Niedriger Rheinpegel bremst die Wirtschaft aus: Diskussion um Vertiefung des Rheins

69 Zentimeter zeigt der Pegel am Mittag in Köln. Das ist zwar knapp über dem Tiefstand vom Wochenende, aber wohl nur eine kleine Erholung. Die Meteorologen erwarten weiter viel Sonnenschein und kaum Niederschla...

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Niedriger Rheinpegel bremst die Wirtschaft aus: Diskussion um Vertiefung des Rheins

69 Zentimeter zeigt der Pegel am Mittag in Köln. Das ist zwar knapp über dem Tiefstand vom Wochenende, aber wohl nur eine kleine Erholung. Die Meteorologen erwarten weiter viel Sonnenschein und kaum Niederschlag. Eine Wende ist also nicht in Sicht.

Dass die Schifffahrt im Rhein trotzdem weiterläuft liegt daran, dass die Fahrrinne wesentlich tiefer als diese 69 Zentimeter ist. Allerdings können Schiffe teilweise nur noch zu einem Fünftel beladen werden. Es müssen also wesentlich mehr Schiffe eingesetzt werden, um dieselbe Menge zu transportieren. Das macht Transporte teurer. Zudem kann der Fluss nicht mehr in der gesamten Breite befahren werden.

"Das Niedrigwasser dürfte rund 0,2 Prozent Wachstum in diesem Jahr kosten." Mona Neubaur, NRW-Wirtschaftsministerin (Grüne)

"Weniger Ladung auf den Schiffen macht Transporte teurer - das spüren wir am Ende bei Sprit- und Baustoffpreisen. Hitzeschäden an Straßen und Schienen bedeuten Ausfälle im Alltag", sagt Neubaur. Sie fordert mehr Maßnahmen zur Klimaanpassung. Das schütze Arbeitsplätze, halte Preise stabil und sichere die Versorgung.

IHK: Zu wenig Geld für Wasserstraßen

Die aktuellen Tiefstände sorgen auch dafür, dass aus der Wirtschaft Forderungen nach einer Vertiefung des Rheins kommen. Ocke Hamann von der IHK Duisburg kritisiert, dass die Wasserstraßen vom Bund vergessen werden: "Für kommendes Jahr sind 1,7 Milliarden Euro eingeplant, der Bedarf liegt bei 2,5 Milliarden Euro. Seit Jahren ist die Wasserstraße finanziell unterversorgt und hat keine verlässliche Finanzierung."

Hamann ist sich da mit dem grünen NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer einig. "Wir haben einen Bereich, der fertig geplant ist, da könnte morgen mit dem Bau begonnen werden", sagte Krischer im ZDF-Morgenmagazin: "Da fehlen nur die Mittel des Bundes." Dieses seien aus für ihn unerfindlichen Gründen im vergangenen Jahr gestrichen worden. Die Maßnahmen zur Fahrrinnen-Optimierung im Rhein würden in der aktuellen Niedrigwasser-Situation erheblich helfen.