„Jeden Tag Angst haben, bringt nichts“: Das denken Reisende über die Drohnengefahr
KI-Stimme. InfoNach dem Fund einer Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht zu Mittwoch hat sich die Berliner Morgenpost am Berliner Flughafen BER umgesehen und mit Fluggästen gesprochen. ...
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KI-Stimme. Info
Nach dem Fund einer Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht zu Mittwoch hat sich die Berliner Morgenpost am Berliner Flughafen BER umgesehen und mit Fluggästen gesprochen. Am Donnerstagmittag wirkte die Stimmung weder bedrückt, noch scheinen die Leute besonders ängstlich zu sein: Wie sonst auch laufen die Reisenden mit ihrem Gepäck hektisch durch die große Check-in-Halle in Richtung Schalter oder warten auf Bänken auf ihren Abflug.
Reisende: „Ich fühle mich relativ sicher“
Julia Brüggemann (19) und Julia Peine (18) sind gerade auf dem Weg nach Nizza und haben von dem Vorfall nichts gehört. Auch nachdem sie von der Sprengstoffdrohne erfahren haben, scheinen sich die beiden Freundinnen keine Sorgen zu machen. „Ich fühle mich relativ sicher. Ich habe keine Angst“, sagte Brüggemann.
Philipp Braun (25) erfuhr durch die „Tagesschau“ von der Drohnensichtung in Leipzig. „Ich habe mir wenig Gedanken gemacht. Und fühle mich weder unwohler noch unsicherer“, sagt er, während er mit seinem Freund auf der Bank Karten spielt.

Philipp Braun sitzt am Flughafen und spielt Karten.© Berliner Morgenpost | Jasmin Dupper
Ein ähnliches Gefühl hat der Reisende John Hirt. „Es liegt wahrscheinlich auch am jugendlichen Leichtsinn“, meint der Mitte 20-Jährige. Es könne ja immer irgendwo etwas passieren. „Wir freuen uns einfach auf den Urlaub. Ich denke, wenn man sich über alles einen Kopf macht, kommt man gar nicht mehr zur Ruhe“, sagt John und lächelt dabei seine Mutter an.

John Hirt wartet in der Check-in-Halle auf seinen Flug und freut sich auf seinen Urlaub.© Berliner Morgenpost | Amelie Schmid
Andere haben ein mulmiges Gefühl
Doch andere Fluggäste haben nach den Nachrichten Bedenken. Shanelle (25) und Kenneth (26), die ihre Nachnamen nicht nennen wollen, stehen an der Gepäckabgabe. „Ich habe ein leicht mulmiges Gefühl, aber ich hoffe, dass sicherheitsmäßig alles am BER gut gesichert wird“, sagt Shanelle. Ihr Mitreisender Kenneth hat von dem Fall in den Medien gehört. Er lasse sich selbst davon aber nicht beunruhigen. „Wir wollen unseren Urlaub genießen. Der Drohnenvorfall ist vielleicht eine Vorwarnung, aber nichts Konkretes.“
Ein paar Schritte weiter sitzt Karo (25) und wartet auf ihren Flug nach Island. Sie selbst wohnt gerade in Leipzig und glaubt, dass man für solche Situationen momentan eine Art „Desensibilisierung“ entwickle. Schon letzte Woche war sie während des Anschlags auf den CSD in Berlin und meint, dass man sich an solche Nachrichten leider langsam gewöhne. „Ich glaube, es ist natürlich so ein Gesamtsymptom des grundlegenden politischen Klimas.“ Sie fühle sich zwar hilflos, aber: „Jeden Tag Angst haben bringt mir nichts, deswegen habe ich angefangen, das in den Hinterkopf zu schieben.“ Nichtdestotrotz sei „ein gewisses Grundunwohlsein mit der politischen Lage“ für sie präsent.
Trotz der Nachricht treten die Fluggäste ihre Reise an
Auch Anne und Hannes aus Leipzig starten am Flughafen BER ihre Reise. „Mit mir macht es nicht viel, ich fühle mich trotzdem sicher“, sagt Anne. „Ich weiß auch nichts Genaues dazu. Niemand weiß was Genaues. Das sind alles wieder nur Annahmen“, ergänzt Hannes.

Jose Pinto wartet freudig auf seinen Flug nach Spanien. © Berliner Morgenpost | Amelie Schmid
Jose Pinto (37) freut sich auf seinen Urlaub in Spanien. Trotzdem habe er heute beim Fliegen ein bisschen Angst – „bei all dem Krieg und was gerade auf der Welt so passiert“. Er vertraue darauf, dass alles gut läuft, und sagt freudig: „Ich weiß, dass mich jemand in Spanien erwartet.“