„Jägertruppe“ und „Deutsche Patrioten Voran“: Junge Neonazis wollen gegen Berliner CSD protestieren

Wie schon in den vergangenen Jahren wollen junge Neonazis am letzten Juli-Wochenende gegen den Berliner Christopher Street Day (CSD) auf die Straße gehen. In der Versammlungsdatenbank der Polizei findet sich ei...

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„Jägertruppe“ und „Deutsche Patrioten Voran“: Junge Neonazis wollen gegen Berliner CSD protestieren

Wie schon in den vergangenen Jahren wollen junge Neonazis am letzten Juli-Wochenende gegen den Berliner Christopher Street Day (CSD) auf die Straße gehen. In der Versammlungsdatenbank der Polizei findet sich eine für Sonnabend, 25. Juli, angemeldete Demonstration unter dem Motto „Wir sagen Nein zum CSD – Schluss mit den Gendern – Es gibt nur zwei Geschlechter: Mann und Frau“, die um 12.30 Uhr beginnen soll. Laut „taz“ sind 100 Teilnehmer angekündigt.

Die Route des rechtsextremen Gegenprotests verläuft bislang synchron mit der Wegstrecke des parallel stattfindenden Pride und soll vom Potsdamer Platz über den Nollendorferplatz zum Brandenburger Tor führen. Dementsprechend ist davon auszugehen, dass die Polizei den jungen Neonazis noch einen Standort für eine stationäre Kundgebung an der CSD-Wegstrecke zuweist.

Hinter der Anmeldung stecken nach Tagesspiegel-Informationen die rechtsextremen Jugendgruppen „Jägertrupp“ und „Deutsche Patrioten Voran“, die in den vergangenen Wochen schon gegen CSD-Veranstaltungen in Frankfurt (Oder), Eberswalde und Müncheberg (Märkisch-Oderland) auf die Straße gingen. Die Teilnehmerzahlen blieben jeweils im mittleren zweistelligen Bereich.

Bei der Gegendemonstration in Frankfurt (Oder) sprach ein Redner auf der von der „Jägertruppe“ organisierten Versammlung davon, dass es eine Tatsache sei, dass HIV „die Krankheit der Schwulen und N*** war und ist“. Die Polizei leitete im Anschluss ein Verfahren wegen Volksverhetzung ein.

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In Eberswalde konnte die rechtsextreme Gegenveranstaltung zum dortigen CSD im Juni etwa 40 Neonazis mobilisieren. Einer von ihnen griff im Vorfeld einen Teilnehmer des Eberswalder Pride tätlich an, wie die Polizei im Nachgang mitteilte. Der Eberswalder CSD wurde von 1000 bis 1500 Teilnehmern besucht.

Zuletzt kam es Anfang Juli beim CSD in Müncheberg zu rechtsextremen Störaktionen. Nachdem die Polizei bei einem skandierten Slogan Volksverhetzung vermutete, eskalierte die Situation, als die Beamten die Personalien von den Neonazis feststellen wollten. Drei Frauen widersetzen sich der Polizei-Anweisung und wurden daraufhin vorübergehend festgenommen. Unter ihnen die Demo-Leiterin Mandy G., die bei den „Deutschen Patrioten Voran“ organisiert ist und zuletzt wegen verschiedener Delikte eine Haftstrafe verbüßte.

Der rechtsextreme Gegenprotest gegen den Berliner CSD dürfte währenddessen von den meisten Pride-Teilnehmern unbemerkt bleiben. In Berlin gingen in der Vergangenheit eine Million Menschen beim CSD auf die Straße. Dem gegenüber standen im vergangenen Jahr ein paar Dutzend junge Neonazis, streng abgeschirmt von der Berliner Polizei.

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Besonders eine Szene sorgte anschließend für viel Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Ein Reporter der „Berliner Morgenpost“ filmte, wie einer der jungen Rechtsextremisten von einem Polizisten nach draußen geleitet wurde, wo er von seiner Mutter in Empfang genommen wurde. „Es reicht, mein Freund, es reicht!“, schreit die Mutter ihren Sohn an, der zuvor an der rechtsextremen Demo gegen den CSD teilgenommen hat. „Du hast hier nichts zu suchen! Abmarsch“.

Die „Jägertruppe Berlin Brandenburg“ ist nach Tagesspiegel-Recherchen seit vergangenem Oktober aktiv und wie „Deutsche Patrioten Voran“ dem Milieu der rechtsextremen Jugendgruppen zuzurechnen. Der Einstieg in die Gruppe verläuft wie bei vielen anderen in der Szene niedrigschwellig. Nach einer kurzen Vorstellung und der Beantwortung eines Fragebogens wird man bereits in eine sogenannte „Anwärter“-Vorgruppe gelassen.

Ab diesem Zeitpunkt gilt es, sich unter anderem durch Präsenz bei Veranstaltungen und Disziplin zu beweisen, um als volles Mitglied aufgenommen zu werden. Zu den wichtigsten Voraussetzungen zählt außerdem eine „reine deutsche Herkunft“, heißt es nach Recherchen des Tagesspiegels.