Bovelmarkt an der Freudenburg: Eine Personengruppe hat freien Eintritt
Die Bassumer Bovelzumft richtet am letzten Juli-Wochenende ihren großen Bovelmarkt an der Freudenburg aus. Ein Sponsor finanziert erstmals den kostenlosen Eintritt für alle bis 16 Jahre.
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Stand: 14.07.2026, 19:00 Uhr
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Die Bassumer Bovelzumft richtet am letzten Juli-Wochenende ihren großen Bovelmarkt an der Freudenburg aus. Ein Sponsor finanziert erstmals den kostenlosen Eintritt für alle bis 16 Jahre.
Bassum – Das Mittelalter war eine Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen, der Pest, der Hexenverbrennung. Und trotzdem hat es viele Fans, denn das Mittelalter ist auch eine Zeit des einfachen Lebens, der Geselligkeit, der Handwerkskunst. Einen besonders großen Fanclub hat es in der Bassumer Bovelzumft. Und die richtet wie jedes Jahr am letzten Juli-Wochenende wieder ihren großen Bovelmarkt an der Freudenburg aus.
Konzert am Freitag, Markt am Samstag und Sonntag
Die ersten Anzeichen von Marktgeschehen zeigen sich am Freitag, 24. Juli. Dann greift erneut die in der Vergangenheit bewährte Kooperation der Bovelzumft mit dem Bassum Open Air. In diesem Jahr haben der Verein und Open-Air-Veranstalter Oliver Launer die Folk-Rock-Bands Dartagnan und Reliquiae verpflichten können. Ab 18 Uhr hat das Konzertgelände geöffnet, Hauptact Dartagnan tritt um 20 Uhr auf.
Richtig los geht es am darauffolgenden Samstag. Viele der Dinge, von denen Marcus Heinze in seiner Funktion als Vereinsvorsitzender berichtet, sind bekannt. Deshalb beginnt er mit ein paar Neuerungen, von denen es eine in sich hat: Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre haben in diesem Jahr an beiden Markttagen freien Eintritt. Möglich gemacht hat das ein Sponsoring des Bassumer Unternehmens Bölke Tiefbau. Das hat laut Heinze einen „beträchtlichen Betrag“ gespendet, um diesen Eintritt zu finanzieren und den Markt damit noch familienfreundlicher zu machen.
Außerdem neu: eine Kooperation mit dem Kultur- und Heimatverein. Denn wo wir vorhin bei den Schattenseiten des Mittelalters waren: Wer eine Übeltat begangen hat, landete schon mal im Verlies. Zum ersten Mal öffnet der Heimatverein deshalb das Verlies während des Markts und lädt ein, sich für einen Euro dort umzuschauen. Die damit erzielten Einnahmen sollen eins zu eins in die Pflege des Freudenburg-Geländes investiert werden, erklärt Christine Franzke, die Vorsitzende des Heimatvereins.
Und: Um dem teils großen Andrang samt langer Wartezeiten an den Tageskassen zu begegnen, wird es diesmal zwei Kassen geben. Eine soll sich an der Harpstedter Straße befinden, die andere gegenüber vom Nordwestdeutschen Schützenbund.
Der Ablaufplan für den Bovelmarkt
Alles Weitere läuft nach altbekanntem Schema ab. Der Samstag beginnt ab 12 Uhr. Ort des Geschehens ist das Gebiet rund um das Tagungshaus der Freudenburg sowie die im Osten angrenzende Wiese – die Thingstätte im Westen steht nach den jüngsten Umgestaltungsmaßnahmen auch in diesem Jahr noch nicht wieder zur Verfügung. Auf der Wiese im Osten schlagen verschiedene Gruppen ein Lager auf, die sich im Laufe des Tages in einer Lagerolympiade miteinander messen möchten. In diesem Jahr ist auch der Böllerclub Vechta wieder vor Ort – jeweils einmal am Tag lassen dessen Mitglieder es kräftig rumsen. Rund um die Konzertmuschel stehen Stände mit Handwerkswaren und Speise- und Getränkeangeboten – alles mittelalterlich, versteht sich.
Zudem stehen traditionelle Aktionen wie der Wettstreit zum Ermitteln des neuen Bovelvoigts und damit des Nachfolgers von Honigbart Funkenschläger auf dem Programm. Auf dem Kampfplatz finden zudem Aktionen statt wie Tanzvorführungen und -workshops. Daneben und dazwischen mischen sich Gaukler und Musiker unters Volk oder präsentieren ihre Künste auf einer der beiden Bühnen. Dazu gehören auch die Bovelmusiküsse, die Musiktruppe der Bovelzumft.
Ebenfalls ein Klassiker ist die Kinderschlacht, bei der Kinder gegen Erwachsene kämpfen – und bis jetzt eine makellose Bilanz vorzuweisen haben. Für die Kinder, die es etwas ruhiger mögen, gibt es etwa eine Schatzsuche. Der größte Teil des Familienprogramms findet auf der sogenannten Zwergenwiese statt. Dort gibt es etwa Bastelangebote, Strohhaufen zum Herumtoben und ein Karussell. Der Samstagabend wird mit einer Feuershow der Bovelzumft abgeschlossen.
Doch das Geschehen ruht nur kurz. Nach einem Marktgottesdienst am Sonntagmorgen (10 Uhr) nimmt das Treiben ab 11 Uhr wieder Fahrt auf. Dann steht etwa die Vereidigung des neuen Bovelvoigtes auf dem Plan. Aber auch ohne auf den Plan zu schauen gibt es viel zu entdecken, und das so authentisch wie möglich, betont Heinze.
Ein Konzept, das zieht: Im vergangenen Jahr seien rund 7.000 Besucher gekommen, eine laut Heinze ausgezeichnete Anzahl. Auf ähnlich hohe Resonanz hoffen er und seine Mitstreiter auch in diesem Jahr. Dann dürfte die Bovelzumft wieder viele Menschen von den schönen Seiten des Mittelalters überzeugen – Pest und Hexenverbrennungen waren bislang auf dem Bovelmarkt jedenfalls noch kein Thema.