Ex-Eintrachttalent vermittelt Fußballer an US-Colleges
StartseiteSportEintracht FrankfurtStand: 13.07.2026, 15:35 UhrKommentareUns auf Google folgen2024 war Adrian Schulze Solano noch in der US-College-Liga am Ball - und gewann mit Vermont die National Championship...
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Stand: 13.07.2026, 15:35 Uhr

Fußball ist inzwischen die Sportart Nummer drei in den USA. Universitäten dürfen seit kurzem unbegrenzt viele Stipendien an Spieler vergeben – vorher waren es nur zehn.
Das Achtelfinalaus gegen Belgien bedeutete zwar das Ende der Heim-WM für die USA. Doch trotz aller politischer Einflussnahme hat das Nationalteam einen positiven Eindruck hinterlassen. Für Martin Zaluk kommt dieser sportliche Aufschwung nicht überraschend. Der Gründer der Vermittlungsagentur MZTA ist Schwalbacher, spielte einst für TuRa Niederhöchstadt und vermittelt seit Jahren Fußballer an amerikanische Colleges. Die Geschehnisse bei der WM seien nur ein Beleg für die rasante Entwicklung im US-Soccer. Diese erlebt der 42-Jährige mit seiner Agentur schon seit Jahren. „Soccer ist inzwischen die Sportart Nummer drei in den USA. Eishockey wurde überholt, nur Football und Basketball sind noch größer“, betont Zaluk und nennt ein Beispiel, wie weit junge Fußballer über das College-System kommen können.

Der Kanadier Moïse Bombito begann einst an einem Junior College, ging dann über die NCAA Division I und die MLS. Jetzt war er als kanadischer Nationalspieler bei der WM dabei. Dieser Weg könne natürlich nicht exemplarisch sein, weil jeder junge Fußballer seine eigene Geschichte schreibt. In jedem Fall begleitetet Zaluks Agentur aber junge Fußballer auf ihrem Weg an amerikanische Universitäten und verbindet dabei sportliche Entwicklung mit einer akademischen Ausbildung. Der Gründer selbst war Anfang der 2000er-Jahre ein junges Talent bei Eintracht Frankfurt. Dann wagte er den Sprung über den großen Teich, nahm ein Vollstipendium am College in Alabama an, absolvierte später noch seinen Master in Atlanta und knüpfte in diesen sieben Jahren die Kontakte zu Universitäten und Trainern. So legte er den Grundstein für seine heutige Agentur.
Enorme Entwicklung
„Als ich in die USA gegangen bin, waren europäische Spieler an Colleges noch die Ausnahme. Heute sind die Mannschaften international besetzt und das Niveau hat sich enorm entwickelt“, erklärt Zaluk. Auch die reduzierten Kaderplätze und der Fakt, dass US-Universitäten nicht mehr nur zehn, sondern unbegrenzt viele Stipendien vergeben dürfen, erhöht das sportliche Niveau. Aus Deutschland verpflichten Universitäten inzwischen lieber erfahrene Fußballer aus den höchsten Amateurligen oder sogar der dritten Liga, die schneller und besser funktionieren als etwa Nachwuchsspieler aus der U19-Bundesliga. Und auch auf anderer Ebene gibt es bedeutende Veränderungen.
Der US-Verband arbeitet inzwischen eng mit der NCAA und der Major League Soccer zusammen, um den Übergang vom College- in den Profifußball zu verbessern. Auch die massiven Investitionen in die Infrastruktur zeigen das Wachstum der Sportart. In Atlanta entstand zuletzt für rund 120 Millionen Euro ein nationales Leistungszentrum, das Zaluk als Pendant zum DFB-Campus bezeichnet. Dass der deutsche Fußball nach dem frühen Aus der Nationalmannschaft an Ansehen verloren hat, glaubt der Experte, der im Juniorenbereich auch für den US-Verband scoutet, indes nicht.
„Die deutschen Tugenden sind weiterhin gefragt“, glaubt Zaluk. Disziplin, taktisches Verständnis und eine fundierte Ausbildung hätten im US-System einen hohen Stellenwert. Als Beispiel dafür kann auch Adrian Schulze Solano stehen. Den gebürtigen Bad Sodener und heutigen Spieler von TuS Hornau vermittelte Zaluk vor Jahren an die University of Vermont Athletics. Mit einer Handvoll anderer MZTA-Spieler gewann der heute 26-Jährige die National Championships. „Das ist der höchste Titel im US-Collegefußball. Die Emotionen, die bei diesem Sieg im Spiel waren, kann man auf kleiner Ebene schon mit einer WM vergleichen“, schlägt Zaluk die Brücke zurück zur Fußball-Weltmeisterschaft.