Grünen-Abgeordneter Siekmann nach CSD-Anschlag: „Die Angst wird uns nicht lähmen“

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Grünen-Abgeordneter Siekmann nach CSD-Anschlag: „Die Angst wird uns nicht lähmen“

Stand: 27.07.2026, 18:05 Uhr

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Florian Siekmann, Parteichef der Münchner Grünen.

Florian Siekmann, Parteichef der Münchner Grünen. © klaus haag

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD rückt die Sorge vor dem Islamismus wieder in den Fokus. Ein Grünen-Abgeordneter bringt einen Sicherheitsfonds ins Spiel.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Florian Siekmann, Vizechef des Innenausschusses im Landtag, besucht regelmäßig CSD-Veranstaltungen in ganz Bayern. Wir sprechen mit dem Münchner (31) über Sorgen und Sicherheitskonzepte.

Sie besuchen zahlreiche CSDs, kennen die Stimmung gut. Läuft dort künftig die Angst mit?

Die Menschen gehen auf den CSD, weil sie unsere freiheitliche Grundordnung und unsere Demokratie feiern wollen. Eine Lehre aus dem Anschlag in Berlin ist: Diese Veranstaltungen sind wichtiger denn je. Zum Glück werden es auch immer mehr, auch in kleinen Orten. Die Angst wird uns nicht lähmen.

Der Sicherheitsaufwand wird größer. Sind die Veranstaltungen dann überhaupt noch finanzierbar? Scheitern sie an Auflagen?

Die Sicherheitskonzepte sind jetzt schon sehr gut, wir werden sie uns noch mal gründlich ansehen. Der Anschlag in Berlin erfolgte ja nicht auf die Parade oder die Feiermeile, sondern am Rand der Veranstaltung. Klar muss ein: Jeder CSD muss weiter stattfinden können, auch in Zeiten abstrakt höherer Gefahr. Notfalls müssen wir im Landtag über einen CSD-Sicherheitsfonds nachdenken.

Nehmen Sie generell eine verschärfte Stimmung gegenüber der queeren Gemeinschaft wahr? Und: Woher genau?

Ja. Aus ganz unterschiedlichen Richtungen. Der individuelle Freiheitsgedanke, Grundlage des CSD, wird vom Islamismus bedroht. Das benennen wir eindeutig. Und das ist dem allergrößten Teil der Community absolut klar. Ich möchte nirgends hören oder lesen, dass diese Bedrohung kleingeredet wird, sie ist eine handfeste Gefahr. Genauso stören sich auch andere extremistische Strömungen am individuellen Freiheitsgedanken, auch aus dem AfD-Vorfeld.

Kanzler Merz sagt: Lassen wir uns nicht einschüchtern! Feiern Sie weiter, zeigen Sie das fröhliche, liberale Gesicht. Ist nun nicht Ihre Partei, aber hat er Recht?

Fast alle Parteien haben Anteilnahme gezeigt, richtige Worte gefunden und die Tat klar benannt. Was jetzt folgen sollte, ist ein klares Bekenntnis, die rechtliche Situation von queeren Menschen zu stärken. Genau darum geht es ja inhaltlich beim CSD. Regenbogen-Familien sollten rechtlich gleichgestellt werden. Und auch bei der Bekämpfung der Hasskriminalität sehe ich noch viel Luft nach oben.