„Er hasst uns“ – Russen in Angst wegen neuem Ukraine-Oberbefehlshaber
StartseitePolitikStand: 24.07.2026, 13:29 UhrKommentareUns auf Google folgenDer neue Oberbefehlshaber der Ukraine, Mychajlo Drapatyj, löst in Russland Alarm aus.Kiew – Der Wechsel an der Spitze der ukrainischen...
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Stand: 24.07.2026, 13:29 Uhr
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Der neue Oberbefehlshaber der Ukraine, Mychajlo Drapatyj, löst in Russland Alarm aus.
Kiew – Der Wechsel an der Spitze der ukrainischen Armee hat in Russland spürbare Unruhe ausgelöst. Nach der Ernennung von Mychajlo Drapatyj zum neuen Oberbefehlshaber warnen russische Militärblogger vor einem Gegner, der kompromisslos agiere.
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„Er hasst uns – und zwar konsequent“, schrieb der bekannte Blogger Kirill Fedorow auf Telegram. Das bedeute, Drapatyj werde „versuchen, uns zu töten, unabhängig von moralischen Grenzen“. Die Personalentscheidung fiel nach Tagen landesweiter Proteste in der Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Drapatyj zum Nachfolger von Oleksandr Syrskyj ernannt.

Dessen Rücktritt gehörte zu den zentralen Forderungen der Demonstrierenden. Hintergrund war ein Machtkonflikt in der Militärführung, ausgelöst durch die umstrittene Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow, wie die ukrainische Zeitung Kyiv Independent zusammenfasst.
Neuer Kurs in der Militärführung
In der Ukraine wurde die Ernennung vielfach begrüßt. Soldaten und Demonstranten hofften auf einen Strategiewechsel. Ein ukrainischer Soldat sagte laut dem britischen Sender BBC, eine Rückkehr Fedorows ins Amt gemeinsam mit Drapatyj wäre „Russlands schlimmster Albtraum“.
Drapatyj gilt als erfahrener Frontoffizier. Er kämpft seit Beginn des Konflikts 2014 gegen russische und prorussische Kräfte. Damals führte er als Bataillonskommandeur eine gepanzerte Einheit in Mariupol, die eine Blockade durchbrach. Später war er an der Verteidigung der Region Charkiw beteiligt und wirkte an der Rückeroberung besetzter Gebiete im Süden mit.
Sein Aufstieg spiegelt den Kriegsverlauf wider. Vom Bataillonskommandeur arbeitete er sich über mehrere Führungspositionen bis an die Spitze der Streitkräfte vor. Vor seiner Ernennung leitete er die Landstreitkräfte und war Chef der kombinierten ukrainischen Streitkräfte.
Russische Reaktionen: Sorge und Skepsis
In Russland wird der Wechsel aufmerksam verfolgt. Militärnahe Blogger sehen in Drapatyj einen ernstzunehmenden Gegner. Der prorussische Kommentator Jurij Podoljaka hob laut der Kyiv Independent hervor, dass Drapatyj mit 43 Jahren deutlich jünger sei als sein Vorgänger Syrskyj oder der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow.
Dennoch habe er ein „tiefes Verständnis des Krieges“ entwickelt. „Das ist eine schlechte Nachricht für uns“, zitierte ihn die Zeitung. Ein General, der im Krieg aufgestiegen sei, sei ein „sehr gefährlicher Gegner“.
Andere Stimmen äußerten Zweifel an seiner politischen Zukunft. Der Blogger Alexei Semzow schrieb, Drapatyj verfolge eigene Ziele und könnte deshalb bald wieder abgesetzt werden. Gleichzeitig bewertete er den Rücktritt Syrskyjs als Nachteil für Russland.
Auch in sozialen Netzwerken kursieren warnende Stimmen. Einige Nutzer erwarten eine Verschärfung der Kämpfe. Ein Kommentar lautete: „Jetzt wird es zu Armageddon.“
Symbolfigur für eine neue Generation
Drapatyj steht für eine jüngere Generation ukrainischer Militärs, die ihre gesamte Laufbahn im Krieg verbracht hat. Seine Ernennung signalisiert einen möglichen Strategiewechsel – weg von etablierten Strukturen hin zu pragmatischer, kampferprobter Führung.
Die Reaktionen aus Russland zeigen vor allem eines: Der Personalwechsel wird dort ernst genommen. Der Kreml reagierte unterdessen demonstrativ gelassen. Putin-Sprecher Peskow sagte, die Entlassung des Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte, Olexandr Syrskyj, zeige, dass das „Kiewer Regime mit inneren Unruhen konfrontiert ist“.
Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen den vom russischen Präsidenten Wladimir Putin befohlenen Angriffskrieg. Quellen: BBC, Kyiv Independent, nif/red.