Ein bedeutendes Moor für das Ökosystem: Gemeinde will XXL-Fläche wieder vernässen

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Ein bedeutendes Moor für das Ökosystem: Gemeinde will XXL-Fläche wieder vernässen

Stand: 01.08.2026, 18:44 Uhr

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Wichtiger Beitrag für den Natur- und Klimaschutz: Eine 6,2 Hektar große Hochmoorfläche in den Loisach-Kochelsee-Mooren wurde wiedervernässt.

Moore sind wichtig für ein funktionierendes Ökosystem: So wie diese Fläche in den Loisach-Kochelsee-Mooren soll auch ein gemeindliches Areal im Königsdorfer Weidfilz wieder vernässt werden. © Sebastian Frölich

Das Moor im Weidfilz wird wieder vernässt. In 90 Jahren ist der Torfkörper des Hochmoors um 70 Zentimeter geschrumpft.

Königsdorf – Das Bayerische Umweltministerium stufte das 250 Hektar große Areal als landesweit bedeutsames Moorgebiet ein. Nun stellte die Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) im Gemeinderat einen Antrag auf Wiedervernässung für gemeindliche Grundstücke im Weidfilz.

Es geht um die Landschaft: Weidfilz wird wiedervernässt

LBV-Kreisgeschäftsstellenleiterin Sabine Tappertzhofen und Landschaftsplaner Manfred Kienberger wiesen in ihrem Vortrag auf die Notwendigkeit der Renaturierungsmaßnahmen hin. „Es geht um Landschafts-, Arten-, Klima-, Hochwasser- und Brandschutz“, erklärte Tappertzhofen. Drei große Torfstiche, die bis 50 Meter breit sind, und ein flächiges Schlitzgrabensystem prägen das Hochmoor. In Teilbereichen hat die Bewaldung durch die Austrocknung und Mineralisierung jedoch stark zugenommen. „Der Torfkörper ist in 90 Jahren um etwa 70 Zentimeter geschrumpft“, berichtete Tappertzhofen.

Das Königsdorfer Weidfilz

Die Moore um Königsdorf zählen zu den größten Hochmoorkomplexen der gesamten schwäbisch-bayerischen Hochebene. Das Weidfilz mit heute rund 250 Hektar stellt dabei das größte Stammbeckenmoor des Isargletschers dar und wird aufgrund dieser Flächenausdehnung als landesweit bedeutsames Moorgebiet eingestuft. Es liegt westlich von Königsdorf im Zentrum der sogenannten Tölzer Moorachse. An dieser durchgehenden Achse bündeln sich die größten Moore des Landkreises auf einer Länge von rund 30 Kilometern vom Kochelsee im Süden über das Königsdorfer Becken bis nach Deining im Norden.

Um den Torfverlust zu stoppen und den Kohlenstoffspeicher des Hochmoores zu schützen, führt der LBV seit Jahren Renaturierungsmaßnahmen durch. Dazu wird jedoch das Einverständnis der jeweiligen Grundbesitzer benötigt. „Wir haben bisher die schriftliche Einwilligung von acht Eigentümern und die mündlichen Zusagen von drei Eigentümern“, versicherte die LBV-Geschäftsstellenleiterin. Vier Personen lehnten eine Zusammenarbeit rigoros ab. Laut Manfred Kienberger gehe es vor allem darum, Entwässerungsgräben und Schlitzgräben mit Torfpfropfen zu verschließen. So könne der Wasserstand angehoben werden. Betroffen davon sind auch Grundstücke, die der Gemeinde gehören.

Ein bedeutendes Moor für das Ökosystem: Gemeinde will XXL-Fläche wieder vernässen

Georg Stöckl (UBL) sorgte sich um die Befahrbarkeit der nahegelegenen Staatsstraße 2064. „Je höher der Wasserstand im Moor, desto besser für die Straße“, entgegnete Kienberger. Elke Maurus-Goymann (Grüne) plädierte ohne Wenn und Aber für die Maßnahmen. „Die Moorrenanturierung ist überall ein Erfolgsmodell“, betonte sie. Lorenz Gerold (UBL) dachte an die Gefahr von Waldbränden, die sich durch ausgetrocknete Böden weiter erhöhen würde. „Hier sitzen einige Feuerwehrler im Gemeinderat: Bitte stimmt dafür“, appellierte er. Skeptisch zeigten sich dagegen sich Josef Günthner (Freie Wähler), Alois Rust und Michael Hipp (jeweils CSU). Sie befürchten, dass die Eingriffe auch auf benachbarte Grundstücke Auswirkungen haben und dort womöglich Schäden verursachen könnten. Bürgermeister Rainer Kopnicky erkundigte sich nach Ökopunkten, die der Gemeinde eventuell gutgeschrieben werden könnten. Kienberger verwies auf die bereits vorhandene staatliche Förderung. Eventuelle Ökopunkte und Zuschüsse seien daher von der Gemeinde zu beantragen.

Am Ende stimmte eine klare Mehrheit für eine Wiedervernässung der gemeindlichen Grundstücke und befürwortete das wasserrechtliche Verfahren. Im Beschluss wurde zudem der Hinweis aufgenommen, dass die Maßnahmen keine Auswirkungen auf eine ehemalige Hausmülldeponie und die Nachbargrundstücke haben dürfen. Dagegen votierten Josef Günthner, Alois Rust und Michael Hipp.