Islamische Gemeinde Penzberg: Unbekannte besprühen Hinweisschild auf Freitagsgebet

Erst am Dienstag dieser Woche stellte die oberbayerische Stadt Penzberg neue Schilder auf, um auf die Gebetszeiten der christlichen Kirchen und erstmals auch auf die der Islamischen Gemeinde Penzberg hinzuweise...

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Islamische Gemeinde Penzberg: Unbekannte besprühen Hinweisschild auf Freitagsgebet

Erst am Dienstag dieser Woche stellte die oberbayerische Stadt Penzberg neue Schilder auf, um auf die Gebetszeiten der christlichen Kirchen und erstmals auch auf die der Islamischen Gemeinde Penzberg hinzuweisen. In der Nacht auf Samstag wurde das Schild, das die Moschee zeigt, verwüstet und mit schwarzer Farbe besprüht. Der Penzberger Imam Benjamin Idriz spricht von einem „Angriff auf unser Miteinander“.  Man werde auf Hass mit „Offenheit und Dialog“ antworten, sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Dieses Schild sei nur ein halber Meter Metall, so Idriz weiter. Es stehe aber für Offenheit, Religionsfreiheit, gegenseitigen Respekt und friedliches Miteinander. Das beschmierte Schild sei indes Ausdruck von Intoleranz, Feindseligkeit und Muslimfeindlichkeit. „Als ein Mitglied unserer Gemeinde am Freitag gegen 23 Uhr daran vorbeifuhr, hat es die mit schwarzer Farbe besprühte Tafel gesehen“, erzählt Idriz am Samstag am Telefon.

Das Hinweisschild auf das Freitagsgebet der Islamischen Gemeinde war erst diese Woche aufgestellt worden.
Das Hinweisschild auf das Freitagsgebet der Islamischen Gemeinde war erst diese Woche aufgestellt worden. Lukas Barth-Tuttas/dpa

Der Bauhof der Gemeinde habe das Schild mittlerweile wieder gesäubert, so im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung der parteilose Bürgermeister Thomas Kopf, der für die Wählergruppierung Penzberg Miteinander angetreten ist. Er selbst war dabei, als die drei Tafeln am Dienstag angebracht worden sind. Ein runder Tisch der Religionsgemeinschaften der Stadt habe noch in der Amtszeit seines Vorgängers beschlossen, neue Tafeln mit dem Hinweis auf Gebetszeiten anzubringen und „dazu auch eins von der dritten großen Glaubensgemeinschaft bei uns“.

„Die Tat zeigt, dass die Leute, die immer auf den Islam zeigen und sagen, der wäre so radikal, es dann sind, die nachts die Spraydose auspacken und selbst radikal werden. Das spricht für sich.“ Das Schild sei in Penzberg überhaupt kein Thema gewesen, weil, so sagt Kopf, es hier völlige Normalität sei, dass die Kulturen- und Religionsgemeinschaften mit- und nebeneinander lebten und sich keiner am andern störe. „Der ganze Unmut und die ganze Lautstärke wird meiner Meinung nach von außen hereingetragen.“ Es passe nicht zu Penzberg, „dass da jemand das Schild beschmiert“. Er könne aber auch nicht sagen, ob es jemand von außerhalb gewesen sei. „Es ist jedenfalls nicht so, wie das Zusammenleben in Penzberg im Alltag funktioniert.“

Gleichwohl gebe es auch in Penzberg alle Facetten der Meinungen, „das ist ganz normal. Mit fundierter Auseinandersetzung, ob man das gut oder schlecht findet, hat das aber nichts zu tun.“ Die Tat widerspreche „den Grundsätzen unserer Gesellschaft von Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit und Respekt voreinander“. Letztendlich handle es sich bei der Schmiererei um eine Straftat in Form einer Sachbeschädigung.

Als die Stadt diese Woche das Anbringen der Schilder in den sozialen Medien bekannt gemacht habe, berichtet der Bürgermeister, sei es auf Facebook „ziemlich hoch hergegangen, sodass wir die Kommentarfunktion des Beitrags deaktiviert haben“.  Auf Instagram sei sie nach wie vor offen und es werde auch gepostet, in beide Richtungen. „Die einen finden es toll, die andern mosern rum, dass es das nicht braucht.“

Die Penzberger Polizei sucht jedenfalls nun Zeugen, die im Tatzeitraum von Freitag, 22 Uhr, bis Samstag, 8 Uhr, an der Seeshaupter Straße gegenüber der Hausnummer 68, dort, wo die Schilder stehen, Auffälliges beobachtet haben. Sie erbittet sachdienliche Hinweise unter Telefon 08856 / 92570.

Die Islamische Gemeinde Penzberg war schon in der Vergangenheit wiederholt Ziel islamfeindlicher Aktionen geworden. Zuletzt wurde in der Nacht zum 29. September 2025 auf eine Glasfront nahe dem Haupteingang zur Moschee die Parole „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ geschmiert.

Im Januar 2025 hatte die rechtsextreme Gruppierung „III. Weg“  Flugblätter mit islamfeindlichem Inhalt in der Stadt Penzberg verteilt. Auf der Homepage der Gruppierung wurde gezielt auf den Penzberger Imam Bezug genommen.

Benjamin Idriz eröffnete am Samstagnachmittag trotzdem das Sommerfest seiner Islamischen Gemeinde. Auch, um ein Zeichen für „Begegnung und Miteinander“ zu setzen. „Alle sind herzlich eingeladen.“