Diese beiden Fußball-Experten wissen, warum Deutschland nicht mehr Weltklasse ist
StartseiteSportFußballJürgen Klopp und Thomas Müller rechnen mit dem deutschen Fußball-System abStand: 19.07.2026, 21:58 UhrKommentareUns auf Google folgenWarum versagte die DFB-Elf zuletzt bei drei Weltmeister...
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Jürgen Klopp und Thomas Müller rechnen mit dem deutschen Fußball-System ab
Stand: 19.07.2026, 21:58 Uhr
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Warum versagte die DFB-Elf zuletzt bei drei Weltmeisterschaften in Folge? Thomas Müller und Jürgen Klopp haben ihre eigenen Antworten darauf.
New Jersey – Zum dritten Mal in Folge verpasste die deutsche Nationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften das Achtelfinale. 2018 und 2022 kam das blamable Aus bereits in der Vorrunde, bei der WM 2026 scheiterte die DFB-Elf im Sechzehntelfinale an Paraguay. Ist der deutsche Fußball nicht mehr so gut, wie er sich selbst sieht? Und wenn ja, woran liegt es? Jürgen Klopp und Thomas Müller gaben bei MagentaTV Antworten.

Jürgen Klopp sieht ein „Übercoaching“ in den Nachwuchsleistungszentren (NLZ) der Vereine. „Fakt ist, wir haben in den NLZs hauptamtliche Trainer. Wenn du morgens um 8 Uhr da sitzt, mittags um 16 Uhr kommen die Kinder. Die waren den ganzen Tag in der Schule, kommen zum Training. Da sagst du nicht: Jetzt spielt einfach mal, was eigentlich das Richtige wäre: Jetzt einfach mal Kicken, Kicken, Kicken, Kicken“, sagte er vor dem WM-Finale. Stattdessen überfrachten die Trainer die Kids mit Taktik-Übungen.
Für Jürgen Klopp ist es das Wichtigste, dass Kinder wieder mehr Sport treiben
„Wir müssen Kinder zum Sport bringen und die Kinder, die Sport machen, müssen wir zum Fußball bringen. Das ist das, damit geht’s los. Das ist nicht für morgen, das ist für die Zukunft“, sprach Klopp ein allgemeines Problem in der Gesellschaft an, dass die Kinder heute immer weniger Sport treiben. Dennoch ist dem Bundestrainer in spe nicht bange vor der Zukunft. „Es ist Talent da“, ist er überzeugt. „Wir sind U21-Vize-Europameister, wir sind 2023 U17-Welt- und Europameister geworden.“
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Thomas Müller nimmt vor allem die Vereine in die Pflicht, aber auch die jungen Spieler selbst. „Man muss das System auch verstehen. Es geht nicht nur um den Verband. In Deutschland bilden Vereine aus. Natürlich gibt es da ein großes Konzept, das drübersteht. Aber man muss auch die individuelle Entwicklung der Spieler sehen. Und da sind auch die Spieler gefordert, sich bei den Profivereinen durchzusetzen.“
Auch Transferentscheidungen gilt es zu hinterfragen, so der Ex-Nationalspieler. „Wirtz und Woltemade gehen für viel Geld nach England. Wirtz hat in der Bundesliga super funktioniert, in einem Setup, in dem das Spiel auf ihn ausgelegt war. Vielleicht, These: Bleibt er bei Leverkusen, kommt er hier mit einem ganz anderen Status zu diesem Turnier. „
„Nick Woltemade hat super bei Stuttgart gespielt, macht diesen Move, geht nach England, andere Spielweise. Das hängt auch damit zusammen. Es ist nicht nur: Der DFB muss jetzt alles regeln.“ Doch Müller wäre nicht Müller, würde er keinen Optimismus für die Zukunft verbreiten: „Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir gute Spieler haben. Das heißt nicht, dass wir mit der Mannschaft, die wir aktuell hatten, nichts möglich gewesen wäre.“ (lw)