Nach Anschlag von Berlin: 250 Menschen feiern beim CSD in Schlüchtern

Eine Woche nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin sind in Schlüchtern Hunderte auf die Straße gegangen. Statt in bunter Kleidung kamen sie mehrheitlich in Schwarz - nicht nur aus Trauer.

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Nach Anschlag von Berlin: 250 Menschen feiern beim CSD in Schlüchtern

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Als Zeichen des Widerstands CSD in Schlüchtern fast ohne Regenbogenfarben

Eine Woche nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin sind in Schlüchtern Hunderte auf die Straße gegangen. Statt in bunter Kleidung kamen sie mehrheitlich in Schwarz - nicht nur aus Trauer.

CSD Schlüchtern 2026

Rund 250 Menschen zogen durch Schlüchtern. Bild © picture alliance/dpa | Florian Wiegand

Normalerweise ist ein Christopher Street Day (CSD) eine bunte Veranstaltung. Kleidung, Fahnen, Transparente, alles leuchtet in Regenbogenfarben. In Schlüchtern (Main-Kinzig) sah das an diesem Samstag anders aus. Die vorherrschende Farbe dort: Schwarz.

Eine Woche nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin kamen laut Polizei rund 250 Menschen zu einer friedlichen Demonstration zusammen - unter dem Motto "Charakter, Stärke, Demokratie" und, wie es auf einem Plakat hieß, für "mehr Liebe in der Welt".

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00:59 Min.|Frank Wornath

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Schwarz als Widerstandsfarbe

Dass die Teilnehmenden mehrheitlich Schwarz tragen sollen, hatten die Veranstalter nach eigener Aussage schon vor Monaten angekündigt. Man habe sich das Konzept überlegt, um sich von anderen CSDs abzuheben, sagte Veranstalter Steve Euler.

Schlüchtern sei im Vergleich zu anderen CSD-Orten "eine andere Gegend", weniger urban. Dort müsse man die Gesellschaft mehr abholen. Die Farbe Schwarz habe man gewählt, weil sie auch für Widerstand stehe.

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"Wir möchten damit ausdrücken, dass wir eben täglich unterdrückt werden, täglich übersehen werden", so Euler. Im Hinblick auf den Anschlag in Berlin gehe es jetzt aber auch um Trauer.

"Nicht unterkriegen lassen"

Gerade jetzt dürfe man sich nicht unterkriegen lassen, forderte eine Teilnehmerin. "Wir müssen extra stark sein, für unsere Rechte kämpfen und zeigen, dass wir da sind, sonst hat der Hass gewonnen."

Dass sich die queere Community auch in ländlichen Gegenden nicht einschüchtern lasse, sei toll, sagte sie weiter. "Hier braucht es vielleicht sogar noch mehr Aufklärung als in großen Städten."

Demonstration gegen Diskriminierung

In Berlin hatte ein islamistischer Attentäter am vergangenen Samstag mit einem Auto mehrere Menschen angefahren und anschließend weitere angegriffen, vermutlich mit einer Machete.

Eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt. Der 21-Jährige war am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz zu seiner Festnahme erschossen worden.

Der CSD erinnert an den Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeiwillkür in der Christopher Street in New York im Jahr 1969 und wird heute weltweit gefeiert. Er steht für den Kampf für die Rechte queerer Menschen und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.

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