«Ted Lasso», «Couture», «Possession», «Monsters of God»: Schaus dir an
Darum gehtsEin 50-Millionen-Pfund-Erbe, ein Frauenteam und ein Reptilienschmuggel-Netzwerk: Diese Woche ist das Streaming-Angebot besonders vielfältig.«Ted Lasso» kehrt auf AppleTV mit Staffel vier zurück, «Pos...
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Darum gehts
- Ein 50-Millionen-Pfund-Erbe, ein Frauenteam und ein Reptilienschmuggel-Netzwerk: Diese Woche ist das Streaming-Angebot besonders vielfältig.
- «Ted Lasso» kehrt auf AppleTV mit Staffel vier zurück, «Possession» läuft bei Sky und «Monsters of God» bei HBO Max.
- Angelina Jolie ist im Kinofilm «Couture» zu sehen und spricht dabei offen über ihre persönliche Geschichte.
«Ted Lasso», Staffel vier bei AppleTV
Als der American-Football-Coach Ted Lasso aus den USA nach England zog, um eine Fussballmannschaft zu trainieren, dachte er noch, der Sport heisst «Soccer». Doch jeglicher Spott prallt ohnehin an ihm ab. Er ist der liebenswerteste, zuversichtlichste Mann der Welt. Obwohl böse Präsidenten, hinterlistige Spieler oder griesgrämige Journalisten mit ihm streiten wollen, werden sie irgendwann doch zu seinen Freunden und irgendwie sympathisch.
In den ersten drei Staffeln übernahm Ted Lasso den chaotischen britischen Verein AFC Richmond, bläute dem Männerteam seinen geradezu penetranten US-Optimismus ein. In der vierten Staffel will er dieses Kunststück nun mit einem neu gegründeten Frauenteam an gleicher Wirkungsstätte wiederholen.
Das Team ist also gänzlich neu, auf Trainer- und Clubebene wird es aber zu vielen Wiedersehen kommen: Teds rechte Hand Coach Beard, Vereinsinhaberin Rebecca Welton, PR-Beraterin Keeley Jones oder die knurrige Vereinslegende Roy Kent sind wieder mit von der Partie.
«100 Jahre Einsamkeit» Staffel zwei bei Netflix
Da hatte sich Netflix etwas vorgenommen. «100 Jahre Einsamkeit» gilt wegen seiner Zeitsprünge, der Vor- und Rückblenden als äusserst komplizierte Erzählung. «Es ist ein unglaubliches Stück Literatur, magisch, kraftvoll, emotional. Es hat alles», schwärmte Regisseur Alex García López gegenüber «Entertainment Weekly». Trotzdem musste er leer schlucken, als ihn Netflix anfragte, bei der ersten Staffel Regie zu führen.
Die Handlung dreht sich um die Familie Buendía, die über 100 Jahre begleitet wird. Im fiktiven Dorf Macondo leben Geister in Bäumen, die Welt der Lebenden und Toten vermengen sich – in der Welt des magischen Realismus ist nichts, wie es scheint. Die Bewohner plagt auch mal Schlaflosigkeit bis zu einem Punkt, an dem sie vergessen, wer sie sind.
Die Geschichte des Kolumbianers Gabriel García Márquez darf in keiner Liste der besten Bücher fehlen, 1982 gewann er dafür den Literaturnobelpreis. Er hat vor seinem Tod 2014 drei Bedingungen für eine Verfilmung seines Werks aufgestellt: Die Geschichten muss über viele Stunden erzählt werden. Die Schauspielerinnen und Schauspieler müssen Spanisch sprechen. Und der Drehort muss in Kolumbien sein. Netflix scheint sich an sämtliche Bedingungen gehalten zu haben. «Wir haben den Roman mit Liebe und Respekt verfilmt», sagte die Regisseurin Laura Mora «Tudum». Nun erscheint die zweite Staffel, basierend auf der grössten Erzählung Kolumbiens, die der Brutalität der Menschheit nachspürt.
«Possession» bei Sky
Als der britische Aristokrat Alfred Connaught stirbt, hinterlässt er sein riesiges, 50 Millionen Pfund teures Anwesen einem jamaikanischen Fremden namens Cudjoe East und enterbt damit seinen Sohn. Die Anwältin Claudia McKenzie soll den Erbstreit beilegen und reist dafür in die jamaikanische Hauptstadt.
In Kingston muss Claudia jedoch entsetzt feststellen, dass die jamaikanische Plantage der Familie der Ort ist, der ihre Albträume heimgesucht hat. Während Claudia und Oliver Connaught, Alfreds enterbter Sohn, nach Cudjoe East suchen, erhält das Publikum Einblicke in die brutale Vergangenheit des Anwesens im Jahr 1760, als zwei Halbgeschwister um die Gunst ihres Vaters wetteiferten und übernatürliche Kräfte herausforderten.
