„Wir sind guter Hoffnung“: Fünfjährige Inga verschwand 2015 – elf Jahre später gibt es neue Hinweise
StartseitePanoramaStand: 30.07.2026, 07:16 UhrKommentareUns auf Google folgenElf Jahre nach dem Verschwinden der fünfjährigen Inga Gehricke aus Sachsen-Anhalt gibt es neue Hinweise – die Polizei hofft auf den e...
- 3 min read
Stand: 30.07.2026, 07:16 Uhr
Kommentare
Elf Jahre nach dem Verschwinden der fünfjährigen Inga Gehricke aus Sachsen-Anhalt gibt es neue Hinweise – die Polizei hofft auf den entscheidenden Durchbruch.
Wilhelmshof – Ein Spielzeugpferd aus Blech, ein Grillplatz, ein Waldgrundstück in Sachsen-Anhalt – und dann: nichts. Am 2. Mai 2015 sah jemand die fünfjährige Inga Gehricke zuletzt, wie sie auf dem Spielzeugpferd auf dem Gelände des Diakoniewerks Wilhelmshof im Landkreis Stendal saß. Danach verlor sich ihre Spur – bis heute. Doch jetzt schöpfen die Ermittler neue Hoffnung.

Am Mittwochabend stellten die Beamten den Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vor. Das Ergebnis: Zahlreiche neue Hinweise gingen danach bei der Polizei ein. „Wir haben tatsächlich sehr viele neue Informationen erhalten und erhoffen uns, dass da der entscheidende Hinweis dabei ist“, sagte Polizeihauptkommissar Michael Ripke in der Sendung.
„Wir sind guter Hoffnung, dass da was Gutes dabei ist“ – Neue Hinweise zu vermisstem Mädchen
Die neu eingegangenen Hinweise gingen in verschiedene Richtungen, erklärte Ripke. Sie würden nun geprüft. Weitere Angaben zu den neuen Informationen wollte der Polizeibeamte nicht machen – aus ermittlungstaktischen Gründen. „Wir sind guter Hoffnung, dass da was Gutes dabei ist“, sagte der Hauptkommissar. Da es keine Beweise gebe, die Gegenteiliges zeigen, gebe die Polizei die Hoffnung nicht auf, dass Inga heute noch lebt, betonte Ripke. Deshalb suche man auch nach Hinweisen zu Mädchen, die anderen aufgefallen sind, weil sie plötzlich irgendwo aufgetaucht sind.
Die Familie Gehricke aus Schönebeck besuchte an jenem Maitag Freunde auf dem Wilhelmshof – einer diakonischen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen und Suchterkrankungen, abgelegen in einem großen Waldgebiet nördlich von Stendal. Gegen 18.40 Uhr sahen Zeugen Inga zuletzt auf dem Spielzeugpferd unweit des Grillplatzes, seitdem fehlt von ihr jede Spur.
Seit 2015 vermisst: Ermittler arbeiten weiter am Vermisstenfall Inga Gehricke
Seit Frühjahr 2023 kümmert sich eine Cold-Case-Einheit der Polizeiinspektion Halle um den Fall Inga. Archäologen und Geologen unterstützten die Suche, mehrere Teiche wurden abgepumpt und durchsucht, es kamen auch GPS-Tracker im Waldgebiet zum Einsatz. Außerdem führten die Ermittler erneut ausführliche Gespräche mit Angehörigen – auf der Suche nach kleinen Details, die den Fall lösen könnten.
Der Zugang zum Wilhelmshof führt nur über eine einzige Straße. Genau das macht Dashcam-Aufnahmen, alte Fotos oder Videos von Spaziergängern für die Ermittler so wertvoll. „Auch wenn sie für den Besitzer keine Bedeutung mehr haben, für uns könnten sie von Bedeutung sein“, sagte Ripke. Außerdem sucht die Polizei nach Menschen, denen Ungereimtheiten in Erzählungen aufgefallen sind – oder die Gespräche mit möglichem Insiderwissen mitbekommen haben.
Für Hinweise, die zur Aufklärung führen, sind 25.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Wer etwas weiß, kann sich unter 0345/224-1291 oder per E-Mail an [email protected] melden. (Quellen: ZDF, dpa) (kiba)