Drei Tage Party: Stadtfest in Zweibrücken – mehr als 100.000 Besucher strömen in die City (Fotos)
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Drei Tage Party Stadtfest in Zweibrücken – mehr als 100.000 Besucher strömen in die City (Fotos)
Zweibrücken · Ein gelungenes Stadtfest in Zweibrücken: Drei Tage waren Tausende Menschen unterwegs. Sogar der Streit aus dem Vorjahr über zu laute Techno-Musik sei beigelegt worden.
27.07.2026 , 06:29 Uhr
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Stadtfest Zweibrücken 2026
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Foto: Sebastian Dingler
Rundgang über das Stadtfest in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) am Freitagabend: Los geht’s nach dem Eröffnungs-Kofferquiz auf das Riesenrad am Schlossplatz. Dort schaut man auf die Dächer der Stadt und hat einen tollen Blick auf Alexanderskirche, Karlskirche und die Heilig-Kreuz-Kirche. Wer’s noch nicht gemacht hat, sollte es sich fürs nächste Jahr vornehmen!
Schon zum Stadtfest-Auftakt füllen sich die Straßen in Zweibrücken mit Besuchern
Wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, geht’s zur Bühne auf dem Hallplatz. Dort hat sich Gitarrist Endi Caspar einiges vorgenommen: Spielt er doch am Stück mit den Formationen MarTINA Extra 3 und der Police-Tributeband Roxanne am Stück. Bei der Coverband MarTINA Extra 3 sitzt Caspars Frau Melanie am Cajon, Kern der Band sind allerdings Sängerin Tina Skolik und Bassist Martin Müller. Man darf gespannt, wie es Caspar am Ende des Abends geht.
So lange füllt sich die Fußgängerzone mit immer mehr Menschen. Viele verweilen auf dem Herzogplatz, wo mit Krachleder eine Stammgast-Formation der vergangenen Stadtfest-Jahre den gesamten Abend bestreitet. Die siebenköpfige Partyband spielt alles, was ihren Fans gefällt: das geht vom Pfalzlied der „Anonymen Gitarristen“ über Scooter bis zu einem Pur-Medley.
Vor der umstrittenen „Technobühne“ haben sich bislang noch wenige Leute eingefunden. Bildet man es sich nur ein, oder ist es dieses Jahr doch ein wenig leiser, nachdem es 2025 ja Ärger mit Anwohnern gegeben hatte?
Rock auf der Irish-Folk-Bühne
Die Eventfirma Festlicht (bekannt als Betreiberin der Festhalle) ist dieses Jahr auf dem Stadtfest mit ihrer Sommer-Lounge nicht auf dem Alexanderplatz vertreten, sondern hat den Stand in der Gutenbergstraße aufgebaut. Das ermöglicht den Machern um Dirk Matheis, ein eigenes Musikprogramm zu fahren – was wie die Technobühne den sieben im Stadtfestprogramm aufgeführten Bühnen noch hinzuzurechnen ist. Engagiert haben sie dafür DJ Didi, der schon mit seinem Äußeren imponiert: Bart, Glatze und Spiegelbrille sind das eine. Dazu kommt aber noch eine tätowierte Linie in der Mitte des Kopfes – das macht schon was her. Die Tanzfläche ist auch schnell gefüllt bei Didis coolem Ibiza-Sound.
Die Zweibrücker Band Catweazle hat ein recht rockiges Programm dabei, zumindest wenn man bedenkt, dass sie auf der „Gasthaus Sutter – Irish Folk Bühne“ an der Heilig-Kreuz-Bühne auftritt. „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ schmettert Sänger Thomas Müller ins Mikrofon, ehe sogar einen Besuch im Publikum wagt. Mit Folk hat das wenig zu tun, beim Publikum kommt’s aber gut an.
Hier kamen zunächst nur wenige Besucher vorbei
Komischerweise ist die neu geschaffene Unplugged-Bühne in der Poststraße am Freitag nur schwach besucht. An der Qualität der Lauterer Akustik-Band Dressinger liegt es nicht, die spielt gut. Vielleicht kennen zu wenige Leute das Trio, vielleicht liegt die Bühne zu weit weg vom Strom der Besucher in der legendären „Stadtfest-Meile“ Hauptstraße.
Später am Abend füllt sich der Techno-Stand am Goetheplatz noch mit ein paar Ravern. Das ist aber kein Vergleich zu dem, was in der Vertiefung des Alexanderplatzes los ist. DJ Elias ist auch ordentlich laut – und beschallt tatsächlich einige Wohnungen gegenüber. Bislang hat man von Beschwerden dieser Bewohner aber nichts gehört. Jedenfalls zieht DJ Elias vor allem viele junge Leute an. Die feiern dort ab zu Hits wie „Monster“.
Weniger Beschallung auf dem zentralen Schlossplatz
Der Schlossplatz ist in diesem Jahr ganz ohne nennenswerte Beschallung. Hier erfreuen sich vor allem Kinder am Kirmes-Programm. Aber es sitzen hier auch viele Leute, die sich einfach unterhalten wollen. Hier ist also der neue Ruhepol des Stadtfests.
