GVZ bekommt Mega-Logistikzentrum: 400 Jobs auf letztem Großgrundstück

Auf dem letzten großen zusammenhängenden Gewerbegrundstück im Bremer Güterverkehrszentrum (GVZ) entsteht ein neues Mega-Center für Kühl-, Frische- und Ultrafrischewaren, das rund 400 Arbeitsplätze schaffen soll.

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GVZ bekommt Mega-Logistikzentrum: 400 Jobs auf letztem Großgrundstück

Stand: 23.07.2026, 18:13 Uhr

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So soll es aussehen: Der Entwurf des Lager- und Umschlagkomplexes. © Panattoni

Auf dem letzten großen zusammenhängenden Gewerbegrundstück im Bremer Güterverkehrszentrum (GVZ) entsteht ein neues Mega-Center für Kühl-, Frische- und Ultrafrischewaren, das rund 400 Arbeitsplätze schaffen soll.

Bremen – Der Logistik- und Industrieimmobilienentwickler Panattoni Germany errichtet den neuen Regionalstandort für den europaweit tätigen Lebensmittellogistiker Nagel-Group. Nach Angaben der Bremer Wirtschaftsförderung (WFB) umfasst das Areal im GVZ 90.510 Quadratmeter, die Projektfläche ist mit 36.600 Quadratmetern geplant. Entstehen sollen Logistik- und Umschlaghallen, ein viergeschossiger Bürovorbau, Sozialflächen, eine Umschlaghalle, eine Tankstelle und eine Werkstatt inklusive Lkw-Waschanlage sowie Stellplätze für Lkw, Trailer, Pkw und Fahrräder. Das Investitionsvolumen liegt laut Angaben der Projektbeteiligten im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Die Bauarbeiten sollen im vierten Quartal 2026 beginnen und rund ein Jahr dauern.

Güterverkehrszentrums GVZ: Das letzte große Grundstück dort wurde nun verkauft.

Güterverkehrszentrums GVZ: Das letzte große Grundstück dort wurde nun verkauft. © Christian Ring/WFB

Nachhaltige Entwicklung der Flächen geplant

Im Mittelpunkt des Projekts steht nach Angaben von Panattoni und Nagel-Group eine möglichst nachhaltige Entwicklung der Flächen. Vorgesehen sind Photovoltaikanlagen, eine fossilfreie Beheizung und Kühlung, Zisternen zur Regenwassernutzung sowie Streuobstbäume, Wildblumenwiesen, Bienen- und Insektenhotels auf dem Gelände. Hinzu kommt eine umfangreiche Ladeinfrastruktur für Lkw, Pkw und Fahrräder.

„Wir schaffen mit diesem Projekt im Bremer GVZ einen maßgeschneiderten Food Hub als neuen Regionalstandort für die Nagel-Group“, erläutert Fred-Markus Bohne, Managing Partner Panattoni DACH & Nordics. Möglich geworden sei dies durch den engen Austausch aller Beteiligten bereits in der frühen Entwicklungsphase. So habe man sowohl die Anforderungen der Nagel-Group als auch die in der Ausschreibung vorgegebenen Standards berücksichtigen und ein zukunftsfähiges Konzept entwickeln können, das überzeugt, so Bohne. Panattoni gilt laut Unternehmensangaben als größter Projektentwickler für Industrie-, Logistik- und Gewerbeimmobilien in Deutschland und hat seit dem Markteintritt 2014 rund 3,8 Millionen Quadratmeter Nutzfläche in etwa 140 Projekten realisiert, darunter bereits mehrere Großprojekte in Bremen.

Flächen öffentlich ausgeschrieben

Bei der Vermarktung des Grundstücks setzte die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH auf ein bewusst öffentliches Verfahren im Rahmen einer Ausschreibung, um insbesondere überregional agierende, auf Logistikimmobilien spezialisierte Unternehmen anzusprechen. Laut WFB wurde erstmals ein neuer, umfassender Kriterienkatalog angewendet, der die wirtschaftsstrukturellen, fiskalischen und umweltpolitischen Wirkungen der Ansiedlung bewertet. Unternehmen konnten sich mit einem Nutzungskonzept und einem Kaufpreisangebot bewerben.

Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation (Linke), spricht von einem wichtigen Signal für den Standort: „Eine gute Nachricht für den Lebens- und Genussmittelstandort Bremen. Unser GVZ ist Deutschlands führendes Güterverkehrszentrum und steht seit 2020 auch europaweit an der Spitze. Die jetzt an dem Standort verfolgte Projektentwicklung zeigt eindrücklich, wie gefragt der Standort weiterhin ist.“

Rund 400 neue Arbeitsplätze sollen entstehen, etwa 20 davon als Ausbildungsplätze. Zugleich setze das Vorhaben „mit eigener Solarenergie und fossilfreier Heizung“ beim Klimaschutz Maßstäbe, so Vogt weiter. „Genau solche Ansiedlungen zeigen, wie wirtschaftliche Stärke und Transformation zusammengehen.“