Geht den USA das Geld für den Krieg im Nahen Osten aus?

Verteidigungsbudget Geht den USA das Geld für den Krieg im Nahen Osten aus? Verteidigungsminister Hegseth und der Generalstabschef werben vor dem Senatsausschuss für eine milliardenschwere Finanzspritz...

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Geht den USA das Geld für den Krieg im Nahen Osten aus?

Verteidigungsbudget

Geht den USA das Geld für den Krieg im Nahen Osten aus?

Verteidigungsminister Hegseth und der Generalstabschef werben vor dem Senatsausschuss für eine milliardenschwere Finanzspritze – und erhalten Gegenwind aus beiden Parteien

Bianca Blei

Alleine die Ankündigung sorgte am Dienstag dafür, dass zwei Öltanker umkehrten und lieber einen Umweg fahren: Die jemenitischen Huthis wollen auf Anordnung der iranischen Führung die Meeresenge Bab al-Mandab schließen. Damit würde nach der Straße von Hormus eine weitere wirtschaftlich wichtige Seeroute gesperrt sein und vor allem saudische Ölexporte nur noch via Pipeline ans Rote Meer möglich sein. US-Präsident Donald Trump gab sich in einer Reaktion auf die Ankündigung aus dem Jemen gewohnt aggressiv und drohte mit einer weiteren Eskalation durch einen Angriff auf eine mutmaßliche Uran-Anlage und den Berg Kuh-e Kolang.

Zwei Männer verlassen einen Raum. Einer trägt einen dunkelblauen Anzug, der andere trägt eine Militäruniform mit Auszeichnungen und Abzeichen. Im Hintergrund sind grüne Vorhänge zu sehen.
Verteidigungsminister Pete Hegseth und der Generalstabschef, Dan Caine, warben am Dienstag für deutlich mehr Geld.

Doch haben die USA für weitere Angriffe oder gar eine Bodeninvasion überhaupt das nötige Geld? Verteidigungsminister Pete Hegseth war gemeinsam mit dem Generalstabschef, Dan Caine, am Dienstag vor dem Haushaltsausschuss des Senats, um für eine Notfallfinanzierung zu werben. 67 Milliarden US-Dollar (rund 59 Milliarden Euro) will das Pentagon, um vor allem den Krieg im Nahen Osten weiterführen zu können. Dessen Kosten bezifferte Hegseth während der Anhörung mit 37,5 Milliarden US-Dollar (32,8 Milliarden Euro) – wobei darin noch nicht der Wiederaufbau der beschädigten US-Basen im Nahen Osten durch iranische Angriffe eingerechnet ist. Noch im vergangenen Monat hatte es aus dem Weißen Haus geheißen, dass sich die Kriegskosten auf rund 30 Milliarden US-Dollar (rund 26,3 Milliarden Euro) belaufen.

Warnung vor Einsparungen

US-Medien zitieren Beamte im Verteidigungsministerium, wonach das bestehende Budget nur noch Wochen reichen würde, ohne Einschnitte hinnehmen zu müssen. Vor allem auf die Marine und die Luftwaffe könnten Kürzungen zukommen, würde kein neues Geld fließen und die Kampfeinsätze im Nahen Osten aufrecht bleiben. Dabei beschreibt eine Quelle in der Washington Post – und auch Hegseth selbst vor dem Senatsausschuss – dass zuerst bei Übungen und auch Munitionsnachschub eingespart werden müsste.

Auf die Frage der demokratischen Senatorin Deb Fischer, ob es einen Plan B gebe, sollte der Kongress die im Nachtragshaushalt für Munition vorgesehenen 21 Milliarden Dollar nicht genehmigen, antwortete Caine laut The Hill: "Wir werden immer eine Lösung finden. Wir werden immer Notfallpläne haben. Wir werden immer einen Weg finden, unseren Gegnern auf der ganzen Welt mehrere Dilemmata gleichzeitig zu bereiten." Sollte der Nachtragshaushalt überhaupt nicht durchgehen, würden außerdem künftige Betriebs- und Instandhaltungskosten, sowie die "künftige Kampfkraft" in den Bereichen KI, Drohnen und Weltraum darunter leiden.

Immer mehr Geld

Die Demokraten des Ausschusses wollten von Minister Hegseth vor allem wissen, wie so viel Geld im Pentagon fehlen kann, wenn der Kongress erst ein rekordbrechendes Verteidigungsbudget von einer Billion US-Dollar (rund 876 Milliarden Euro) beschlossen hat. In seiner Antwort gab Hegseth zu, dass die Hälfte einer 75 Milliarden schweren Finanzspritze an das Pentagon, die im Zuge der "One Big Beautiful Bill" genehmigt worden war, noch nicht ausgegeben wurde, doch sei das Geld für andere Einsatzgebiete vorgesehen. Etwa moderne Waffen oder Donald Trumps Plan eines Raketenabwehrsystems mit dem Namen "Golden Dome". Für die demokratische Senatorin Patty Murray steht aber fest, dass das Problem nicht "zu wenig Geld, sondern schlechte Planung" sei.

Und nicht nur die Demokraten zeigten sich mit Hegseth und Caine unzufrieden. Der republikanische Senator John Kennedy wollte von den beiden Männern wissen, welche Konsequenzen ein Rückzug hätte. Die ausweichenden Antworten unterbrach Kennedy mit den Worten: "Wir brauchen klare Antworten." Die Angelegenheit sei so ernst wie "vier Herzinfarkte und ein Schlaganfall".

Währenddessen nahm ein 1,15 Billionen Dollar schwerer Gesetzesentwurf zum Verteidigungsbudget 2027 eine Hürde im Abgeordnetenhaus. Geht er durch den gesamten Kongress, stehen den USA im kommenden Haushaltsjahr, das im Oktober beginnt, 1,5 Billionen Dollar für die Landesverteidigung zur Verfügung. Ein Anstieg von 46 Prozent – und so viel wie noch nie zuvor. (Bianca Blei, 22.7.2026)

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