Fischerstechen in Schlehdorf: Standhafte Brüder fahren den Sieg ein

Luis und Vitus Krajewski aus Unterau gewinnen das 13. Schlehdorfer Fischerstechen. 24 Zweier-Teams kämpften am Samstag auf dem Kochelsee – darunter neun aus der Tiroler Partnergemeinde Flaurling.

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Fischerstechen in Schlehdorf: Standhafte Brüder fahren den Sieg ein

Stand: 26.07.2026, 18:04 Uhr

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Fischerstechen Schlehdorf 2026

Und ab geht‘s ins Wasser: Dieser Stoß mit der „Lanze“ hat gesessen. © Tamara Rabuser (or)

Luis und Vitus Krajewski aus Unterau gewinnen das 13. Schlehdorfer Fischerstechen. 24 Zweier-Teams kämpften am Samstag auf dem Kochelsee – darunter neun aus der Tiroler Partnergemeinde Flaurling.

Schlehdorf – Eine Nebelhorn-Hupe gab das Zeichen zum Einsatz: Insgesamt 24 Zweier-Mannschaften traten am Samstagnachmittag beim Schlehdorfer Fischerstechen zum friedlichen Wettkampf auf dem Kochelsee an. Sie wurden dabei angefeuert von Freunden und vom Publikum, das vom Ufer aus teils gespannt, teils entspannt die Duelle verfolgte.

Siegerteam Kraut&Ruam Luis und Vitus Skrajewski mit Schlehdorfs Bürgermeister Stefan Jocher und Flaurlings Bürgermeisterin Brigitte Praxmarer

Das Siegerteam „Kraut & Ruam“ mit Luis und Vitus Skrajewski. Es gratulierten Schlehdorfs Bürgermeister Stefan Jocher und Flaurlings Bürgermeisterin Brigitte Praxmarer. © Tamara Rabuser (or)

Deutlich zeigte sich bei dieser Veranstaltung auch der gute Kontakt der Gemeinde Schlehdorf zur Partnergemeinde Flaurling jenseits des Inntals in Tirol: Von dort waren neun Zweier-Teams und darüber hinaus die Musikformation „Alle Neune“ ins Loisachtal gekommen, um grenzüberschreitend eine uralte Verbindung der beiden Orte und die 2015 offiziell beschlossene Partnerschaft lebendig zu halten. Außerdem waren auch Gäste aus Bremen mit von der Partie.

Auch die beste Kostümierung wird prämiert

Der Pokal blieb aber in Schlehdorf. Den nach der Methode „Best of Three“ ermittelten Spitzenplatz holte sich die Mannschaft „Kraut & Ruam“, bestehend aus den Brüdern Luis und Vitus Krajewski aus Unterau. Rang zwei und drei gingen an die Flaurlinger Akteure von den „Löschpiraten“ und den „Spritzbuam“. Den Preis für die beste Kostümierung heimsten die „Unterauer Loisachpiraten“ mit Lucas Promberger und Florian Krinner ein.

Das Wetter hätte besser nicht sein können für dieses sportlich-gesellige Unternehmen in seiner 13. Auflage. Sonnenschein pur für die Wettkämpfer auf dem abgegrenzten Areal im Wasser und angenehme Sitzgelegenheiten unter schattenspendenden Bäumen im Uferbereich am alten Fußballplatz. Dazu gab es noch eine von örtlichen Vereinen angebotene Auswahl an Speis und Trank.

Fischerstechen Schlehdorf 2026

24 Zweiermannschaften traten auf dem Kochelsee gegeneinander an. Manche Duelle dauerten nur Sekunden. © Tamara Rabuser (or)

Schlagen ist tabu

Vor Beginn des Wettstreits stellte Mit-Organisator Andreas Zanker für alle Teilnehmer und Zuschauer gut hörbar die Regeln vor: Zwei gegnerische Zweierteams, jeweils bestehend aus einem Ruderer und einem Stecher, fahren im vorgegebenen Wasserbereich aufeinander zu. Der Stecher hat dabei einen besonderen Platz – er muss auf dem äußersten Ende eines langen und schmalen, am Boot befestigten Brettes stehen und mit einer „Lanze“ versuchen, den Konkurrenten ins Wasser zu stoßen. Um Verletzungen zu vermeiden, ist an der Spitze der Lanze ein Kunststoffball angebracht. „Damit darf nur der Oberkörper unterhalb des Halses und oberhalb der Gürtellinie getroffen werden, schlagen ist tabu“, so Zanker.

Manche brauchen, bis sie die Balance gefunden haben

Die große Schwierigkeit für den Stecher besteht also vor allem darin, auf dem schmalen Brett das Gleichgewicht zu halten, zumal das Boot in Bewegung ist. Dass nicht jeder Mensch gleich routiniert mit dieser Herausforderung umgehen kann, zeigte sich im Laufe der Duelle immer wieder. Während die einen schnell ihren Platz am Brett-Ende eingenommen hatten, brauchten manche ein Weilchen, um die Balance zu finden – was vom Publikum natürlich interessiert beobachtet wurde. „Ob die das vorab trainiert haben?“, fragten sich einige Frauen, die das Fischerstechen zum ersten Mal sahen.

Für die Sieger war es die erste Teilnahme

Während bei manchen Duellen die Entscheidung über den Sieg in wenigen Sekunden fiel, mussten ein paar Teams einige Anläufe nehmen. Unter den strengen Augen der Schiedsrichter Gottfried Poschenrieder und Hans Gaisreiter wurden zwei Disqualifizierungen ausgesprochen. Die ganze Veranstaltung in einen lockeren und unterhaltsamen Rahmen zu verpacken, erledigte Burkhard Ziegltrum mit launiger Moderation. Die siegreichen Krajewski-Brüder waren übrigens zum ersten Mal und ohne spezielles Training beim Fischerstechen dabei, wie sie freudestrahlend erzählten. Genauso verhielt es sich auch bei den „Musig-Madln“ von Flaurling: Anna-Lena Dosch und Lisa Mair waren zwar im ersten Durchgang ausgeschieden, aber fest entschlossen: „Wir kommen wieder.“

Rosi Bauer