Bodensee Untersee: Wasserstand liegt 1,5 Meter unter dem Durchschnitt

Im Hafen von Ermatingen liegen Boote auf trockenem Seeboden – der Untersee verzeichnet einen historisch tiefen Wasserstand. Fehlende Niederschläge und ausbleibendes Schmelzwasser verschärfen die Lage weiter.

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Bodensee Untersee: Wasserstand liegt 1,5 Meter unter dem Durchschnitt

Publiziert27. Juli 2026, 18:11

Ermatingen TGBoote auf dem Trockenen: Bodensee zieht sich immer weiter zurück

Der Bodensee führt so wenig Wasser wie seit Jahren nicht mehr. Boote sitzen auf trockenem Grund und die Lage könnte sich weiter verschärfen.

Reto Bollmann

So präsentiert sich derzeit der Bodensee bei Ermatingen.BRK News

Darum gehts

  • Der Untersee des Bodensees liegt rund 1,5 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt für Ende Juli.
  • Im Hafen von Ermatingen liegen Boote auf trockenem, teils rissigem Seeboden
  • Neben geringen Niederschlägen fehlt dem Bodensee auch das Schmelzwasser aus den Alpen.

Es sind eindrückliche Bilder, die BRK News aufgenommen hat: Auch der Bodensee verzeichnet extrem tiefe Wasserstände. Im Hafen von Ermatingen liegen zahlreiche Boote nicht mehr im Wasser, sondern auf trockenem, teilweise rissigem Seeboden. Auch mehrere Steganlagen reichen längst nicht mehr bis zur Wasserlinie.

Wasserstand im Untersee 1,5 unter Durchschnitt

Aus der Luft wird das Ausmass des tiefen Wasserstands besonders deutlich. Nach aktuellen Messungen befindet sich der Wasserstand des Untersees rund 1,5 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt für Ende Juli. Auch am Obersee wurden für den Monat Juli neue Tiefstwerte registriert.

Sollte die angekündigte Hitze anhalten und weiterer Niederschlag ausbleiben, dürfte der Pegel in den kommenden Tagen weiter sinken. Neben den geringen Niederschlagsmengen fehlt dem Bodensee in diesem Sommer auch ein wesentlicher Teil des Schmelzwassers aus den Alpen, das den See in den Sommermonaten normalerweise speist.

Auch andere Seen betroffen

Wie 20 Minuten berichtete, ist auch der Lac des Brenets im Kanton Neuenburg, direkt an der Grenze zu Frankreich, derzeit eines der eindrücklichsten Beispiele für die anhaltende Trockenheit in der Schweiz. Der See leidet erneut massiv unter den ausbleibenden Niederschlägen.

Hier musste aufgrund des niedrigen Wasserstands sogar die Schifffahrt eingestellt werden. Die jüngsten Messwerte vom 24. Juli 2026 unterstreichen die aussergewöhnliche Situation: Der Wasserstand liegt bei 742,13 Metern über Meer, während der Abfluss am Auslauf nur noch 1,2 Kubikmeter pro Sekunde beträgt. Für Ende Juli sind dies aussergewöhnlich tiefe Werte.

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Reto Bollmann

Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.

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