«Couture» im Kino
Ihre neue Rolle gab Angelina Jolie eine neue Sicht auf die Dinge. In dem Film «Couture» spielt sie Maxine, eine US-Filmemacherin, die während der Pariser Fashion Week arbeitet und sich in die von Louis Garrel verkörperte Figur Anton verliebt. Um Maxine zu spielen, musste die Schauspielerin ihre eigene Haltung überdenken. «Ich brauchte einen Moment, um zu erkennen: Sie kann ihre Tochter lieben und sich ihrer Tochter widmen – und gleichzeitig romantische Liebe brauchen und als Frau empfangen», erklärte Jolie im Interview mit «Yahoo Entertainment».
Vielleicht sei genau das sogar sehr heilsam für ihre Figur. Offen sprach die Oscarpreisträgerin dabei auch über sich selbst: «Das Leben hat mich ein wenig gebrochen», räumte sie ein. Sie müsse «wieder leben, wieder frei sein».
Während ihres Aufenthalts in Frankreich erhält ihre Filmfigur die Diagnose Brustkrebs. Auch dieser Aspekt hat für Jolie eine sehr persönliche Dimension: Ihre Mutter Marcheline Bertrand war 2007 an den Folgen von Eierstock- und Brustkrebs gestorben. Angelina Jolie selbst unterzog sich 2013 einer präventiven, beidseitigen Mastektomie.
Den Mut, sich wieder dem eigenen Leben zuzuwenden, schöpft Jolie vor allem aus ihren drei Töchtern Zahara (21), Shiloh (20) und Vivienne (17). Sie sprächen mit ihr «wie junge Frauen», erzählte sie. Dabei werde ihr bewusst, was sie sich für ihre Töchter wünsche und was sie selbst möglicherweise verloren habe.
Dass es beruflich wie privat neu losgeht, hatte Jolie bereits gegenüber dem Branchenmagazin «Variety» angedeutet. Vor ihrer Scheidung habe sie «so gut wie aufgehört zu schauspielern» und sich auf die Regie sowie ihre internationale Arbeit konzentrieren wollen. Dann aber sei die Schauspielerei plötzlich der einzige Weg gewesen, um öfter zu Hause und nur kurz weg zu sein und zugleich gutes Geld zu verdienen.
«Le Città di Pianura» im Kino
Die Mittfünziger Carlo und Doriano sind langjährige Freunde und haben im Leben zwar nicht viel erreicht, aber dafür unzählige «letzte Drinks» miteinander geteilt. Nacht für Nacht ziehen sie durch die Kneipen Venetiens, lassen Heldengeschichten ihrer Jugend hochleben und zelebrieren ihre Freundschaft. Eines Nachts lesen sie den jungen Giulio auf, der gerade einen Abend mit Gleichaltrigen saussen liess. Stattdessen lässt sich Giulio ein auf eine Kneipentour mit Carlo und Doriano.
Die Fahrt durch Venetien wird für alle drei zu einer Reise zwischen Rausch und Ernüchterung – ein letzter Versuch, dem eigenen Leben Bedeutung zu geben, bevor der Morgen kommt.
«Monsters of God» bei HBO Max
Der Schöpfer der legendären «Tiger King»-Doku hat sich erneut in die Untiefen der Privatzoo-Betreiber gewagt. Dieses Mal beschäftigt sich Regisseur Eric Goode statt mit Raubkatzen jedoch mit Reptilien, für die er seit Kindertagen viel Liebe übrighat. Goode betritt die dunkle und abgedrehte Unterwelt des Schmuggels exotischer Tiere.
In diesem globalen Netzwerk jagt jeder den ultimativen Preis, sei es der Besitz der seltensten Arten oder die Festnahme der schwer fassbaren Kriminellen. Das milliardenschwere kriminelle Geschäft schöpft aus der extremen Besessenheit für diese Kreaturen, die viele dazu treibt, die Grenzen von Gesetzen und Umweltethik zu überschreiten. «Je tiefer Goode gräbt, desto mehr deckt er ein Labyrinth aus gesetzlosen Schmugglern, bombastischen Sammlern und den hartnäckigen Strafverfolgungsbeamten auf, die ihnen auf den Fersen sind», heisst es im Presseheft zur Serie.
*mit Material von Spot On
Was haben sich Schweizerinnen und Schweizer in der vergangenen Woche angeschaut?

Bei den Serien hat das Dystopie-Drama «Silo» in der vergangenen Woche die meisten Menschen in der Schweiz in seinen Bann gezogen.
Weltweit hat der Animationsfilm «Toy Story 5» in diesem Jahr bisher am meisten Geld eingespielt, nämlich knapp 864 Millionen Franken.


Dario Aeberli (dae), Jahrgang 1995, arbeitet seit Oktober 2023 als People-Redaktor bei 20 Minuten. Zuvor war er Lokaljournalist und beim «Migros-Magazin».