Geografie
StartseiteKulturTimes magerStand: 02.08.2026, 16:12 UhrKommentareUns auf Google folgenWie der Mönch und Kartograf Fra Mauro 1457 Afrika zeichnete. © Imago ImagesMehr Fantasie in Sachen Geografie! Die KI kann un...
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Stand: 02.08.2026, 16:12 Uhr
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Mehr Fantasie in Sachen Geografie! Die KI kann uns zeigen, wie das geht.
Heute: der größte Vorteil der KI.
Es geschah Mitte der 80er, dass eine junge Frau, die nach einem Jahr an einer kanadischen Uni durch den Nordosten der USA reiste, durch Wisconsin, Michigan, Vermont, auch durch Texas und Florida (kleiner Scherz, siehe unten), öfters gefragt wurde: Kommen Sie aus Ost- oder aus Westdeutschland? Sie erklärte, dass sie eher nicht durch die USA reisen könnte, wäre sie in Ostdeutschland zu Hause. Manchmal lobte sie die Fragenden aber dafür, dass sie – immerhin! – vom geteilten Deutschland wussten. Dies besonders, nachdem sie von einem jungen Amerikaner gefragt wurde: Kanada? Ist das nicht dieser Bundesstaat im Norden? Da wusste sie noch nicht, dass der junge Amerikaner nur seiner Zeit voraus war.
Was das mit KI zu tun hat? Nun, inzwischen stellt es sich als Vorteil heraus, dass man ihr die Schuld geben kann an Fehlinformationen bezüglich Geografie. An eigentlich fast allem.
Just kam an die Öffentlichkeit, dass Regierungsvertreter (und möglicherweise auch -vertreterinnen) der USA auf der internationalen Aids-Konferenz, die gerade eben in Rio de Janeiro stattfand, eine Karte Afrikas präsentierten, auf der jedes (!) afrikanische Land falsch eingezeichnet war. Nigeria lag mitten in der Sahara. Mosambik war ans Horn von Afrika verlegt. Die Elfenbeinküste vom Westen in den Osten des Kontinents. Eine Recherche von Reuters brachte ans Licht: Für die Karte verantwortlich zeichnete OpenAI. Na also.
Denn, soll der vielbeschäftigte Mensch jetzt auch noch kontrollieren, was diese vermaledeite Intelligenz fabriziert, die nicht mal seine ist? Soll er merken: Moment, da stimmt doch was nicht? Ist es plausibel, dass die Nigerianer und Nigeriannerinnen alle in die Sahara passen? Außerdem ist das ja noch nicht mal ein gewissermaßen naheliegender Fall, wie Kanada, sondern ein Kontinent, der von den USA fast so weit weg ist wie der Mars – wie Elon Musk bezeugen kann, er war schließlich mal da, irgendwo im Norden, der verwirrenderweise Südafrika heißt.
Immer wenn es nun peinlich wird, lässt sich nun sagen (das ist der anfangs genannte Vorteil): Die KI ist schuld. Wahrscheinlich macht sie das sogar absichtlich, dass sie den auf einer internationalen Konferenz auftretenden Menschen blamiert. Sicherlich hat sie auch Donald Trump kürzlich eingeflüstert, dass das schlimmste Land auf der Welt die Islamic Republic of Japan ist. Hat die japanische Premierministerin etwa widersprochen? Eben.