Skyguide schreibt rote Zahlen – Politik will neue Einkommensquellen

Deutschland soll zahlen Verkehrspolitiker verlangen neue Einnahmequellen für Skyguide Skyguide muss ein hartes Sparprogramm umsetzen. Jetzt wollen Verkehrspo...

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Skyguide schreibt rote Zahlen – Politik will neue Einkommensquellen

Deutschland soll zahlen Verkehrspolitiker verlangen neue Einnahmequellen für Skyguide

Skyguide muss ein hartes Sparprogramm umsetzen. Jetzt wollen Verkehrspolitiker Gebühren im Ausland eintreiben – oder bei den Passagieren.

22.07.2026, 06:03

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So finanziert sich Skyguide: Skyguide lebt hauptsächlich von den Gebühren der Fluggesellschaften für Landungen und Überflüge. Wo der Betrieb nicht kostendeckend ist, springt der Bund ein. Als Hauptaktionär leistet er über 120 Millionen Franken für spezielle Aufgaben wie die militärische Flugsicherung oder Dienstleistungen in den Lufträumen im grenznahen Ausland.

Darum ist die finanzielle Situation angespannt: Das reicht aber nicht, um die Ausgaben und Einnahmen ins Lot zu bringen. Deshalb droht Skyguide ab 2030 ein strukturelles Defizit von jährlich 40 Millionen Franken. Mit dem Sparprogramm des Bundesrats sollen die Kosten sinken; gleichzeitig muss das Unternehmen veraltete Systeme erneuern und in innovative Anlagen investieren.

Menschen sitzen an Computerkonsolen in einem Kontrollraum mit Monitoren.
Legende:

Im Kontrollzentrum von Skyguide bei Dübendorf. Die Schweizer Flugsicherung ist in Finanznöten; die Politik verlangt neue Einnahmequellen statt Bundessubventionen.

Keystone/gaetan Bally

So will das Parlament die Finanzen aufbessern: Die zuständige Verkehrskommission des Nationalrats will nun handeln und fehlende Gebührenzahlungen eintreiben. Mit einem Vorstoss soll der Bundesrat beauftragt werden, die Finanzierung von Skyguide nachhaltig zu sichern – und das, ohne die Bundeskasse noch mehr zu belasten.

Dieser Grundsatz gilt bei der Finanzierung: Wer vom Flugbetrieb profitiert, zahlt dafür. Das sind die Airlines, die Flughäfen und letztendlich die Passagiere. Der Luftraum in der Schweiz und im angrenzenden Ausland ist komplex und wird intensiv genutzt. Skyguide steuert den dichten Verkehr, dafür erhält das Unternehmen Abgeltungen der Fluggesellschaften.

Darum bereitet Deutschland Sorgen: Die Abgeltungen der Fluggesellschaften werden nicht an die Schweiz weitergegeben. Berlin will nicht zahlen, weil das Schweizer Parlament einen entsprechenden Vertrag mit dem Nachbarland abgelehnt hat. Der Bund springt ein, mit Steuergeldern. Für die Verkehrspolitiker ist das unfair, deshalb soll der Bundesrat zu Verhandlungen mit Deutschland verpflichtet werden. Mit einem Abkommen müsste Deutschland die Einnahmen für die Leistungen der Skyguide im deutschen Raum an die Schweiz abgeben.

Ist es Aufgabe des Bundes, Kosten zu übernehmen, oder sollte man es besser über die Benutzer finanzieren?

So könnte ein längerfristiger Plan aussehen: Mitte-Nationalrat Simon Stadler fragt sich: «Ist es Aufgabe des Bundes, Kosten zu übernehmen, oder sollte man es besser über die Benutzer finanzieren?», so der Finanz- und Verkehrspolitiker. Er kann sich verschiedene Lösungen vorstellen – etwa eine Mini-Flugabgabe. So würden die Bundesbeiträge künftig von den Passagieren geleistet. «Wenn jeder Passagier drei Franken zahlen würde, würde der Bundeshaushalt um 120 Millionen entlastet», sagt er.

Skyguide zu Vorschlägen der Verkehrspolitiker

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Bei Skyguide will CEO Peter Merz die Vorschläge der Verkehrskommission nicht im Detail kommentieren. Er äussere sich nicht zu politischen Vorgängen. Aber er sei natürlich froh um alles, das dazu beitrage, Skyguide auf eine stabile, finanzielle Grundlage zu stellen. «All das begrüsse ich natürlich», so Peter Merz.

Dass der Bund die Skyguide nicht mehr unterstützen muss, sei sehr wichtig, so der Urner Nationalrat. Weil das Geld dringend für die Finanzierung von Sicherheit und AHV gebraucht werde.

So fällt die Kritik an den Plänen aus: Ob die Ideen der Verkehrspolitikerinnen und ‑politiker ankommen, bleibt offen. Selbst die Kommission lehnt knapp die Hälfte den Vorstoss ab. Skyguide solle zuerst ihre Hausaufgaben machen und ihre Restrukturierung umsetzen, findet Pilot und Kommissionspräsident Thomas Hurter von der SVP. Auch er kritisiert die fehlenden Zahlungen aus Deutschland: «Aktuell ist es so, dass diese Leistung die Schweiz erbringt, die Airlines dafür bezahlen und dieses Geld aber von Deutschland eingesackt und nicht an die Schweiz übergeben wird.»

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SRF 4 News, 13.7.2026, 17.30 Uhr;liea