WDR-Analyse zum Deutschlandticket-Preis: Warum das Ticket wahrscheinlich vier Euro teurer wird
Gestiegene Personalkosten, deutlich angezogene Dieselpreise, und eingefrorene Zuschüsse von Bund und Ländern: Der Preis des Deutschlandtickets wird ab 1.1.2027 vermutlich um 6,1 Prozent steigen, auf dann 66,80 ...
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Gestiegene Personalkosten, deutlich angezogene Dieselpreise, und eingefrorene Zuschüsse von Bund und Ländern: Der Preis des Deutschlandtickets wird ab 1.1.2027 vermutlich um 6,1 Prozent steigen, auf dann 66,80 Euro.
Bereits Anfang August hatten sowohl der Tagesspiegel, als auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Berechnung zum Preis des Deutschlandtickets 2027 veröffentlicht. Die Berechnung der DUH haben wir überprüft, nachgerechnet und mit neuen Daten ergänzt.
Diese Zahl ergibt sich aus einer Formel, die die Verkehrsminister der Länder im Frühjahr festgelegt haben. Auf Basis der Formel hat der WDR den neuen Preis berechnet. Er wird durch steigende Energiepreise beeinflusst - die den Preis gerade im Juli noch einmal kräftig nach oben gezogen haben.
In den vergangenen Jahren hatten die Verkehrsminister der Länder den Preis noch per Beschluss festgelegt: Auf 58 Euro für 2025 und 63 Euro in diesem Jahr. Ab 2027 soll das erste Mal ein Automatismus gelten, der die verschiedenen Interessen von Bund, Ländern und Verkehrsbetrieben berücksichtigt. Letzteren soll ein Ausgleich für gestiegene Kosten zugesprochen werden.
Die Förderung durch Bund und Länder ist per Gesetz auf rund drei Milliarden Euro festgeschrieben, nimmt also bei steigender Inflation anteilig immer stärker ab: Das ist so gewollt, weil die Kosten des Deutschlandtickets nach und nach stärker auf die Kundinnen und Kunden verlagert werden sollen.
Der entscheidendere Faktor für ein teureres Deutschlandticket sind die steigenden Preise: Nach einem Schlüssel, den die Verkehrsminister festgeschrieben haben, werden sie aus Tarifabschlüssen und Erhebungen der Statistikbehörde Destatis aufaddiert. Für das kommende Jahr summiert sich das auf eine Steigerung um 4,5 Prozent.
Einen erheblichen Bestandteil daran haben in diesem Jahr die Dieselpreise, die im Sommer noch einmal kräftig angezogen haben. Das passierte vor allem Juli. In der Berechnung der Deutschen Umwelthilfe, wurden die Energiepreise für Juli noch ausgespart, weil sie noch nicht vorlagen. Deshalb ging die DUH noch von 40 Cent weniger aus, als die WDR-Berechnungen.
Die Formel der Verkehrsministerkonferenz berücksichtigt einen Kostenfaktor K und einen Wertfaktor W. Die Berechnung des Kostenfaktors ist einfach: Was Personal, Busse, Bahnen und Straßenbahnen kosten wird erfasst. Dazu kommen die Preise für Diesel und Strom. Diese Kosten werden mit einem Anteil von 4,5 Prozent eingerechnet.
Der Wertfaktor berechnet sich aus den Kompensationszahlungen von Bund und Ländern - gesetzlich festgeschrieben auf rund 3 Milliarden netto im Jahr - geteilt durch die Umsätze durch verkaufte Deutschlandtickets im vergangenen Jahr. Diese Zahlen hat die Monitoring-Firma D-TIX, die von den Verkehrsministern mit der Festlegung des neuen Preises beauftragt ist; sie lassen sich aber aus einer Evaluations-Studie zum Deutschlandticket herauslesen, die das Bundesumweltministerium im Mai veröffentlicht hat.