Comeback auf Sparflamme? Die Pratersauna versucht es noch einmal
Aufguss Comeback auf Sparflamme? Die Pratersauna versucht es noch einmal Zumindest der Außenbereich des Wiener Technoclubs mit der schwierigen Geschichte wird wieder bespielt. Die Frage ist nur: Wie la...
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Aufguss
Comeback auf Sparflamme? Die Pratersauna versucht es noch einmal
Zumindest der Außenbereich des Wiener Technoclubs mit der schwierigen Geschichte wird wieder bespielt. Die Frage ist nur: Wie lange geht das diesmal gut?
Jakob Thaller
Es gibt Clubs, die einen Betreiber nach den anderen verschleißen und ihr Publikum trotzdem nicht loswerden. Die Pratersauna ist so ein Ort: Ursprünglich 1965 als Sauna eröffnet, später Strizzi-Treffpunkt und Swingerclub, wurde die Pratersauna 2009 generalsaniert und als hipper Technotempel neu erfunden. 2016 übernahm Martin Ho den Club, bis ihn seine expansive Unternehmerlust und eine Serie von Insolvenzen einholten.
Anfang 2025 startete der Berliner Unternehmer Sebastian Müller-Klasz den nächsten Wiederbelebungsversuch. Was erst später bekannt wurde: Er pachtete die Pratersauna nicht direkt von den Eigentümern, sondern weiterhin von einer Gesellschaft aus dem Umfeld des früheren Betreibers Martin Ho. Auch dieser Anlauf war nur von kurzer Dauer, bereits Ende 2025 war das Projekt wieder gescheitert.
Es bleibt also die Frage, die über der Pratersauna seit Jahren schwebt: Handelt es sich um eine Kultadresse, die zwar Faszination ausübt, sich aber kaum dauerhaft betreiben lässt? Oder kann daraus noch etwas werden?
Mainstream-Tagesclub
Wie das lokale Medium Zwischenbrücken als Erstes berichtete, ist inzwischen ein neuer Betreiber angetreten, um es zu versuchen. Allerdings wird vorerst nur der Außenbereich betrieben, der Club selbst bleibt weiterhin geschlossen. Gastronom und Unternehmer Nikolaus Gutmann, der unter anderem eine Cateringfirma betreibt und hinter den Lokalen im Bundesbad Alte Donau und im Congress Center Baden steckt, hat am 23. Juli den ersten "Dayclub Edison Pratersauna" veranstaltet. Musikalisch setzt er nicht auf rauen, nischigen Techno wie früher, sondern auf mainstreamigere House-Musik.
Sein Konzept? Tagsüber für sieben Euro Eintritt feiern, von Donnerstag bis Sonntag jeweils bis 22 Uhr. Dazu gibt es allerlei Snacks: frittierte Erdäpfel um 5,90 Euro, mit Trüffelmayonnaise und Grana Padano um zwei Euro Aufpreis, Burger und Streetfood. Auf der Karte stehen außerdem gegrillte Maiskolbenstücke mit Limetten-Aioli, genannt Kukurruzi Fritti, um 8,90 Euro sowie "Beef Tatar Rolls" um 15,90 Euro, die laut Zwischenbrücken allerdings etwas blass geraten und den versprochenen Schärfegrad nicht ganz einlösen.
Furchtbarer Zustand
Im Gespräch mit dem STANDARD sagt Gutmann: "Wir haben den Garten jetzt einmal hergerichtet, weil der war wirklich in einem furchtbaren Zustand." Das liegt wohl auch daran, dass Anfang des Jahres Unbekannte in das Gelände eingedrungen sind, es verwüstet und dabei laut Landespolizeidirektion Wien einen Sachschaden im sechsstelligen Bereich verursacht haben.
Gepachtet hat Gutmann die Liegenschaft direkt von den Eigentümern, der Verena Thöni GmbH, und nicht über einen Zwischenmann. Man sei eher zufällig miteinander ins Gespräch gekommen, erzählt er. Daraus habe sich schließlich die Idee entwickelt. Das Projekt setze er nun gemeinsam mit den Eigentümern um. Wie hoch die Miete sei, die er dafür zahle? "Nein, das dürfen Sie nicht wissen."
Ein Christkindlmarkt?
Auch wie viel er investiert hat, will er nicht verraten. "Aber es sind allein zehn Tonnen Sand in den Garten gekommen", sagt Gutmann. Das Projekt sei innerhalb weniger Wochen auf die Beine gestellt worden. Erst am 10. Juni habe man beschlossen, es tatsächlich umzusetzen. Einen Club nach früherem Vorbild im Innenbereich werde er dort allerdings nicht betreiben, betont Gutmann. Dafür wären die Investitionen zu hoch.
Die Eigentümer würden nach den Jahren voller Turbulenzen aber generell gern einmal wieder positive Schlagzeilen lesen. Vermutlich ist man auch erleichtert, dass Martin Ho und sein Umfeld nichts mehr mit dem Club zu tun haben. "Der Ruf ist ruiniert von dem Ding", sagt Gutmann.
Aber er schaue jetzt einmal, wie sich das entwickelt. Zumindest für die Weihnachtszeit hat er bereits einen Plan: einen Christkindlmarkt im Garten. "So ein feiner, kleiner Christkindlmarkt mit Musik. Ich glaube, das wäre cool." (Jakob Thaller, 1.8.2026)
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