Iran beschießt Schiff, Straße von Hormus gesperrt – USA reagieren mit neuen Angriffen - WELT

Neue Eskalation im Nahen Osten: Die Straße Hormus ist bis zum „Ende der US-Einmischung in dieser Region“ geschlossen, melden die iranischen Revolutionsgarden. Ein Schiff ist beschossen und gestoppt worden. Das US-Militär reagiert unmittelbar.

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Eskalation im Nahen Osten

Iran beschießt Schiff, Straße von Hormus gesperrt – USA reagieren mit neuen Angriffen

Stand: 02:10 UhrLesedauer: 3 Minuten

ARCHIV - 20.06.2026, Oman, Khasab: Handelsschiffe liegen in der Nähe von Khasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus. (zu dpa: «Iran beansprucht alleinige Kontrolle über Straße von Hormus») Foto: Wen Xinnian/Xinhua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Handelsschiffe liegen in der Straße von Hormus (Archivbild)

Quelle: Wen Xinnian/Xinhua/dpa

Neue Eskalation im Nahen Osten: Die Straße Hormus ist bis zum „Ende der US-Einmischung in dieser Region“ geschlossen, melden die iranischen Revolutionsgarden. Ein Schiff ist beschossen und gestoppt worden. Das US-Militär reagiert unmittelbar.

Die iranischen Revolutionsgarden haben am Sonntag die Sperrung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus verkündet und mit einer entschiedenen Antwort auf jede militärische Reaktion gedroht.

Ein Schiff, das die Sicherheit im Seeverkehr gefährdet habe, sei von Warnschüssen getroffen und gestoppt worden, teilten die Revolutionsgarde laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit. Laut der britischen Seefahrtsbehörde UKMTO sei es neun Seemeilen östlich von Oman zu dem Vorfall gekommen. Das Containerschiff sei am Heck beschädigt worden, was zu einem Feuer an Bord geführt habe, hieß es unter Berufung auf Militärbehörden.

Die Revolutionsgarden teilten mit, Schiffe hätten zuvor versucht, eine nicht genehmigte Route zu befahren und Aufforderungen ignoriert, ihre Route zu korrigieren.

Die Meerenge sei „bis auf Weiteres“ und bis zum „Ende der US-Einmischung in dieser Region“ geschlossen. Die Durchfahrt sei verboten. Aggressionen gegen den Iran „werden auf eine scharfe Reaktion stoßen, und neue feindliche Stützpunkte in der Region werden ins Visier genommen“, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden weiter.

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Das US-Militär reagierte unmittelbar mit neuen Angriffen auf den Iran. „Ein ziviles Besatzungsmitglied wird vermisst und das Schiff kann die Fahrt wegen eines Feuers an Bord und erheblicher Schäden im Maschinenraum nicht fortsetzen“, teilte das US-Zentralkommando auf X mit. Das Schiff würde unter der Flagge Zyperns fahren. Die Angriffe erfolgten auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump, hieß es weiter.

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Die Eskalation folgt auf eine Woche zunehmender Spannungen und gescheiterter Vermittlungsbemühungen. Trump hatte am Freitag zwar erklärt, die Gespräche mit dem Iran würden fortgesetzt, zugleich aber den Waffenstillstand für beendet erklärt. Zuvor hatten hochrangige US-Vertreter den Iran öffentlich aufgefordert, die Angriffe auf Schiffe in der Meerenge einzustellen und alle Seewege offenzuhalten.

Vermittler aus Katar und Pakistan sowie der Oman hatten sich um die Fortsetzung der Verhandlungen bemüht. Der iranische Außenminister Abbas Araktschi traf sich im Oman mit seinem Amtskollegen, um über Möglichkeiten einer sicheren Durchfahrt zu beraten. Ob ein für Samstag geplantes Gespräch zustande kam, war zunächst unklar.

Oman als Vermittler

Der Konflikt hatte sich zugespitzt, nachdem drei Tanker unter Beschuss geraten waren. Die USA griffen daraufhin iranische Ziele an, woraufhin der Iran mit Angriffen auf US-Militärstandorte in Golfstaaten reagierte. Der Oman vermittelt in dem Konflikt, der nach US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf den Iran am 28. Februar begann.

Durch die Straße von Hormus wurde vor der Eskalation des Konflikts etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert. Die Blockade durch den Iran hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und die weltweite Inflation angeheizt. Einem Bericht des Senders CNN zufolge hatte der Oman einen Vorschlag unterbreitet, der eine freie Durchfahrt im südlichen Korridor in omanischen Gewässern vorsah.

Zusätzlich angeheizt wird der Konflikt durch gegenseitige Drohungen. Der neue oberste geistliche Führer des Iran, Ajatollah Mojtaba Chamenei, schwor am Samstag Rache für den Tod seines Vaters und Vorgängers, Ajatollah Ali Chamenei, der bei den Angriffen am 28. Februar getötet worden war. Trump hatte seinerseits am Freitag erklärt, er habe das US-Militär angewiesen, darauf vorbereitet zu sein, im Fall eines Anschlags auf ihn Tausende Raketen auf den Iran abzufeuern. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, Israel habe Washington Geheimdienstinformationen über einen iranischen Anschlagsplan gegen Trump übermittelt.

rtr/dpa/AFP/luwi