Brauerei Westheim meldet Insolvenz in Eigenverwaltung an
Die Gräflich zu Stolberg‘sche Brauerei Westheim GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat dem Antrag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.
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Stand: 27.07.2026, 18:14 Uhr

Die Gräflich zu Stolberg‘sche Brauerei Westheim GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat dem Antrag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.
Marsberg-Westheim – Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Produktion, Abfüllung und Auslieferung erfolgen planmäßig.
Zu den Hintergründen der Insolvenz schreibt die Geschäftsleitung des Familienunternehmens: „Die deutsche Brauwirtschaft befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden strukturellen Transformationsprozess. Der Bierkonsum geht kontinuierlich zurück, Konsumgewohnheiten verändern sich und gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.“
Gesteigerte Kosten für Energie und Rohstoffe
Hinzu seien in den vergangenen Jahren erhebliche Belastungen durch stark gestiegene Energie-, Rohstoff-, Verpackungs-, Logistik- und Personalkosten gekommen sowie die wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die insbesondere mittelständische Brauereien nachhaltig unter Druck gesetzt haben.
Diese Entwicklung betreffe zahlreiche mittelständische Brauereien in Deutschland und habe in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Konsolidierung der Branche geführt. Auch die Brauerei Westheim sei von diesen Veränderungen nicht verschont geblieben. Trotz zahlreicher eigener Maßnahmen zur Anpassung an die veränderten Marktbedingungen hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zunehmend verschärft.
Marken werden weiter gepflegt
Mit 58 Mitarbeitenden und zwei Auszubildenden zählt die Brauerei zu den bedeutenden mittelständischen Arbeitgebern der Region.
Ihre Marken Westheimer, Arolser, Allersheimer, Caluna, limoNAHde und Nah2O stehen seit Jahrzehnten für handwerkliche Braukunst, Regionalität und höchste Qualitätsansprüche und sollen auch künftig erhalten bleiben.
Eigenverwaltung als Chance nutzen
Moritz von Twickel, geschäftsführender Gesellschafter, stellt dazu fest: „Unsere Brauerei steht seit über 160 Jahren für Regionalität, Verlässlichkeit und handwerkliche Braukunst. Diese Werte bleiben unverändert bestehen. Als Familienunternehmen denken wir nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Die Eigenverwaltung ist für uns kein Ende, sondern der Beginn einer konsequenten Neuaufstellung. Unser Ziel ist klar: Wir wollen unsere Brauerei, unsere Marken, unsere Arbeitsplätze und unseren Standort langfristig sichern.“
Was bedeutet die Eigenverwaltung?
Die Eigenverwaltung ist ein gesetzlich vorgesehenes Sanierungsverfahren für Unternehmen mit einer grundsätzlich tragfähigen wirtschaftlichen Perspektive. Die Geschäftsführung bleibt handlungsfähig und führt das Unternehmen gemeinsam mit erfahrenen Restrukturierungsexperten durch den Sanierungsprozess. Ziel ist die langfristige Sicherung des Unternehmens.