Kein Strom, kein Wasser, keine Heizung - so kannst du dich auf einen Blackout vorbereiten
Die Gefahr wirkt weit entfernt: Ein großer, lang anhaltender Stromausfall mit katastrophalen Auswirkungen? Für viele Menschen kaum vorstellbar. Denn das europäische Stromnetz gilt als eines der sichersten der W...
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Die Gefahr wirkt weit entfernt: Ein großer, lang anhaltender Stromausfall mit katastrophalen Auswirkungen? Für viele Menschen kaum vorstellbar. Denn das europäische Stromnetz gilt als eines der sichersten der Welt. Trotzdem kommt es dann und wann zum Notfall - etwa im Januar in Berlin mit tagelangem Blackout oder vor zwei Jahrzehnten im Münsterland, als im Schneechaos zahlreiche Orte von der Stromversorgung abgeschnitten waren.
Neue Doku: "Blackout - Wie sicher ist unser Stromnetz?"
"Es schadet nicht, Kerzen für den Frieden anzuzünden. Aber sie sind auch nützlich bei Stromausfall. Das haben wir nur vergessen." Ein Helfer in der ARD-Doku
Diese fatalen Folgen kann ein langer Stromausfall haben
Das in Bonn ansässige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt Empfehlungen, um auf einen Stromausfall vorbereitet zu sein. Denn die Folgen können in vielen Bereichen fatal sein: Die Heizung bleibt kalt. Es gibt kein Licht. Ob Herd, Backofen, Mikrowelle oder Kühlschrank - nichts läuft mehr. Aus dem Hahn kommt kein warmes Wasser. Es gibt kein Internet und das Mobilfunknetz fällt aus. Wichtige Infos über Radio oder Fernseher empfangen - ebenfalls Fehlanzeige.
Auch viele Geschäfte oder Tankstellen in den betroffenen Gebieten haben geschlossen. Züge fahren möglicherweise nicht mehr. Bankautomaten spucken kein Geld mehr aus und Restaurants können keine Gäste mehr bewirten. Bezahlen mit Karte oder Handy ist ebenfalls nicht möglich. Straßen bleiben dunkel.
Vorsorge gegen langen Stromausfall: So kannst du dich schützen
Wie kann man sich einen Blackout, der möglicherweise mehrere Tage anhält, vorbereiten? Laut BKK solltet ihr diese Dinge idealerweise auf Lager haben:
- Haltbare Lebensmittel
- Wasserflaschen für mehrere Tage
- Kerzen, Taschenlampe oder Campinglampen
- Vorrat an Batterien
- Aufgeladene Powerbank
- Campingkocher mit Gaskartusche
- Batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio
Bundesamt: Checkliste für Katastrophenfälle
Eine komplette Checkliste für Katastrophenfälle gibt es auf der Website des BBK. Außerdem informiert das BKK in einer 40-seitigen Broschüre detailliert darüber, welche Vorkehrungen man zu Hause für Notsituationen treffen kann. Eine kleine Auswahl:
Alternativen: So geht Kochen ohne Strom
Kleinere Mahlzeiten können auf einem Campingkocher zubereitet werden. Wer einen Balkon oder Garten hat, kann dort immerhin einen Grill mit Holzkohle oder Gas betreiben. Doch Vorsicht: Kein offenes Feuer oder Grills in der Wohnung benutzen - außer Brandgefahr besteht Erstickungsgefahr durch Kohlenmonoxid.
Wasservorräte zum Schutz vor Stromausfall
Für den Fall, dass kein Wasser mehr aus der Leitung kommt, rät das Bundesamt für Katastrophenschutz dazu, idealerweise zwei Liter pro Person und Tag im Haus zu haben. Der Wasserbedarf für drei Personen für drei Tage beträgt damit 18 Liter.
Kontakte außerhalb des Handys speichern
Fällt der Strom aus, sind auch die Kontaktmöglichkeiten eingeschränkt. Festnetztelefone oder Handys sind nicht mehr einsatzbereit. Und wer hat eigentlich noch wichtige Rufnummern im Kopf?
Tipp: Eine aufgeladene Powerbank griffbereit haben, um das Mobiltelefon bei Stromausfall zu laden. Außerdem hilft eine ausgedruckte oder handschriftliche Liste mit wichtigen Nummern, wenn man nicht mehr auf digital gespeicherte Kontakte zugreifen kann.
Wissen, wo es bei Stromausfall Hilfe gibt
Es ist hilfreich zu wissen, wo man sich im Notfall vor Ort informieren kann - zum Beispiel in Rathäusern oder an so genannten Notfalltreffpunkten der Stadt. Wenn das Telefonieren nicht mehr funktioniert, können Notfallmeldungen an diesen Treffpunkten abgesetzt werden.
Die Anlaufstellen dienen auch zum Austausch von Informationen. So hat beispielsweise die Stadt Essen 17 solcher "Notfall-Infopunkte" im Stadtgebiet eingerichtet, in Arnsberg gibt es 15 Notfall-Treffpunkte.
Die Notfalltreffpunkte der Gemeinden können unterschiedliche Leistungen bereitstellen. Welche das sind, kann man bei der Gemeindeverwaltung erfragen. Informiert euch am besten im Vorfeld.