Earth Overshoot Day 2026: Warum der Erdüberlastungstag sechs Tage später ist als 2025
Ab dem heutigen Dienstag hat die Menschheit so viele natürliche Ressourcen aufgebraucht, wie der Planet erneuern kann. Dass das Datum sechs Tage später liegt als 2025, liegt nicht an einer nachhaltigeren Lebensweise.
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Mahnung von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zum Erdüberlastungstag. „Ab heute leben wir auf Pump“, sagte Schneider der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Wir haben nur diese eine Erde, die uns Menschen versorgt, mit lebensnotwendigen Grundlagen: mit frischem Wasser, erholsamer Natur, mit Ackerland und auch mit kostbaren Rohstoffen, die wir für unsere Wirtschaft brauchen.“ Mit all dem gehe die Menschheit zu fahrlässig um.
Der Erdüberlastungstag (englisch: Earth Overshoot Day) wird jährlich vom Global Footprint Network berechnet. Er fällt in diesem Jahr auf den 30. Juli und markiert das Datum, an dem die Menschheit mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald beansprucht, als rechnerisch zur Verfügung stehen, und stößt mehr Kohlendioxid (CO₂) aus, als Wälder und Ozeane aufnehmen können.
Besonders hoch ist der ökologische Fußabdruck von Industriestaaten. Deutschland hatte seinen Anteil an den natürlichen Ressourcen in diesem Jahr schon am 10. Mai verbraucht.
Die Deutsche Umwelthilfe erklärte, der Erdüberlastungstag sei „ein unüberhörbares Alarmsignal“. Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz sagte der „Rheinischen Post“: „Würden alle Menschen so ressourcenhungrig leben wie wir in Deutschland, bräuchten wir zweieinhalb Erden.“ Um Ressourcen zu schonen, brauche Deutschland verbindliche Ziele zur Senkung des Rohstoffverbrauchs und eine echte Kreislaufwirtschaft, die Abfälle vermeidet.
Warum der Erdüberlastungstag sechs Tage später ist als 2025
Im vergangenen Jahr lag der Erdüberlastungstag auf dem 24. Juli. Die Verschiebung geht laut WWF überwiegend auf aktualisierte Daten zurück und nicht darauf, dass die Menschheit nachhaltiger lebt.
„Dass der Erdüberlastungstag dieses Jahr sechs Tage später liegt als 2025, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin deutlich über die ökologischen Grenzen unseres Planeten hinaus wirtschaften“, erklärte Björn Schulz, Experte für Kreislaufwirtschaft beim WWF Deutschland. „Tatsächlich wächst die Lücke zwischen dem hohen Ressourcenverbrauch der Menschheit und der Regenerationsfähigkeit der Erde weiter.“
Den Erdüberlastungstag errechnet das Global Footprint Network, indem es analysiert, wie viel standardisierte Flächeneinheiten etwa für Essen, Holz, die Aufnahme des menschengemachten CO₂ sowie Straßen und Häuser der Menschen nötig sind. Es bezieht zudem im Gegenzug die Kapazität der Erde ein, Ressourcen aufzubauen sowie Müll und Emissionen aufzunehmen.
Ähnlich wie bei Schätzungen des Bruttoinlandsprodukts sind diese Daten nicht vollkommen präzise. Die früheren Ergebnisse werden jährlich mit den neuesten Daten und weiteren Verfeinerungen aktualisiert, so dass sich die Erdüberlastungstage der vergangenen Jahre nachträglich verschieben können.
Wie sich der Tag verschieben ließe
Das Global Footprint Network hat analysiert, welche Maßnahmen den Stichtag nach hinten verschieben könnten. Der mit Abstand größte Faktor sind CO₂-Emissionen (60 Prozent), deswegen liegt dort der größte Hebel. Hier sind einige Beispiele:
- CO₂-Preis erhöhen: 63 Tage
- 75 Prozent des Stroms kommen aus CO₂-armen Quellen (jetzt: 39 Prozent): 26 Tage
- Autofahrten um 50 Prozent verringern: 13 Tage
- Autofahrten um 50 Prozent verringern: 13 Tage
- Verschwendung von Lebensmitteln halbieren: 13 Tage
- 350 Millionen Hektar Wald wieder aufforsten: 8 Tage
- Flugreisen zu touristischen Zielen halbieren: 1 Tag