Hitze im Zoo: Die Kühltricks von Truthahngeiern, Tigern und Flamingos

Mit Eisbomben, zusätzlichen Trinkstellen, Bademöglichkeiten und vielen verschiedenen Schattenplätzen kühlen sich die Tiere im Walter Zoo ab. Truthahngeier haben ihre eigene Technik.

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Hitze im Zoo: Die Kühltricks von Truthahngeiern, Tigern und Flamingos

Publiziert16. Juli 2026, 18:46

Hitzetricks der TiereDieser Vogel kühlt sich mit dem eigenen Kot ab

Mit Eisbomben, zusätzlichen Trinkstellen, Bademöglichkeiten und vielen verschiedenen Schattenplätzen kühlen sich die Tiere im Walter Zoo ab. Truthahngeier haben ihre eigene Technik.

Darum gehts

  • Im Walter Zoo bei Gossau SG kühlen Tierpfleger die Tiere mit Eisbomben, Trinkstellen, Bademöglichkeiten und Schattenplätzen.
  • Der Truthahngeier hat eine besondere Methode: Er kotet sich zur Abkühlung über die eigenen Beine.
  • Amurtiger und kleine Pandas leiden am meisten unter der Hitze und ziehen sich in kühle Innenbereiche zurück.

Im Walter Zoo helfen die Tierpflegerinnen und Tierpfleger den Tieren mit gefrorenem Futter, sogenannten Eisbomben, dabei, sich abzukühlen. Wie Elia Heule, Leiter Zoologie und Artenschutz und Mitglied der Geschäftsleitung im Walter Zoo, mitteilt, wird von Gemüse bis hin zu Blut für die Tiger alles Mögliche eingefroren. Mit der eingefrorenen Nahrung haben die Tiere zugleich auch eine Beschäftigung und können sich ihr Futter erarbeiten.

Die Tricks der Tiere

Tiere kühlen bei heissen Temperaturen ihren Körper ganz unterschiedlich ab. «Die Esel und Kaninchen können ihre langen Ohren stark durchbluten, um Wärme abzugeben», so Elia Heule gegenüber 20 Minuten.

Die Kleinen Pandas ziehen sich bei Hitze zurück.

Die Kleinen Pandas ziehen sich bei Hitze zurück.Walter Zoo

Koten für Abkühlung

Primaten und Kamele sind einige der wenigen Tiere, die bei zu hoher Körpertemperatur schwitzen können. Vögel und Raubtiere hecheln. Katzen- und hundeartige Raubtiere können nur über die Pfoten schwitzen. Der Truthahngeier hat seine ganz eigene, spezielle Art, wie er sich abkühlt. «Der Truthahngeier kotet sich zur Kühlung über seine eigenen Beine», so Elia Heule.

Gegen Sonnenbrand sind die meisten Tiere durch ihr Fell gut geschützt.  «Je behaarter das Tier und je dunkler die Haut, desto besser», so Elia Heule.

Wusstest du, dass viele Tiere nicht richtig schwitzen können?

Ja, klar.

Naja, ich habe es vermutet.

Nein, das habe ich noch nie gehört.

Kühle Orte und genügend Wasser

«Tiere exponieren sich der Hitze nicht fahrlässig, sondern reduzieren die Aktivität und verschieben diese in die kühleren Morgen- und Abendstunden. In der Mittagszeit ziehen sie sich an kühle Orte zurück», sagt Elia Heule. Junge und alte Tiere seien jedoch anfälliger für Hitze, weil sie sich eher exponieren. Der Walter Zoo hat deswegen in den Tieranlagen zusätzliche Wasserstellen zum Trinken und zum Baden sowie Schattenplätze eingerichtet.

Der Amurtiger lebt in den kalten Regionen Asiens. Deswegen sind eine Bademöglichkeit und genügend Schattenplätze wichtig für ihn.

Der Amurtiger lebt in den kalten Regionen Asiens. Deswegen sind eine Bademöglichkeit und genügend Schattenplätze wichtig für ihn.Walter Zoo

Am wenigsten können die Amurtiger und die Kleinen Pandas mit der aktuellen Hitzelage umgehen. Sie sind in den kalten Regionen Asiens zu Hause, deswegen ziehen sie sich an den momentan heissen Tagen oftmals in die kühlen Innenbereiche zurück.

Ohren wie ein Fächer

Auch im Zoo Basel beschäftigt man sich mit der Hitze und widmet dem Thema einen Blogbeitrag. Ein Beispiel sind die Elefanten: Sie haben keine Schweissdrüsen. «Dafür sind ihre Ohren gut durchblutet. Um nicht zu überhitzen, wedeln Elefanten mit ihren grossen Ohren und geben so Körperwärme an die Umgebung ab», heisst es im Blog. Hier ein paar Eindrücke, wie Tiere im Zoo Basel mit der Hitze umgehen:

Andere Tiere lieben die Hitze

Es gibt auch Tiere, welche die Hitze mögen: «Wärmeliebende Reptilien wie die Kleinasiatische Bergotter, Schildkröten oder die Mauer- und Zauneidechsen verbringen heisse Tage ausgiebig sonnenbadend am Teichrand oder auf Steinen», teilte der Tierpark Dählhölzli in Bern mit.

Jeremias Büchel (jeb) arbeitet seit 2015 im Ressort Ostschweiz in St. Gallen und ist seit 2026 als Korrespondent tätig.

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