WM-Rückblick: Kap Verde überrascht, Mbappé als Spieler des Turniers
Publiziert22. Juli 2026, 19:00Ana's Corner«Ich frage mich, ob diese Entwicklung dem Fussball guttut»In ihrer letzten Kolumne blickt Ana Markovic nochmals auf die WM zurück – und gibt persönliche Neuigkeiten bek...
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Publiziert22. Juli 2026, 19:00
Ana's Corner«Ich frage mich, ob diese Entwicklung dem Fussball guttut»
In ihrer letzten Kolumne blickt Ana Markovic nochmals auf die WM zurück – und gibt persönliche Neuigkeiten bekannt.

Ana Maria Markovic
Darum gehts
- Fussballerin Ana Markovic gibt in ihrer letzten WM-Kolumne bekannt, dass sie künftig für Hajduk Split in Kroatien spielt.
- Die Möglichkeit, Champions-League-Fussball zu spielen, war für sie der entscheidende Wechselgrund.
- Als WM-Überraschung lobt sie Kap Verde, als Flop nennt sie Deutschland – und kritisiert den zunehmenden Technik-Einsatz wie VAR und Sensoren.
Bevor ich auf die Weltmeisterschaft zurückblicke, habe ich zuerst persönliche Neuigkeiten: Ich werde die kommende Saison in Kroatien bei Hajduk Split spielen. Ich freue mich riesig auf dieses neue Kapitel. Die Möglichkeit, Champions-League-Fussball zu spielen, war für mich ein entscheidender Faktor. Ausserdem hat sich der Verein richtig um mich bemüht – und genau dieses Gefühl ist für eine Spielerin enorm wichtig. Jetzt kann ich es kaum erwarten, dass es losgeht.
Aber jetzt zur letzten WM-Kolumne!
Mein persönlicher WM-Moment hatte gar nicht unbedingt mit einem Titel oder einem spektakulären Tor zu tun. Ich habe mitgefiebert, wie Kroatien ein Spiel noch drehen konnte. Umso bitterer war dann, dass der VAR eingriff. Generell haben mir die vielen technischen Neuerungen nicht gefallen. Die ganzen Sensoren, der VAR und die Art, wie die neuen Regeln umgesetzt werden – das ist für mich eine Entwicklung, bei der ich mich frage, ob sie dem Fussball wirklich guttut. Natürlich soll alles möglichst gerecht sein, aber manchmal geht dabei auch etwas von der Emotion verloren.

Der Fussball bietet die ganz grosse Bühne
Die grösste Überraschung des Turniers war für mich ganz klar Kap Verde. Sie haben eigentlich kein einziges Spiel nach 90 Minuten verloren und sich unglaublich präsentiert. Besonders beeindruckt hat mich die Geschichte von Vozinha. Plötzlich war er überall in den sozialen Medien. Sein Aufstieg ist einfach verrückt und zeigt einmal mehr, welche Geschichten nur der Fussball schreiben kann. Es ist faszinierend, welche Bühne dieser Sport einzelnen Spielern bieten kann.
Wenn ich einen Spieler des Turniers wählen müsste, dann wäre das für mich Kylian Mbappé. Ich habe lange darüber nachgedacht, aber für mich hat er das Spiel der Franzosen geprägt und diese Auszeichnung verdient. Rodri hat ebenfalls ein starkes Turnier gespielt, aber für mich war er nicht ganz so überragend.
Als Mannschaft hat mich Spanien am meisten überzeugt. Sie waren überragend. Gleichzeitig hat mir Frankreich unglaublich viel Freude gemacht. Sie haben so schönen Fussball gespielt, dass man ihnen einfach gerne zugeschaut hat.
Deutschland als der WM-Flop
Mein grösster Flop war dagegen Deutschland. Ich war schon vor dem Turnier unsicher, aber was sie dann auf den Platz gebracht haben, hat mich wirklich enttäuscht. Wobei mein Freund sofort Portugal nennen würde. Die Erwartungen waren riesig, doch am Ende blieb davon nicht besonders viel hängen.
Mein WM-Fazit fällt trotzdem sehr positiv aus. Es war ein grosses Turnier mit vielen Spielen, aber trotz der Aufstockung auf mehr Teams hatte ich nie das Gefühl, dass es zu viel wurde. Ich weiss allerdings von einigen Spielern, dass der Wettbewerb für sie nicht ganz so spannend war, weil grosse Nationen schon früh ausgeschieden sind. Dafür haben gerade die kleineren Teams und besonders die afrikanischen Mannschaften grossartig aufgespielt und dem Turnier ihren Stempel aufgedrückt.
In Erinnerung bleiben werden mir auch die Halftime-Show und die Hydration Breaks. Darüber kann man sicher diskutieren – manche finden es gut, andere weniger. Immerhin gab es für die Fans ein Gratiskonzert. Und egal, welche Neuerungen bleiben oder wieder verschwinden: Am Schluss gewinnt immer noch der Fussball – nicht die Zerstörer.

Ana Maria Markovic
Mit 14 Jahren begann Markovic, die in ihrer Kindheit eine talentierte Kunstturnerin war, mit dem Fussballspielen. In der Super League spielte sie viele Jahre für die FCZ-Frauen, aber auch die Grasshoppers. Im Sommer 2024 wagte sie den Schritt ins Ausland zu Sporting Braga. In der Rückrunde 2025 wurde sie zu SF Damaiense in der höchsten portugiesischen Liga ausgeliehen. Auf Instagram folgen der 25-Jährigen, die oftmals als «schönste Fussballerin der Welt» bezeichnet wird, über drei Millionen Menschen.
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