Erhöhung der Tabaksteuer: Qualmen für den Fiskus und den Koalitionsfrieden
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Stand: 13.07.2026, 17:30 Uhr
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Die schwarz-rote Bundesregierung erhöht die Tabaksteuer noch etwas mehr als geplant. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.
München – Huch, (noch) ein Haushaltsloch! Wäre doch gelacht, wenn die schwarz-rote Sparen-nein-danke-Koalition nicht auch dafür ein Steuerschräubchen entdeckte, an dem sich drehen lässt. Und siehe da: Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), der stolze Erfinder der „Superreichensteuer“, ist schon fündig geworden – diesmal bei den Rauchern. Zigaretten sollen bis 2030 noch ein bisschen teurer werden als bisher geplant.

Statt neun soll die Schachtel dann zwölf Euro kosten. Der Gesundheit zuliebe. Auch bei Alkohol und Zucker will die Regierung ihren Bürgern mit höheren Steuern helfen, auf den Pfad der Tugend zurückzukehren. Noch eifriger ist die Politik übrigens in Frankreich und Irland am Werk: Dort müssen Raucher schon jetzt 13 beziehungsweise 19 Euro für eine Schachtel berappen, wenn sie nicht auf den Schwarzmarkt ausweichen.
Erhöhung der Tabaksteuer: „Er qualmt für den Fiskus“
Wir wollen nicht zu ungerecht sein: Tatsächlich kann sich die Berliner Regierung mit der Verteuerung des Tabakkonsums auf den einhelligen Rat von Wissenschaft und Ärzten berufen. Vor allem Jugendliche und Geringverdiener reagieren empfindlich auf höhere Preise bei Glimmstängeln, sagen Studien. Hinzu kommt, dass die lange sinkende Zahl der Raucher zwischen 12 und 18 Jahren in Deutschland zuletzt wieder angestiegen ist, von sechs Prozent im Jahr 2021 auf zuletzt zehn Prozent. Das sind zwar noch immer deutlich weniger als zum Ende der 90-er Jahre, als 28 Prozent der Heranwachsenden zur Zigarette griffen, weil es als cool und erwachsen galt. Trotzdem: Für jede junge Seele, die der Kanzler und seine Regierung vor dem Teufel Nikotin retten können, dürfen sie sich einen Orden umhängen.
Und wer partout trotzdem weiter seinem Laster frönen will, kann das künftig wenigstens mit besserem Gewissen tun: Er qualmt für den Fiskus – und den Frieden in dieser nicht minder lasterhaften Schuldenkoalition.