Zurück zum Hallplatz: Endi Caspar ist jetzt in die Rolle von Police-Gitarrist Andy Summers geschlüpft. Selbst bei der Zugabe, „I Can’t Stand Losing You“ ist er noch mit Hingabe dabei. Hinterher sagt er, dass er sogar noch weiterspielen könnte. „Ich frag jetzt mal Krachleder, ob sie noch ein Gitarrensolo brauchen“, scherzt er. „Wenn ich aber nachher heimkomme, falle ich wahrscheinlich in Ohnmacht.“
Disco-Sound zu recht früher Zeit
Der Samstag beginnt auf dem Herzogplatz eher ruhig. Dort treten zum letzten Mal bei einem Stadtfest Pepe Pirmann und Markus Wille als The Red Couch auf – zum Ende des Jahres will das Duo aufhören. Irgendwie verlieren sich die beiden ein wenig auf der riesigen Bühne, ebenso ergeht es ihren Fans auf dem großen Platz.
Auf dem Hallplatz steht die Band Undercover auf der Bühne und macht richtig guten Disco-Sound – allerdings ist die Resonanz auf diese Art Musik um diese Uhrzeit noch überschaubar.
Wettkampf zwischen Akustik-Band und Techno-Klängen
Stimmiger ist da der Auftritt von Gitarrist und Sänger Dirk Nelly Brill auf der Unplugged-Bühne in der Poststraße. Im Gegensatz zu Dressinger am Vortag hat er eine große Menge an Leuten angelockt. Dass er diese Bühne fast fünf Stunden lang alleine bespielt, sei für ihn ganz normal gewesen, meint er hinterher. „Ich komme aus der Irish-Pub-Szene und bin das gewohnt.“ Wetter und Stimmung hätten für ihn gepasst, trotz der „suboptimalen Uhrzeit“.
Interessant ist, inwieweit die Technobühne auf der nahegelegenen Heilig-Kreuz-Bühne zu hören ist. Schließlich stehen da mit „Der Band“ und „Slievemore“ zwei eher leise und akustisch spielende Formationen auf der Bühne. Bei Slievemore sind die Meinungen geteilt. Während einer der Musiker sagt, er habe manchmal gedacht, da spiele doch einer Bass, obwohl gar keiner da ist, meint der andere, die Techno-Musik störe ihn überhaupt nicht. Offenbar war die mit der Stadt ausgehandelte Drehung der Lautsprechanlage Richtung Gestüt eine gute Idee.
Beschwerdeführer aus dem Vorjahr gibt sich versöhnlich
Am Sonntag erreicht die Redaktion eine E-Mail des 2025er-Beschwerdeführers Heinz Germann, der sich ausdrücklich beim Kulturamt bedankt, dass es gelungen sei, „die tatsächliche Belästigung durch eine musikalische Darbietung auf ein Mindestmaß zu reduzieren“, die Drehung „führte zu einer erheblichen Verbesserung für die Anwohner der Gutenberg-/Rosengartenstraße auf eine „stadtfestgerechte Geräuschkulisse“. Und Germann macht den Frieden perfekt: „Mein besonderer Dank gilt auch dem Veranstalter, der zu jeder Phase des Dissens’ gesellschaftliche Normen wahrte. Auf viele weitere Stadtfeste!“
Hier scheint also eine Baustelle des Stadtfestes geschlossen worden zu sein. Der gute Zuspruch für die Technobühne in den späten Abendstunden ist auch ein Argument für den Erhalt dieses Angebotes in den kommenden Jahren.
Wer Metallica-Klänge über sich ergehen lässt
Wo findet man eigentlich den Oberbürgermeister beim Stadtfest? Beispielsweise bei der Rockbühne, und zwar beim Auftritt der Metallica-Tributeband Metakilla. Die bekommt ein Lob von Marold Wosnitza, offenbar aus berufenem Munde: Das Original, also Metallica selber, habe er schon häufig live gesehen.
Auf der Hallplatzbühne wagt „Generation eX“-Sängerin Nadine ein sexy Outfit. Die Band rockt, was das Zeug hält, und kommt damit sehr gut beim Publikum an. Natürlich ist auch auf dem Herzogplatz eine Bombenstimmung: Da spielt die Partyband Firma Holunder einen Sommerhit nach dem anderen. In den Pausen kommt dann Ballermann-Sängerin Gime Z auf die Bühne und bringt etwas Mallorca-Feeling auf den großen Platz. „Wer von euch war schon am Ballermann?“, fragt sie die Menge. Und: „Wer von euch hat die Lampen an?“ Den passenden Ballermann-Song liefert sie gleich hinterher - das sorgt für Euphorie bis in die letzten Reihen.
Veranstalter zu den Besucherzahlen in Zweibrücken
Als am Sonntag Stadtfest-Organisator Thilo Huble und Ordnungsamtsleiter Thomas Deller zusammentreffen, können sie eine erfreuliche Bilanz abgeben. „Wir hatten einen starken Freitag, einen noch stärkeren Samstag, und jetzt am Sonntag ist es auch schon wieder voll. Sicherlich haben wir die 100.000 erhofften Besucher weit überschritten“, so Huble.
Klar, das Stadtfest ist immer sehr vom Wetter abhängig – und das war in diesem Jahr ideal. Aber auch das Programm stimmte und die kleinen Veränderungen bei Technobühne und Sommer-Lounge haben offensichtlich funktioniert.