten hatten vorab einen "Deal" mit Gericht und Staatsanwaltschaft geschlossen: Gegen ein umfassendes Geständnis bekamen sie die Zusage, dass die Strafe nicht höher ausfällt als vereinbart. Nur einer aus der Bande verweigert eine Verständigung, ihm ist die in Aussicht gestellte Strafe zu hoch.

34-Jährige übernimmt Kurierfahrten

Die einzige angeklagte Frau ist eine 34-Jährige aus der Nähe von Köln. Acht Kurierfahrten von den Niederlanden nach Lemgo konnten ihr die Ermittler sicher nachweisen. Jedes Mal soll sie mindestens drei Kilogramm Kokain transportiert haben. Sie muss viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Außerdem wird sie verurteilt, 300.000 Euro zu zahlen - den angenommenen Gewinn durch ihre Drogentransporte. Das Gericht sieht sie aber nicht als festes Mitglied der "Biesterberg-Bande".

Der dritte Prozesstag mit der Urteilsverkündung verlief sehr emotional: Viele Angehörige der Angeklagten kamen ins Landgericht, auf dem Flur flossen viele Tränen. Der 40-jährige Kopf der Bande ist verheiratet, er hat zwei Kinder, berichtet die "Lippische Landeszeitung".
Nur einer der fünf Angeklagten wurde nach dem Urteil aus der U-Haft entlassen. Er bleibt auf freiem Fuß, bis das Urteil rechtskräftig ist.

Verteidiger kritisieren lange Observierung durch die Polizei

Nach einem Hinweis auf mutmaßliche Waffengeschäfte in dem Kulturverein hatte die Polizei im Mai 2025 eine mehrere Monate dauernde Observierung der Tatverdächtigen gestartet. Die Verteidiger der Angeklagten kritisierten das in dem Verfahren: Hätte die Polizei nicht so lange beobachtet und schneller zugeschlagen, hätten einige Drogenfahrten verhindert werden können. Richterin Anke Grudda wies das zurück: "Es ist nicht Aufgabe der Polizei, Sie von Straftaten abzuhalten."