Blauzungenkrankheit im Landkreis Göttingen: Sperrzone für Rinder, Schafe und Ziegen

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Blauzungenkrankheit im Landkreis Göttingen: Sperrzone für Rinder, Schafe und Ziegen

Stand: 27.07.2026, 06:29 Uhr

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ARCHIV - 21.08.2006, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Eine von der Blauzungen-Krankheit betroffenen Kuh steht in einem Stall eines Bauerhofes. (zu dpa: „Blauzungenkrankheit: Lage bleibt ernst - Peak erreicht?“) Foto: Ralf Roeger/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Blauzungenkrankheit ist eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit der Schafe und Rinder. Daneben sind auch Ziegen, Neuweltkameliden und Wildwiederkäuer für die Krankheit empfänglich. © Ralf Roeger/dpa

In einem Rinderbetrieb im Südharz wurde das Virus der Blauzungenkrankheit festgestellt. Für Rinder, Schafe und Ziegen gelten nun Handelsbeschränkungen.

Göttingen – In einem Rinderbetrieb im Südharz im Landkreis Göttingen wurde das Virus der Blauzungenkrankheit festgestellt. Ganz Südniedersachsen liegt nun in einer Sperrzone, also unter anderem die Landkreise Göttingen, Northeim, Holzminden, Goslar und Hildesheim sowie unter anderem auch der Werra-Meißner-Kreis.

Festgestellt wurde der Serotyp 8 (BTV-8). Deshalb wurde eine bereits bestehende Sperrzone erweitert. Nach der Erweiterung sind weitere Teile Niedersachsens betroffen. Für die gesamte Sperrzone gilt: Es gibt Handelsbeschränkungen für Rinder, Schafe und Ziegen. Hier Fragen und Antworten zur Blauzungenkrankheit.

Was ist die Blauzungenkrankheit?

Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue disease – BT) ist eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit von Schafen und Rindern. Daneben sind auch Ziegen, Neuweltkameliden und Wildwiederkäuer für die Krankheit empfänglich.

Welcher Erreger löst die Krankheit aus?

Der Erreger ist ein Virus aus der Familie Reoviridae. Es gibt 24 klassische, bekämpfungswürdige Serotypen (BTV-1 bis BTV-24), sowie mindestens 12 weitere atypische Serotypen. Das Blauzungenvirus wird durch Stechmücken auf empfängliche Tiere übertragen. Für den Menschen ist es jedoch ungefährlich. Den besten Schutz bietet die vorsorgliche Impfung der Tiere. Außerdem können Insektenabwehrmittel unterstützend eingesetzt werden.

Ist der Erreger auf den Menschen übertragbar?

Nein, der Erreger der Blauzungenkrankheit ist für den Menschen nicht gefährlich. Fleisch und Milchprodukte empfänglicher Tiere können ohne Bedenken verzehrt werden, heißt es von Friedrich-Loeffler-Institut.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Der Virus wird über blutsaugende Mücken, sogenannte Gnitzen, übertragen. Daher tritt vor allem über die Sommer- und ersten Herbstmonate ein verstärktes Seuchengeschehen auf. Die Insekten bevorzugen feuchtwarme Luft und befallen die Tiere hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden.

Wie können die Tiere geschützt werden?

Den besten Schutz bietet die vorsorgliche Impfung der Tiere, außerdem können Insektenabwehrmittel unterstützend eingesetzt werden.

Wie verläuft die Krankheit und welche Symptome zeigen die Tiere?

Typische und schwere klinische Symptome sind meist nur beim Schaf zu finden. Sie zeigen rund sieben bis acht Tage nach der Infektion die ersten Anzeichen einer akuten Erkrankung: erhöhte Körpertemperatur, Apathie und Absonderung von der Herde. Bald nach dem Anstieg der Körpertemperatur schwellen die geröteten Maulschleimhäute an. Häufig zeigen die Tiere ein Kopfödem. Es kommt zu vermehrtem Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul. Die Zunge schwillt an und kann aus dem Maul hängen. Die namensgebende Verfärbung der Zunge ist sehr selten und nur bei hochempfänglichen Schafrassen und sehr schweren Verläufen zu erwarten.

Wie sind die Symptome bei Rindern?

Die klinischen Symptome bei Rindern sind Entzündungen der Zitzenhaut und Schleimhäute im Bereich der Augenlider, Maulhöhle und Genitalien. Zudem treten Ablösungen von Schleimhäuten im Bereich der Zunge und des Mauls sowie Blasen am Kronsaum auf. Diese klinischen Erscheinungen können Symptomen der Maul- und Klauenseuche (MKS) ähneln. Außerdem kann es zur Reduktion der Milchleistung kommen.

Wo kommt die Erkrankung vor?

Die Blauzungenkrankheit wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im südlichen Afrika entdeckt. In den Folgejahrzehnten hat sich die Erkrankung über ganz Afrika verbreitet. Mittlerweile tritt sie weltweit auf. Die Tierseuche kommt bedingt durch die Übertragung durch Gnitzen vor allem in der warmen Jahreszeit vor und hat ihre Höhepunkte bei feuchtwarmem Wetter.