Eintracht Frankfurt sortiert aus: Ebimbe, Nkounkou und vier weitere Profis müssen gehen

Trainer Adi Hütter hat beim Trainingsauftakt fünf Spieler aus dem Mannschaftstraining ausgeschlossen. Sie trainierten isoliert auf einem Nebenplatz – ohne Leibchen, ohne Zukunft beim Verein.

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Eintracht Frankfurt sortiert aus: Ebimbe, Nkounkou und vier weitere Profis müssen gehen

Stand: 14.07.2026, 13:46 Uhr

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Frankfurter Trainingsgruppe 2 im Gleichschritt: Junior Dina Ebimbe, Jessic Ngankam, Michy Batshuayi, Niels Nkounkou und Noel Futkeu (von links).Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Trainingsstart Saison 2026/2027

Frankfurter Trainingsgruppe 2 im Gleichschritt: Junior Dina Ebimbe, Jessic Ngankam, Michy Batshuayi, Niels Nkounkou und Noel Futkeu (von links). © IMAGO/Florian Ulrich

Trainer Adi Hütter hat beim Trainingsauftakt fünf Spieler aus dem Mannschaftstraining ausgeschlossen. Sie trainierten isoliert auf einem Nebenplatz – ohne Leibchen, ohne Zukunft beim Verein.

Jede Menge glückliche Gesichter gab es beim Trainingsauftakt der Frankfurter Eintracht. Bei den Fans, weil sie ihren Lieblingen wieder aus nächster Nähe bei der Arbeit auf dem Rasen zusehen konnten. Beim Trainerstab um Rückkehrer Adi Hütter, der den freundlichen Empfang wohlwollend quittierte und die gelöste Stimmung im Stadtwald aufsaugte. Und natürlich bei den Spielern selbst, weil sie sich wieder hatten und nach vorangegangenen Leistungstests endlich der Ball im Spiel war. Da war die Freude groß, natürlich auch etwas Aufregung dabei. Nicht nur Jonathan Burkardt fühlte sich zurückversetzt an den ersten Schultag nach der Sommerpause. „Und dann hat man noch einen neuen Lehrer“, ergänzte der Stürmer lachend. Adi Hütter, seines Zeichens Fußballlehrer.

Und der hatte in der ersten Unterrichtseinheit gleich mal durchgegriffen. Zunächst durften noch alle gemeinsam ans Werk, fürs Aufwärmen und die ersten Übungen. Doch als die Leibchen für das Trainingsspielchen verteilt wurden, ging ein Quintett leer aus. Niels Nkounkou, Noel Futkeu, Jessic Ngankam, Junior Dina Ebimbe und Michy Batshuayi bildeten die Trainingsgruppe zwei, trabten auf einem angrenzenden Platz ihre Runden. Isoliert, nicht gerade fröhlich aus der Wäsche schauend. „Wir können nur zehn gegen zehn spielen lassen, da haben manche die A...karte“, sagte Hütter.

Trotzdem ist es ein deutlicher Fingerzeig. Diese fünf Profis haben in Frankfurt keine Zukunft mehr, sollten – um im Bild zu bleiben – einen Schulwechsel anstreben. Was im Übrigen auch für Elye Wahi gilt, der nach dem WM-Auftritt mit der Elfenbeinküste noch Sonderurlaub genießt. „Wir haben mit den Spielern und den Beratern klare Absprachen getroffen“, betont Hütter. „Zum Saisonstart gibt es immer Situationen, mit denen nicht alle zufrieden sind. In den nächsten zwei Wochen wird sich sicherlich einiges tun.“

Ebimbes Sinneswandel

Sechs Profis also, für die Abnehmer gefunden werden müssen. Ob das so schnell geht? Gerade bei den Leih-Rückkehrern sind Zweifel angebracht. Niels Nkounkou etwa. Die Zeit beim FC Turin verlief für den Linksverteidiger sehr durchwachsen, in der Rückrunde wurden seine Minuten deutlich weniger. Möglicher Grund: Die Eintracht verhandelte mit dem Serie-A-Klub eine sich der Leihe anschließende Kaufverpflichtung aus. Dem Vernehmen nach lag diese bei 5,5 Millionen Euro, sollte nach 15 Einsätzen greifen. Nkounkou spielte 13-mal für Turin. Bezeichnend.

Oder Landsmann Dina Ebimbe. Bei dem soll ein Sinneswandel stattgefunden haben. „Ich wünschte, ich wäre früher so professionell gewesen wie jetzt. In Brest wurde ich geheilt“, sagt der Mittelfeldspieler, der beim französischen Erstligisten auf fünf Tore in 27 Einsätzen kam. Trotz der Liebesbekundungen für Frankfurt wird die Tür für ihn hier nicht mehr aufgehen. Vielleicht ja auf Schalke? Das Interesse ist verbrieft. Die Hessen fordern aber mehr als die eine Million Euro, die sich der Aufsteiger vorstellt. Ziemlich festgefahren. Da könnte der Weg auf die finanzstärkere Insel führen, Premier-League-Aufsteiger Hull City mischt offenbar mit im Poker.

Sorgenkind Ngankam

Deutlich mehr, bestenfalls an die 20 Millionen, sollte eigentlich Wahi in die Kasse spülen. Um das kostspieligste Missverständnis der jüngeren Vergangenheit ohne größeren Verlust zu beenden. Bis vor ein paar Wochen sah das alles noch ganz gut aus: Wahi, ausgeliehen von der Eintracht an OGC Nizza, zeigte dort starke Leistungen, sprang auf den WM-Zug der Elfenbeinküste auf und stand im ersten Turnierspiel sogar in der Startformation. Doch dann geriet der 23-Jährige ins Visier der Justiz, nicht das erste Mal. Verdacht des Wettbetrugs in seiner französischen Heimat, kurzzeitige Festnahme. Immerhin: Die belastbaren Vorwürfe haben sich bislang nicht bestätigt. Und Interessenten gibt es.

Verzwickter gestaltet sich die Lage bei Jessic Ngankam, dem Dauer-Leihspieler. Bei der Berliner Hertha als Wunderkind gefeiert, seit seinem Wechsel nach Frankfurt nur noch als Sorgenkind unterwegs und von Verletzungen zurückgeworfen. Selbst beim Wolfsberger SC in der österreichischen Liga, der dritten Leihstation in zwei Jahren, blieb er glücklos. Nicht gerade die besten Voraussetzungen, um einen Abnehmer für den früheren Juniorennationalspieler zu finden.

Da stehen die Chancen bei den stürmischen Kollegen Futkeu und Batshuayi schon besser. Batshuayi (siehe weiterer Artikel) wird nach anderthalb enttäuschenden Jahren in Frankfurt seiner illustren Karriere eine weitere Station hinzufügen – die Eintracht dafür eher kleines Geld kassieren. Bei einem Transfer von Futkeu, Torschützenkönig der zweiten Liga und per Rückkaufoption aus Fürth losgeeist, soll hingegen die Kasse klingeln.

Eine unerwartete Finanzspritze hat die Eintracht übrigens von anderer Stelle erhalten. Mittelstürmer Nacho Ferri, vor einem Jahr für 1,5 Millionen Euro zum belgischen Erstligisten KVC Westerlo gewechselt, hat sich Feyenoord Rotterdam angeschlossen. Ablösesumme: neun bis zehn Millionen Euro. Etwa ein Drittel dürfte davon nach Frankfurt fließen, dank einer Weiterverkaufsbeteiligung. Das nennt man dann wohl eine Win-win-Situation.