Heidelbeeren im Upland schon reif – und Heideblüte taucht Gipfel in Lila
StartseiteLokalesFrankenbergWillingen (Upland)Stand: 31.07.2026, 13:38 UhrKommentareUns auf Google folgenDie blühende Heide und die reifenden Beeren locken viele Besucher in die Upländer Heiden. Diese früheren ...
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Stand: 31.07.2026, 13:38 Uhr
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Der sonnenreiche Sommer hat die Natur früh geweckt: Die Upländer Hochheiden blühen. Und an den Beeren darf sich jeder für den Eigenbedarf bedienen.
Willingen (Upland) – Klein, tiefblau und hocharomatisch: Auf den Willinger Höhen sind die ersten Heidelbeeren reif. Der sonnenreiche Sommer hat die Natur früher geweckt als sonst, teilt die Tourist-Information Willingen mit. Wer jetzt über die Hochheiden wandert, findet die kleinen blauen Schätze gleich am Wegesrand – und für den Eigenbedarf darf jeder pflücken. Derweil beginnt die Heideblüte schon, die die Upländer Gipfel für rund vier Wochen in sattes Lila taucht.
In Pfannkuchen, als Marmelade oder einfach pur lassen sich die Heidelbeeren genießen. Das tiefe Blau der kleinen Früchte verrät ihr Geheimnis: Genau die Pflanzenfarbstoffe, die den Beeren ihre Farbe schenken, gelten als wertvolle Antioxidantien. Dazu kommt eine gute Portion Vitamin C.
Die Hochheiden gehören zu Willingen wie die Berge selbst – eine Landschaft, wie es sie nur noch selten gibt. Sie erstreckt sich weitläufig und offen über die Höhen, dort, wo das Klima rau wird: starke Winde, Niederschlag, lange Frostperioden und magere, nährstoffarme Böden prägen viele der Gipfel rund um Willingen. Vom Wind geformte, skurril gewachsene Bäume ducken sich über endlose Teppiche aus Besenheide, Heidel- und Preiselbeersträuchern – karg und schön zugleich.
Holz-Entfernung und Beweidung nötig
Diese Weite ist kein Werk der Natur allein, sondern das Erbe vieler Generationen. Über Jahrhunderte weideten die Menschen ihr Vieh auf den Höhen, holten sich Streu und Brennholz, sodass der Wald nicht zurückkehren konnte. Genau diese kargen Bedingungen erwecken die heute selten gewordene Pflanzen- und Tierwelt zum Leben – und machen die Hochheide heute zu einem der artenreichsten Lebensräume der Region. Weil die alte Bewirtschaftung längst ruht, halten Naturschützer die Flächen mit gezielter Pflege offen: Sie entfernen junge Gehölze und lassen Schafe weiden.
Das bekannteste Beispiel ist die Hochheide „Neuer Hagen“ zwischen Niedersfeld und Willingen. Mit einer Höhenlage zwischen 740 und 830 Metern und einer Fläche von rund 57 bis 74 Hektar ist sie eine der bedeutendsten Hochheiden Nordwestdeutschlands. Weitere Flächen rund um Willingen prägen die bergige Mittelgebirgslandschaft.
Weil es so viele Heideflächen zu erleben gibt, verraten die Willinger Wanderexperten die besten Wege. Vier Routen führen besonders eindrucksvoll durch Beeren und Blüte, jede mit eigenem Charakter. Der U6 zieht über den stillen Osterkopf bei Usseln, der U3 hinauf zum Kahle Pön mit seinem Gipfelkreuz. Auf dem W6 liegt Wanderern die Ettelsberg-Hochheide zu Füßen, und der W9 führt über die windzerzausten Heideflächen des Orenbergs. Der kleine Wanderweg „s‘Ründchen“ rund um den Ettelsberg bietet den Ruheplatz „Naturkino“, Waldsofas, Picknickbänke und Massagebäume.
Der Fototipp der Touristiker fürs satteste Lila: die Sonne in den Rücken nehmen, tief in die Knie gehen und einen Pfad oder Heidebusch in den Vordergrund holen. So gewinnt das Bild Tiefe, und die Farbe kommt voll zur Geltung.
Hochheidetag wird in Niedersfeld gefeiert
Am Sonntag, 2. August, wird die Hochheide in Niedersfeld zur Bühne: Die Hochheidehütte feiert ihr 20-jähriges Bestehen, der Rothaarsteig sein 25-jähriges. Rund um die Hütte warten Live-Musik, regionale Spezialitäten, Mitmachaktionen für die ganze Familie und am Abend ein Open-Air-Kino. Einheimische und Gäste kommen zusammen, wandern gemeinsam und genießen die Aussicht. Der Eintritt ist frei.