Facundo Medina: Vom Strassenkind in Villa Fiorito zum Argentinien-Star

Publiziert11. Juli 2026, 20:11Facundo Medina«Hört nie auf zu träumen»: Vom Strassenkind zum Argentinien-StarFacundo Medina kämpfte sich aus ärmlichen Verhältnissen an die Spitze des argentinischen Fussballs. Se...

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Facundo Medina: Vom Strassenkind in Villa Fiorito zum Argentinien-Star

Publiziert11. Juli 2026, 20:11

Facundo Medina«Hört nie auf zu träumen»: Vom Strassenkind zum Argentinien-Star

Facundo Medina kämpfte sich aus ärmlichen Verhältnissen an die Spitze des argentinischen Fussballs. Seine Geschichte bewegt viele Fans.

Karin Leuthold

Darum gehts

  • Argentiniens Nationalspieler Facundo Medina (27) äussert sich vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz kampfbereit.
  • Der Verteidiger wuchs in Villa Fiorito bei Buenos Aires in Armut auf und sammelte als Kind mit seiner Familie Kartons und Abfall.
  • Trotz aller Hindernisse verlor er nie den Glauben an seinen Traum, eines Tages Profifussballer zu werden.

«Wir sind Soldaten und bereit, gegen die Schweiz zu spielen», sagte Facundo Medina von der argentinischen Nationalmannschaft am Freitagabend vor versammelten Medien.

Facundo Medina steht mit 27 Jahren auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Karriere und trifft mit Argentinien auf die Schweiz.

Facundo Medina steht mit 27 Jahren auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Karriere und trifft mit Argentinien auf die Schweiz.Getty Images via AFP

Der Verteidiger mit der Rückennummer 25 weiss, was es bedeutet, zu kämpfen. Der 27-Jährige steht heute auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Karriere. Doch der Weg dorthin war alles andere als einfach: Als Kind sammelte er gemeinsam mit seiner Familie Kartons und Abfall, um genug Geld für Lebensmittel zu verdienen.

«Man musste irgendwie überleben»

Medina wuchs im ärmlichen Vorort Villa Fiorito bei Buenos Aires auf, wo seine Kindheit von wirtschaftlicher Not geprägt war. In verschiedenen Interviews erinnerte sich der Nationalspieler an diese schwierige Zeit – und daran, wie er trotz aller Hindernisse nie den Glauben an seinen Traum verlor, eines Tages Profifussballer zu werden.

«Man musste irgendwie überleben. Ich musste mit anpacken und mit einem Wagen losziehen, um Verwertbares zu sammeln», erzählte Medina im Gespräch mit dem Sender ADN Sur. Morgens ging er zur Schule, nachmittags trainierte er Fussball und abends arbeitete er bis 22 Uhr mit seinen Onkeln auf den Strassen. Trotzdem blickt er mit Wärme auf diese Jahre zurück: «Es war eine schöne Zeit. Unsere Familie hielt immer zusammen und wir hatten trotz allem viel zu lachen.»

Auf Instagram ermutigte Medina kürzlich Kinder mit den Worten: «Hört bitte niemals auf zu träumen.»

Auf Instagram ermutigte Medina kürzlich Kinder mit den Worten: «Hört bitte niemals auf zu träumen.»Instagrtam

Wie schaffte es Facundo Medina in die höchsten Ligen?

Seine fussballerische Laufbahn begann Medina in der Jugendakademie von River Plate. Den endgültigen Durchbruch schaffte er dort jedoch nicht. Stattdessen musste er sich seinen Platz fernab des Rampenlichts erarbeiten und baute seine Karriere ab 2018 Schritt für Schritt beim Club Talleres de Córdoba auf.

Dort etablierte sich Medina dank seiner Vielseitigkeit als Innen- und Linksverteidiger. Seine starken Leistungen brachten ihm die Berufung in die argentinischen Nachwuchsnationalmannschaften unter Trainer Fernando Batista ein. Er gehörte zum U-20-Kader, der 2019 an der Südamerikameisterschaft in Chile teilnahm. Argentinien wurde Vizemeister und qualifizierte sich damit für die U-20-Weltmeisterschaft in Polen, wo das Team bis in den Achtelfinal vorstiess.

Argentiniens Verteidiger Facundo Medina wuchs in Armut auf und sammelte mit seiner Familie Abfall. Heute steht er vor der WM 2026.

Argentiniens Verteidiger Facundo Medina wuchs in Armut auf und sammelte mit seiner Familie Abfall. Heute steht er vor der WM 2026.AFP

Im Juli 2020 wechselte Medina für vier Millionen US-Dollar zum französischen Racing Club de Lens. In fünf Spielzeiten absolvierte er 165 Partien für den Klub. 2025 wurde er an Olympique Marseille ausgeliehen, wo er weitere Erfahrungen im europäischen Spitzenfussball sammelte – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu seiner Nominierung für die Weltmeisterschaft 2026.

Vor Kurzem veröffentlichte Facundo Medina auf seinem Instagram-Account mehrere Bilder aus seiner Kindheit. Dazu richtete er eine Botschaft an alle Kinder, die wie er vom Profifussball träumen: «Hört bitte niemals auf zu träumen.»

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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