Lockheed Martin: US-Waffenschmiede will großes Drohnen-Problem lösen

Kinder spielen wieder auf den Straßen. Häuser wurden neu aufgebaut. Das Leben kehrt zurück. Und trotzdem kreisen jeden Tag FPV-Drohnen über Posad-Pokrowsk in der Ukraine. In der neuen Folge von „Im Krisenmodus“ nimmt euch Jan Jessen mit in ein Dorf bei Cherson, das zum Symbol des ukrainischen Wiederaufbaus werden sollte – und zeigt, wie fragil Hoffnung in einem andauernden Krieg sein kann.

  • 2 min read
Lockheed Martin: US-Waffenschmiede will großes Drohnen-Problem lösen

Armeen weltweit stehen vor einem Problem: Drohnen, oder Drohnenschwärme, stellen eine tödliche Gefahr dar, nicht nur für Soldaten auf dem Schlachtfeld, sondern auch für die Budgets der Verteidigungsministerien. Denn Drohnen sind billig herzustellen und das in großer Zahl – die Abwehr hingegen ist vergleichsweise teuer.

Flugabwehrraketen kosten schnell sechsstellige Beträge und ihre Herstellung kann Monate, manchmal Jahre dauern. Einfache Drohnen hingegen lassen sich im Zweifelsfall beim Elektrofachmarkt an der Ecke beziehen. Drohnenabwehr muss daher zwei Parameter erfüllen: Sie muss möglichst günstig in der Herstellung sein und ist idealerweise in der Lage, mehrere Ziele auf einmal zu bekämpfen. Hier will der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin ansetzen.

Auch interessant

Anti-Drohneneinheit

Morfius X-Rotor: Recycling-Drohne zur Schwarmabwehr

Die Firma wirbt derzeit für ein Drohnenabwehrsystem, das in einem Einsatz mehr als 50 Drohnen „neutralisieren“ könne. Morfius X-Rotor heißt die Waffe, die darauf ausgelegt ist, nach dem Flug vom Schlachtfeld zurückzukehren, um ein weiteres Mal in den Kampf zu ziehen. „Morfius hält die Kosten pro Abschuss besonders klein, schützt so Verteidigungsbudgets und stellt unerbittliche Feuerkraft zur Verfügung“, heißt es im Pressetext des Konzerns.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Abfangsystemen, die kinetische Gefechtsköpfe oder teure Lenkwaffen nutzen, soll Morfius X gegnerische Unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) mit Hochleistungs-Mikrowellen zerstören. Die Strahlung grillt die Bordelektronik in Sekundenschnelle, die Drohnen fallen vom Himmel.

Das Fluggerät startet vom Boden, fliegt nahe an die feindlichen Drohnen heran, setzt seine Mikrowellensalve ab und kehrt anschließend zur Landung und Wiederverwendung zurück. Das System ist laut Hersteller flexibel ausgelegt und benötigt kein eigenes, teures Feuerleitradar an Bord. Es lässt sich in bestehende Luftraumüberwachungs- und C2-Führungssysteme (Command & Control) integrieren.

Tests laut Hersteller bislang erfolgreich

Lockheed Martin hat das System eigenen Angaben zufolge jüngst auf Testgeländen in Arizona, Kalifornien und Oklahoma erfolgreich im Flug erprobt. Dabei habe Morfius sowohl seine Fähigkeiten beim Abfangen als auch bei der effektiven Bekämpfung von Zielen gezeigt. Weitere Tests seien für die kommenden Monate angesetzt. Um das System möglichst schnell an Fronteinheiten auszuliefern, treibt das Unternehmen die Produktion von Prototypen – sowohl der Drohnenseite als auch der Mikrowellen-Nutzlast – mit erhöhter Priorität voran.