Hitzewellen und Algen: Am Iseosee wird gegen massive Probleme angekämpft

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Hitzewellen und Algen: Am Iseosee wird gegen massive Probleme angekämpft

Stand: 25.07.2026, 18:06 Uhr

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Immens hohe Temperaturen lassen den Pegel des Iseosees in Oberitalien sinken. Doch die Hitze birgt weitere Gefahren für das Ökosystem: Algen breiten sich aus.

Iseo – Italien kämpft gegen die große Hitze. Bereits mehrere Hitzewellen ereilten das Land – und das von Turin über Rom bis hinunter nach Sizilien. Doch auch in der Lombardei, Heimatregion der touristisch so bedeutenden oberitalienischen Seen, greifen lang anhaltend hohe Temperaturen infolge des Klimawandels um sich. Und die Auswirkungen treten dort neben Dürre und erhöhtem Potenzial für Waldbrände auch an andernorts zutage.

Immens hohe Temperaturen lassen den Pegel des Iseosees in Oberitalien sinken. Doch die Hitze birgt weitere Gefahren für das Ökosystem: Algen breiten sich aus.

Bootsanleger am Iseosee (Symbolbild) © IMAGO/Luca Ponti

So etwa am Iseosee, gelegen auf etwa halber Strecke zwischen Bergamo und Brescia. Dort sorgt die permanente Hitze aktuell für einen spürbar niedrigen Pegelstand. Doch das bleibt längst nicht das einzige Problem, mit dem die lokale Wasserbehörde des Iseosees dieses Jahr zu tun hat. Denn die Temperaturen und der Rückgang des Wassers begünstigen auch, dass Algen sich rasant vermehren.

Algen breiten sich am Iseosee wegen Hitzewellen rasant aus

Der Sommer 2026 ist von einer Hitzewelle nach der anderen geprägt, und das längst nicht nur im Mittelmeerraum, sondern auch in gemäßigteren Klimazonen. Am alpennahen Iseosee in Oberitalien bekommen es Anwohner und Reisende in diesen Tagen ebenfalls zu spüren. Die letzte Hitzewelle ist kaum abgeklungen, da kündigt der italienische Wetterdienst Il Meteo schon die nächste an: Ab dem 30. Juli sollen die Temperaturen laut Vorhersage (Stand 24. Juli) wieder die 35-Grad-Marke knacken, und in der ersten Augustwoche dürften es nach aktuellen Prognosen gar konstant an die 40 Grad werden. Und auch der ADAC warnt dieser Tage vor den Auswirkungen der hohen Temperaturen in Italien.

Doch nicht nur Reisende und die an die meteorologischen Ausnahmezustände eher akklimatisierten Anwohner werden die Effekte der Hitze in Norditalien dann erneut zu spüren bekommen. Auch die Natur bleibt davon natürlich nicht unberührt. Am Iseosee äußert diese sich einerseits daran, dass der Wasserstand nach den ersten Wochen anhaltender Hitze bei knapp 2,5 Zentimetern unter dem hydrometrischen Nullpunkt angekommen ist. Daneben breiten sich Algen durch die bisherigen Hitzewellen stärker aus – und das bringt so manches Problem für Anwohner, Tourismus und das ökologische Gleichgewicht des Sees mit sich.

Wasserbehörde holte binnen weniger Wochen 400 Tonnen Algen aus dem Iseosee

Innerhalb eines Monats wurden fast 400 Tonnen Algen aus dem See entfernt, wie die italienischen Medien Il Dolomiti und Giornale di Brescia berichteten. Die Ursache für die starke Algenausbreitung liegt in den zahlreichen Hitzewellen dieses Sommers, die den Wasserstand des Sees erheblich gesenkt haben. Die lokale Wasserschutzbehörde hat daher verstärkt Maßnahmen ergriffen, um die Algenplage einzudämmen.

Nicht nur für Touristen ist die Algenplage ein Ärgernis, sondern sie birgt auch erhebliche Risiken für das Ökosystem und die Schifffahrt. Am 11. Juli wurde die Fähranlegestelle in Clusane vorübergehend geschlossen. Das zuständige Schifffahrtsunternehmen erklärte, diese Maßnahme sei „aus Sicherheitsgründen“ getroffen worden und bleibe „bis auf Weiteres gültig“.

Algen im Iseosee werden weiterverarbeitet und nutzbar gemacht

Um den See sowie die Schifffahrt auf ihm zu schützen und seine Nutzbarkeit zu gewährleisten, sind Maßnahmen in den Gewässern vor Clusane, Paratico und Sarnico erforderlich, so die Vertreter der lokalen Wasserbehörde. Gemeinsam mit den Provinzen Bergamo und Brescia stellt die Behörde jährlich 450.000 Euro für Reinigungsmaßnahmen bereit, um den Iseosee zu schützen.

Die entfernten Algen werden allerdings nicht einfach entsorgt. Stattdessen werden sie Informationen der lokalen Wasserschutzbehörde „zur Verwertungsanlage in Chiari transportiert“. Dort werden sie anschließend zu Dünger verarbeitet und lassen sich so als Ressource an anderer Stelle nutzen. (Quellen: Il Meteo, ADAC, Il Dolomiti, Giornale di Brescia) (fh)