Jens Spahn unter Druck: Es wird eng für Unionsfraktionschef Jens Spahn

Die CDU ist strikt gegen eine Zulassung von Leihmutterschaften. Dass ihr Frontmann im Bundestag, Unionsfraktionschef Jens Spahn, nun privat einen anderen Weg gegangen ist, setzt ihn massiv unter Druck. Kann der ehrgeizige Politiker diesen Spagat in seinem Amt politisch überleben?

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Jens Spahn unter Druck: Es wird eng für Unionsfraktionschef Jens Spahn

Jens Spahn unter Druck Es wird eng für Unionsfraktionschef Jens Spahn

17.07.2026 · 21:01 Uhr

 Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) spricht vor der Unionsfraktion im Bundestag.

Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) spricht vor der Unionsfraktion im Bundestag.

Foto: Michael Kappeler/dpa/Michael Kappeler

Meinung | Berlin/München · Die CDU ist strikt gegen eine Zulassung von Leihmutterschaften. Dass ihr Frontmann im Bundestag, Unionsfraktionschef Jens Spahn, nun privat einen anderen Weg gegangen ist, setzt ihn massiv unter Druck. Kann der ehrgeizige Politiker diesen Spagat in seinem Amt politisch überleben?

Jens Spahn wirkt sehr nachdenklich: Warum er denn nicht im Februar beim Parteitag etwas gesagt habe zum Thema Leihmutterschaft, als die Partei einen Antrag dazu verabschiedet hat? Ja, das sei ein Fehler gewesen, räumt er im Podcast „Ronzheimer“ ein. Er könne sich selbst da jetzt auch nicht mehr verstehen.

Privat im Glück, politisch unter Druck: Für Jens Spahn wackelt der Posten des Unionsfraktionsvorsitzenden, nachdem er und sein Mann die Hilfe einer Leihmutter in den USA in Anspruch genommen haben, was in Deutschland verboten ist.

Es ist eine Debatte, die in der Union in einer Heftigkeit geführt wird, die ihresgleichen sucht. Es geht um moralische Grundüberzeugungen. Um den Vorwurf der Doppelmoral. Um die persönliche und politische Glaubwürdigkeit. Und eine schlechte Kommunikation. Kurzum: Es geht um Grundsätzliches. An der Basis sind viele stinksauer, auch bei den CDU-Granden ist man in Teilen sehr fassungslos. Besonders über die politische Instinktlosigkeit des so erfahrenen Politikers und Machtmenschen.

Der Tenor: Spahn hätte die Partei zumindest besser vorbereiten müssen. Die Mitteilung über die Show-Redaktion der „Bild“-Zeitung mit Foto und Zitaten seines Ehemanns Daniel Funke wird als völlig falsch erachtet.

Die Rücktrittsforderungen kommen nicht aus der ersten Reihe der Partei

Spahn kennt die CDU in- und auswendig. Es hätte ihm bewusst sein müssen, in welch vertrackte Lage er sich, die Partei und den Kanzler bringt. Der Kinderwunsch ist verständlich und seine Privatsache. Doch als einer der wichtigsten Politiker musste ihm klar sein, dass sein privates Handeln politische Folgen haben wird. Dass niemand das ausblenden kann. Die Rücktrittsforderungen kommen nicht aus der ersten Reihe der Partei. Aber diese stellt sich auch nicht an seine Seite. Noch ist das politische Schicksal von Spahn nicht entschieden.

Sein Auftritt am Freitag im Podcast, zugeschaltet aus den USA, war ruhig, sachlich und gefasst. Er will nicht zurücktreten, legt sein politisches Schicksal aber in die Hände der Fraktion. Er stellt sich der Kritik, aber macht auch klar: Ihr müsst mir Eure Kritik dann aber auch ins Gesicht sagen - oder Euch hinter mich stellen.

Merz hat die Causa zur Chefsache gemacht

Doch die Anwürfe schwächen ihn politisch. Kann er nun noch die Abgeordneten zusammenhalten? Wie soll die CDU die Wahlkämpfe überstehen, wenn es nur um die Frage von Spahns Baby geht? Gerade jetzt, da die Koalition unter Merz Tritt gefasst hat.

Die Frage wird sein, wie sich der Kanzler entscheidet. Merz hat die Causa mit seinen Äußerungen am Freitag zur Chefsache gemacht. Hält er seine Hand über den Fraktionschef, kann Spahn das politisch überleben. Zieht er sie zurück, dann wird es eng für den starken Mann an der Spitze der Fraktion. Sehr eng.

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