Herzogliches Brauhaus Tegernsee: Neureuth-Wasser nur zum Brauen

Zum Flaschenspülen das Beste: Was in München in Zeiten der Wasserknappheit die Gemüter erregt, ist beim Brauhaus am Tegernsee keine Praxis. Man sehe sich in der Pflicht, mit Ressoucren schonend umzugehen.

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Herzogliches Brauhaus Tegernsee: Neureuth-Wasser nur zum Brauen

Stand: 25.07.2026, 17:10 Uhr

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Herzogliches Brauhaus Tegernsee

Das Brauhaus in Tegernsee kann nach eigenen Worten eine positive Öko-Bilanz aufweisen. Wasser zum Reinigen wird mehrfach aufbereitet. © THOMAS PLETTENBERG

Zum Flaschenspülen das Beste: Was in München in Zeiten der Wasserknappheit die Gemüter erregt, ist beim Brauhaus am Tegernsee keine Praxis. Man sehe sich in der Pflicht, mit Ressoucren schonend umzugehen.

Tegernsee – Die Nutzung wertvollen Tiefengrundwassers zur Flaschenspülung durch Münchner Brauereien erregt angesichts der aktuellen Wasserknappheit die Gemüter. Doch wie hält es das Herzogliche Brauhaus Tegernsee damit? Eine Bestandsaufnahme.

Die Münchner Brauereien müssen sich darauf einstellen, dass sie jahrtausendealtes Tiefengrundwasser bald nur noch stark eingeschränkt nutzen dürfen. Dafür haben sich die meisten Fraktionen im Münchner Stadtrat ausgesprochen. Das besonders geschützte Tiefengrundwasser darf dann nur noch als Rohstoff für Bier und nicht mehr zum Reinigen der Anlagen und Spülen von Flaschen verwendet werden. Während Münchens Trinkwasser überwiegend aus Quellwasser aus dem Mangfalltal stammt, wird das in tieferen Schichten unter dem Stadtgebiet vorhandene Wasser fast ausschließlich von Brauereien gefördert und genutzt, auch für Reinigungszwecke.

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Doch woher bezieht das Tegernseer Brauhaus sein Wasser zum Brauen und Spülen? „In unserer Braustätte in Tegernsee wird das eigens gewonnene Neureuth-Quellwasser ausschließlich zu Brauzwecken verwendet“, erklärt auf Anfrage Christian Wagner, Geschäftsführer der Brauerei. Das historisch milde Wasser habe schon die alte Klosterbrauerei versorgt. Den übrigen Wasserbedarf, überwiegend zu Reinigungszwecken eingesetzt, liefert die Stadt Tegernsee. Doch in automatisierten Reinigungsanlagen werde dieses Wasser durch Aufbereitung einer Mehrfachnutzung zugeführt, versichert Wagner.

Spülwasser wird beim Brauhaus Tegernsee mehrmals aufbereitet

Ähnlich sei der technische Stand im Füll- und Logistikstandort an der Kreuzstraße. Auch dort komme das Wasser ausschließlich von einem kommunalen Wasserversorger, der Gemeinde Gmund. Das für die Flaschenreinigung verwendete Wasser durchlaufe mehrere Rekuperationsstufen und werde für die einzelnen Spülschritte mehrfach verwendet. „Die dortige Lkw-Halle wird ausschließlich mit Regenwasser gereinigt, das über unsere Dachflächen gewonnen und in einer Zisterne zwischengespeichert wird.“ Wagner zufolge werden auch alle Bierlaster mit wiederaufbereitetem Wasser gesäubert, und zwar in der Waschanlage in Krottenthal.

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Brauerei ist EMAS-zertifiziert

Als regionales Unternehmen sehe man sich seit jeher in der Pflicht, „mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen schonend und nachhaltig umzugehen“, so Brauhauschef Wagner. „Aus diesem Grund haben wir uns auch EMAS-zertifizieren lassen.“ Das Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) ist ein freiwilliges, von der EU entwickeltes Premium-Umweltmanagementsystem. Es hilft Unternehmen, Umweltauswirkungen systematisch zu reduzieren, Kosten zu sparen und gesetzliche Vorgaben transparent zu erfüllen.

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Strom aus der PV-Anlage auf dem Dach

Als weiteren ökologischen Baustein verweist Wagner auf eine PV-Anlage mit 600 Kilowatt Leistung am Standort Kreuzstraße. „Den gewonnenen Strom verbrauchen wir zu mindestens 80 Prozent selbst.“ Dies alles seien laut Wagner „positive Beiträge“ zu einem aktiv praktizierten Umweltschutz des Brauhauses.

Die ursprüngliche Frage galt nur dem wertvollen Quellwasser von der Neureuth. Doch dem Brauhaus-Chef war es offensichtlich ein Anliegen, auf die seiner Ansicht nach positive Öko-Bilanz der Brauerei hinzuweisen.