Emily Haux spielt für Deutschland bei der U18-EM
Die 17-jährige Oberurselerin Emily Haux nimmt mit der deutschen U18-Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Stockholm teil. Ihren ersten Länderspiel-Einsatz krönte sie im April mit einem spektakulären Buzzer Beater gegen Japan.
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Stand: 06.08.2026, 17:58 Uhr
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Die 17-jährige Oberurselerin Emily Haux nimmt mit der deutschen U18-Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Stockholm teil. Ihren ersten Länderspiel-Einsatz krönte sie im April mit einem spektakulären Buzzer Beater gegen Japan.
Bad Homburg/Oberursel – Im Basketball gibt es ein zeitliches Phänomen. Wenn die Schlusssirene (englisch: Buzzer) am Ende eines Viertels, einer Halbzeit oder einer Partie ertönt, kann trotzdem noch ein Korb erzielt werden. Der Ball muss aber beim Wurf schon die Hand des Schützen verlassen haben. Wenn er dann noch in die Maschen des Rings fällt, ist der Treffer umso spektakulärer und umjubelter, vor allem, wenn er aus größerer Distanz erzielt worden ist. Buzzer Beater nennen das die Basketballer. Und mit einem solch spektakulären Treffer hat Emily Haux von den Falcons Bad Homburg sich quasi in die deutsche U18-Nationalmannschaft eingefügt. Mit dieser nimmt die 17-jährige Schülerin aus Oberursel derzeit an den Jugend-Europameisterschaften in Stockholm teil.

Jener Buzzer Beater – der Wurf übertrifft also im übertragenen Sinne das Signal – gelang der Flügelspielerin, die sich auf den Positionen drei und vier wohlfühlt, im April beim Albert-Schweitzer-Turnier in Mannheim. Während ihres ersten Länderspiels gegen Japan (61:81) versenkte das Talent aus dem Taunus einen solchen Wurf im Korb. Auch ihr erster Versuch, jenseits der Dreipunktlinie, hatte kurz zuvor gesessen. „Richtig toll“ sei das gewesen. Zumal sie im ersten Spiel noch ausgesetzt hatte und auf recht wenig Spielzeit kam. Dafür spielte sie umso effizienter. Gegen Italien waren es dann sogar sieben Punkte in sieben Minuten.
WNBL: Die Gegner von Bad Homburgs U18
Die Gruppeneinteilung für die neue Saison in der Nachwuchsbundesliga (WNBL) steht fest. Die Junior Falcons treffen in der Gruppe C auf die Basket-Girls Rhein-Neckar, SG Saar/Mosel, Rhein-Main Baskets, Talents BonnRhöndorf, USC Freiburg und die Wings Basketball Academy aus Leverkusen. Der Saisonstart ist für das von Nils Wehdemeier und Jay Brown betreute Team am 11. Oktober das Heimspiel gegen Rhein-Neckar.
„Man bekommt ja immer gesagt, wo man besser werden kann, und hat hohe Ansprüche an sich selbst. Die ersten Einsätze fürs Nationalteam haben mir gezeigt, wie weit man eigentlich schon gekommen ist und wie viel man erreicht hat. Das hat sehr gut getan und hat viel Spaß gemacht“, sagte sie
Jetzt also die EM. In Stockholm ist die deutsche Mannschaft von Bundestrainerin Janet Fowler-Michel mit einem 51:38-Erfolg gegen Tschechien gestartet. Dann wurde jedoch in der Gruppe A gegen Ungarn (56:73) und gegen Frankreich (58:65) verloren, ehe das Team im Viertelfinale das Aus gegen Finnland ereilte (56:73).
In jedem Spiel im Einsatz
Emily Haux war vor der Runde um die Plätze neun bis 16 in allen Partien auf dem Parkett, spielte zwischen sechseinhalb und elfeinhalb Minuten. Gegen Frankreich hatte die Oberstufenschülerin des Gymnasiums Oberursel ihren ersten Korb aus dem Feld erzielt, gegen Finnland kam das Falcons-Talent mit der Nummer fünf auf ihre bis dato längste Einsatzzeit und verwandelte einen von zwei Freiwürfen.
Vor dem Turnier gab sich Emily Haux sehr zufrieden. „Ich habe mich sehr dolle gefreut, nominiert worden zu sein“, sagte sie. Demut kennzeichnet ihre Aussage. Dass es hoch hinaus für sie gehen könnte, hatte die Tochter von Basketballerin Claudia Haux und Nichte der früheren Jugendnationalspielerin Kerstin Spettel (TV Hofheim) schon früh angedeutet. Schon in der Altersklasse U15 war Emily Haux – „eine geborene Falcon“, wie sie sagt – wegen ihrer starken Leistungen in Bad Homburg für das Jugendlager des Deutschen Basketball-Bundes eingeladen worden, gehörte 2024 bereits zum erweiterten EM-Kader. Weitergebracht hat sie mit Sicherheit auch, dass sie 2025 ein Auslandsjahr in North Carolina/USA absolvierte und im Mutterland des Basketballs viel Erfahrung sammelte.
Trotz ihrer jungen Jahre wird die EM-Teilnehmerin schon zum Kern des Bad Homburger Zweitliga-Kaders der nächsten Saison zählen. Mindestens genauso groß ist die Freude bei Emily Haux aber auch, dass sie weiterhin mit ihren „besten Freundinnen“ zusammenspielen kann. Fast täglich treffen sich die Talente der Falcons in der Halle – und „ohne meine Freunde wäre ich nie so weit gekommen“, betont die 17-Jährige. „Ich mag den Sport so gerne, weil man Erfolge als Team hat. Weil du Leute um dich herum hast, die dich pushen, die das gemeinsam mit dir machen.“
Wer weiß, was für sie im Basketball noch alles möglich sein wird. Vielleicht ja mal in der 1. Bundesliga spielen? „Wenn es so weit kommt, warum denn nicht?“, sagt die Oberurselerin selbstbewusst. „Ihre Entwicklung im letzten Jahr war sehr gut, das Potenzial ist noch lange nicht komplett ausgeschöpft“, lobte Teammanagerin Liz Rhein, „wir werden noch viel Freude an Emily haben.“
Alles hintanstellen, das möchte Emily Haux aber auch nicht. Nach der Schule und vor dem Studium, so hat sie es sich vorgenommen, „würde ich gerne etwas von der Welt sehen“. Und dazu muss sie den Basketball nicht zwingend in die Hand nehmen.