Drohnen im Team: Airbus automatisiert ganze Missionen
Airbus hat auf der ILA Berlin zwei Drohnen eine gemeinsame Mission weitgehend selbstständig ausführen lassen. Statt jedes Fluggerät einzeln zu steuern, gibt ein Bediener nur noch das Ziel vor. Die Technik könnt...
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Airbus hat auf der ILA Berlin zwei Drohnen eine gemeinsame Mission weitgehend selbstständig ausführen lassen. Statt jedes Fluggerät einzeln zu steuern, gibt ein Bediener nur noch das Ziel vor. Die Technik könnte später auch Inspektionen, Katastrophenschutz und Transporte vereinfachen.
Ein Bediener für mehrere Drohnen
Bislang benötigt eine größere Drohnenmission meist mehrere Bediener. Jede Drohne muss gesteuert, ihre Nutzlast kontrolliert und ihr Kamerabild überwacht werden. Mit zunehmender Zahl der Fluggeräte wächst dadurch auch der Personalbedarf.
Airbus will diesen Zusammenhang mit seiner Software MARS Autonomy aufbrechen. Bei einer Vorführung auf der ILA Berlin flogen zwei Drohnen des Typs Primoco One 150 gemeinsam und weitgehend autonom. Der Bediener musste nicht mehr jeden einzelnen Flugweg vorgeben, sondern definierte eine übergeordnete Aufgabe.
Die Software verteilte anschließend Teilaufgaben auf die beiden Fluggeräte, plante Routen und passte diese während der Mission an. Erkennt eine Drohne ein relevantes Objekt oder Hindernis, können die Informationen direkt mit den übrigen Teilnehmern geteilt werden.
Airbus vergleicht das Prinzip mit einer Fußballmannschaft: Der Trainer gibt das Ziel und die Regeln vor, muss den Spielern aber nicht jede einzelne Bewegung diktieren. Aus klassischen Drohnenpiloten sollen dadurch eher Missionsmanager werden, die mehrere Fluggeräte gleichzeitig beaufsichtigen.

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Inspektionen könnten schneller werden
Ein solches System dient auch zivilen Einsätzen. Bei der Inspektion langer Stromleitungen, Bahnstrecken, Pipelines oder Windparks könnten mehrere Drohnen unterschiedliche Abschnitte gleichzeitig übernehmen. Entdeckt ein Fluggerät eine Auffälligkeit, könnte eine zweite Drohne automatisch näher heranfliegen oder zusätzliche Aufnahmen anfertigen.
Auch nach Überschwemmungen, Waldbränden oder Erdbeben wäre eine gemeinsame Aufgabenverteilung denkbar. Ein Drohnenteam könnte ein größeres Gebiet absuchen, Wärmebilder erstellen, beschädigte Wege erkennen und Informationen zu einer gemeinsamen Lagekarte zusammenführen.
Bei Such- und Rettungseinsätzen müsste ein Bediener nicht mehr mehrere Kamerabilder und Flugrouten parallel koordinieren. Stattdessen könnte er lediglich das Suchgebiet und die Prioritäten festlegen. Die Software würde die Fläche anschließend unter den verfügbaren Drohnen aufteilen.
Airbus nennt außerdem autonome Frachtlogistik als mögliches Einsatzfeld. Mehrere Drohnen könnten beispielsweise Medikamente, Ersatzteile oder Messgeräte an unterschiedliche Zielorte transportieren und ihre Routen untereinander abstimmen.
Menschen behalten die Kontrolle
Vollständig selbstständig sollen die Fluggeräte dennoch nicht handeln. Airbus spricht von einer bedeutenden menschlichen Kontrolle. Die Software darf nicht kritische Aufgaben eigenständig erledigen und Vorschläge unterbreiten, sensible Entscheidungen sollen jedoch weiterhin von einem Menschen bestätigt werden.
Zu den automatisierten Funktionen gehören die Verteilung von Aufgaben, die Flugwegplanung, das Umfliegen von Hindernissen sowie die Zusammenführung von Kamera- und Sensordaten. Fällt eine Drohne aus oder ändern sich die Bedingungen, kann das System die Mission neu planen und Aufgaben auf andere Fluggeräte übertragen.
Die MARS-Software ist laut Airbus nicht an einen bestimmten Drohnentyp gebunden. Sie soll sich deshalb sowohl in eigene als auch in Systeme anderer Hersteller integrieren lassen. Die erste operative Nutzung auf Primoco-Drohnen ist noch für 2026 geplant.
Entwickelt wird die Technik derzeit vor allem für militärische Anwendungen. Die grundlegenden Funktionen könnten langfristig aber ebenso zivilen Drohnenteams helfen, größere Gebiete mit weniger Personal zu überwachen, zu vermessen oder zu versorgen.